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Spiel, Sport und Spaß

Zusammenfassung:

Entspannung ist auch ohne das Erlernen aufwändiger Entspannungsmethoden leicht möglich. Die meisten Menschen wenden keine fernöstlichen Entspannungstechniken oder das Autogene Training an, um sich psychisch und körperlich zu entspannen. Sie betreiben Sport, unterhalten sich mit Spielen, sehen fern, hören Musik oder tun sonst irgendwelche Dinge, die Ihnen Spaß machen. Hier einige Gedankenanstöße, wie man Freizeit mit Sport, Spielen und neuen Hobbies noch attraktiver gestalten kann.

Sport

Sport ist nicht Mord, sondern gesund. Er fördert die richtige Körperhaltung, stärkt die Muskeln und Gelenke und trainiert Bewegungsabläufe, die für die Flexibilität und Stabilität unseres Körpers sehr wichtig sind. In der Fitness- und Fun-Gesellschaft nimmt Sport einen gewichtigen Stellenwert ein. Sportliche Betätigung wird im Gegensatz zur konsumierenden Freizeitgestaltung (Fernsehen, etc.) von vielen Psychologen positiv bewertet. Sinnvolle Sportausübung beginnt bei der Wahl der richtigen Sportart. Sie soll der körperlichen Beschaffenheit entgegenkommen und dem Betreiber darüber hinaus auch Spaß machen.
Um eine geeignete Sportart zu finden, ist es nützlich, zunächst mehrere auszuprobieren. Sobald Sie eine gefunden haben, die Ihnen liegt, sollten Sie sich auf diese spezialisieren. Je besser Sie diese Sportart beherrschen, umso mehr Freude werden Sie aus ihr beziehen.
Sport ist aber nicht nur für die Gesundheit und Stärkung des Muskelaufbaus wichtig, sondern auch eine wirkungsvolle Methode zum Stressabbau und zur Entspannung. Aufgestaute Emotionen und unterdrückte Gefühle können durch "Abreagieren" im Sport besser abgebaut werden, sodass nicht andere Personen an der eigenen schlechten Laune leiden müssen.
Weil Sport so viele Funktionen erfüllt, ist das Sportangebot äußerst vielfältig. Unabhängig von der Sportart, für die sich letztlich entscheiden, sollten Sie die Sicherheitsregeln, die mit dem Ausüben dieser Sportart verbunden sind, durchaus ernst nehmen. Sportunfälle (Sportverletzungen) nehmen ständig zu. Sie führen nicht nur oft zu bleibenden Schäden, sondern können auch noch viel Geld kosten.

Entspannung durch Joggen

Zur alltäglichen Entspannung gehört wohl das Joggen zu den beliebtesten und angenehmsten Formen des Sports. Man braucht hierfür keine Geräte und keine Partner, schlichtweg ein wenig Zeit und einen netten Park oder Wald, um sich den Freuden des Joggens hinzugeben. Joggen ist ein gesundheitsfördernder Ausdauersport, der nach persönlichem Maß, aber nicht öfter als dreimal für 40 Minuten pro Woche trainiert werden sollte. Positive Auswirkungen auf Kreislauf, Immunsystem und Psyche lassen sich nur erzielen, wenn gemäßigt trainiert wird und alle Energie aus dem Abbau von Kohlenhydraten und Fett des Körpers kommen kann. Das bedeutet, jede Anstrengung und körperliche Überforderung zu vermeiden und keinesfalls den Puls über 175 in die Höhe zu treiben. Ideal wäre ein Puls, der sich aus 180 minus Lebensalter ergibt (Pulsfrequenz). Es hat sich erwiesen, dass eine gemäßigte, aber regelmäßige und fortdauernde Ausübung einer Sportart für unser Köpersystem am gesündesten ist. Dasselbe gilt natürlich genauso für alle anderen Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Tennisspielen, Skaten, etc.

Sport als Thrill

Natürlich gibt es auch beim Sport extreme Möglichkeiten, die nicht jedermanns Sache sind. Die neuen Modesportarten wie Bungeejumping, Sky-Climbing, Rafting etc. verbreiten sich rasend schnell, obwohl sie mit erheblichen Sicherheitsrisiken verbunden sind. Es geht hierbei vor allem um den entscheidenden Kick und den damit verbundenen Adrenalinschub, der die Herzen der Extremsportler höher schlagen lässt. Aus psychologischer Sicht lässt sich das Bedürfnis nach Thrill oft als Form der Angstabwehr verstehen. Solche Menschen müssen sich immer wieder gefährlichen Situationen aussetzen, um sich zu bestätigen, dass ihnen nichts passieren kann. Wird dieser Thrill beim Motor- oder Skisport gesucht kann die Versuchung, sich immer näher an die Grenze heranzutasten, zu katastrophalen Unfällen führen.

Spiel und Spaß

Oberstes Gebot beim Spielen: Spielen soll Spaß machen und nicht erzwungen werden. Nur wenn etwas freiwillig gemacht wird, wird es gerne gemacht, deshalb sollte man weder Kindern noch Erwachsenen Spiele "vorsetzen", um sie zu unterhalten oder in gute Stimmung zu bringen. Wer spielen möchte, wird selbst zum Spiel greifen. Was die persönliche Motivation zum Spielen anbelangt so unterscheiden Experten zwischen der Primärmotivation (die Lust an der Sache selbst, am Mitmachen, am Ausprobieren), der Sekundärmotivation (der Wunsch zu gewinnen) und dem Vermeidungsverhalten (die Angst vor Niederlagen).
Aus psychoanalytischer Sicht eignet sich das Spiel von Kindern und Erwachsener zur szenischen Darstellung und Bewältigung unbewusster Konflikte. Vor allem im Rollenspiel (Puppen, Figuren, Tiere, etc.) werden frühkindliche Fantasmen spielerisch in Szene gesetzt und dabei aufgestaute Spannungen abgeführt.
Das Spiel soll natürlich auch Menschen verbinden und gemeinschaftsfördernde Funktion haben. Es dient durchaus der Psychohygiene einer Familie, wenn an einem verregneten Wochenende alle Familienmitglieder gemeinsam etwas spielen. Spielen fördert natürlich auch Freundschaften unter Kindern.
Es soll aber auch nicht verschwiegen werden, dass vor allem Gewinnspiele die Rivalität und Konflikte zwischen Menschen anheizen. Nicht umsonst heißt eines der bekanntesten Brettspiele "Mensch ärgere dich nicht"! Trotzdem ist Spielen ein wichtiger und lebensnaher Bestandteil unserer Freizeit und Unterhaltung. Vor allem dann, wenn es nicht um Sieg oder Niederlage geht, kann es auch sehr entspannend sein.

Hobby

Die meisten Menschen haben etwas, dem sie sich in ihrer Freizeit mit großer Hingabe widmen. Ob man diese Tätigkeit schon als ein Hobby bezeichnen darf, ist eine Angelegenheit des Geschmacks und der Definition. Denn man kann das Wort "Hobby" auf verschiedene Weise auslegen: Einige verstehen darunter sowohl sportliche als auch alle sonstigen Aktivitäten, andere wiederum definieren Hobbies als spezielle Interessen, die meist nur von einer relativ kleinen Bevölkerungsgruppe praktiziert werden. Dazu könnt man beispielsweise das Sammeln von Briefmarken, Telefonwertkarten, Münzen oder beliebiger anderer Dinge rechnen, ebenso das Reparieren alter Radios, Autos oder Möbel, den Modellbau, das Bestimmen von Blumen oder Erkennen von Tierstimmen. In der Alltagssprache gelten alle Tätigkeiten als Hobby, mit denen sich Menschen in ihrer Freizeit vorzugsweise beschäftigen, die ihnen Spaß machen und die sie deshalb auch gerne tun.
Hobbies können entspannen und beruhigen, sie helfen einem Menschen, sich vorübergehend vom hektischen, schnelllebigen Alltag zurückzuziehen und sich in die Welt der eigenen Interessen und Phantasien zu versenken. Deshalb erlaubt das jeweilige Hobby immer auch Rückschlüsse auf die Persönlichkeit des Betreibers. Angetriebene, impulsive Menschen werden wohl kaum Briefmarken sammeln, zwanghafte Persönlichkeiten werden sich nicht unbedingt für expressive Tanzformen interessieren. So wie wir uns in allem unterscheiden, tun wir das auch durch unsere Hobbies.

Letzte Aktualisierung:
19.05.2004 (Patricia Herzberger)
Autor:
Dr. Walter Hoffmann
Experten für die Seite:
Dr. Walter Hoffmann (Psychologie, Psychotherapie)
Dr. Bettina Reiter (Psychiatrie, Psychotherapie)  
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