Tinnitus
Symptome

Der Tinnitus tritt in ganz verschiedenen Formen auf

Mann mit Finger am Ohr
Geräusch im Ohr: Nicht jeder fühlt sich gestört

Vier von zehn Betroffenen hören ein Pfeifen, jeder vierte ein Rauschen und jeder zehnte ein Summen. Seltener sind Geräusche wie Zischen, Klingeln, Sausen, Brummen, Zirpen, Pulsieren und Hämmern – dabei können die Töne in einem oder in beiden Ohren zu hören sein.

 

 

 

 
Abhängig von der Dauer ergeben sich drei Phasen:


- akute Phase: die ersten drei Monate
- subakute Phase: zwischen drei und zwölf Monate
- chronische Phase: länger als zwölf Monate.

In der akuten Phase können die Ohrgeräusche zu den unterschiedlichsten Tageszeiten auftreten und danach wieder verschwinden. Vor allem zu Beginn beobachten sich viele Betroffene sehr aufmerksam und reagieren manchmal besonders sensibel auf ihre Umwelt: Einige empfinden die Stille als unangenehm, weil sie dann ihre eigenen Geräusche mehr wahrnehmen – was manchmal auch das Einschlafen erschwert. Aber auch Töne, die den eigenen sehr ähnlich sind, können störend wirken.


Lautstärke: Manchmal sind die Töne kaum hörbar. Sie können aber bei Stress, körperlicher Anstrengung oder nach dem Alkoholgenuss anschwellen, bei einigen Menschen werden sie vor allem nachts laut. Zwei Drittel der Betroffenen berichten von Dauergeräuschen.

 

Empfindlich gegenüber Geräuschen: Viele Tinnitus-Betroffene berichten, dass sie  besonders empfindlich auf Außengeräusche reagieren. Diese so genannte Hyperakusis kommt bei bis zu 50 Prozent der Betroffenen vor. Sie zucken zusammen, wenn es irgendwo plötzlich quietscht oder scheppert, klingelt oder brummt und halten sich spontan die Ohren zu. So verführerisch die äußere Stille aber auch sein mag: Die eigenen Ohrgeräusche hören sich nach einiger Zeit meist noch lauter an, während leise Umgebungsgeräusche wie Musik, Gemurmel oder vorbei fließender Autoverkehr die eigenen Töne zurückdrängen können.

 

Wichtig: In der Regel nimmt nur die Person selbst die Geräusche wahr. Daher ist es oft schwierig, die lästigen Töne anderen Menschen gegenüber zu beschreiben. Hilfreich können Vergleiche sein: „Das hört sich an wie die Betriebsgeräusche eines Computers, dessen Lautsprecher auf leise gestellt ist“ oder „Es sirrt im Ohr wie eine lästige Mücke“ oder „Bei mir rauscht es im Kopf, als wenn die Waschmaschine ständig laufen würde“. Damit Sie Ihre inneren Geräusche beim HNO-Arzt besser beschreiben können, spielt Ihnen eine Arzthelferin Testtöne mit verschiedenen Frequenzen zum Vergleich vor.  

 

Seltene Form: Im Gegensatz zum „subjektiven“ Tinnitus kommt die „objektive“ Form nur in einem von hundert Fällen vor: Dann kann der Untersucher die Geräusche auch von außen hören, wenn beispielsweise das Blut durch verengte Blutgefäße strömen muss, die in der Nähe des Ohrs liegen. Wenn es sich bei solchen „Körpergeräuschen“ um verengte Arterien handelt, hört sich das wie ein pulsierendes Zischen oder Rauschen an. Bei verengten Venen kommt es zu einem an- und abschwellenden Rauschen.

 

Leidensdruck: Wie sehr sich jemand von den Ohrgeräuschen gestört fühlt, hängt vor allem von der Art und Lautstärke des Geräuschs ab, aber auch von der persönlichen Tagesform und der eigenen Einstellung. So berichten viele Betroffene, dass hohe Frequenzen unangenehmer sind als tiefe. Aber auch wer ein ständiges Pfeifen oder Klingeln hört, muss sich nicht unbedingt im Alltag beeinträchtig fühlen. Mediziner teilen den Leidensdruck in vier Schweregrade ein.

 

Mediziner teilen den Leidensdruck in vier Schweregrade ein:


Grad 1: 35 bis 40 Prozent der Erwachsenen haben einen Tinnitus, der sie nicht beeinträchtigt.


Grad 2: Die Ohrgeräusche wirken störend – vor allem in stressigen Situationen und bei zusätzlichen psychischen Belastungen. Zu dieser Gruppe gehören zwischen elf und 17 Prozent der Betroffenen.


Grad 3: Der Tinnitus wird als so störend empfunden, dass er den privaten und beruflichen Alltag dauerhaft beeinträchtigt. Rund acht Prozent der Betroffenen machen sich ständig Sorgen über ihre Ohrgeräusche und berichten über weitere Probleme, die ihrer Meinung nach durch die lästigen Töne entstanden sind.


Grad 4: Es gibt Menschen, die unter dem Tinnitus so stark leiden, dass es durch die Dauerbelastung zu nachhaltigen psychischen und körperlichen Beschwerden kommt. Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Schlafprobleme, verminderte Leistungsfähigkeit, Angst und Schmerzen können die Folge sein. Einige Menschen neigen zu Depressionen oder entwickeln sogar Suizidgedanken.


Etwa 0,5 bis ein Prozent der Betroffenen haben einen Tinnitus vom Grad 3 und 4.


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