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Lymphdrainagen

Zusammenfassung:
Eine Lymphdrainage wird immer als äußerst angenehm empfunden, weil sie im Wesentlichen eine sehr sanfte, rhythmische Technik ist. Mit an- und abschwellenden Pumpbewegungen werden Lymphabflussbahnen freigemacht und so eine Entstauung des Gewebes erreicht. Mit der Lymphdrainage können sekundäre und primäre Lymphödeme behandelt werden, sowie Schwellungen verschiedener Ursachen (Zerrungen, Verstauchungen, und so weiter); Migräne oder andere neurovegetative Syndrome.




Nicht angewandt werden darf die Lymphdrainage bei akuten Infekten, da es dabei zu einer bakteriellen Streuung im Körper kommen könnte, bei Asthma bronchiale, akuten Ekzemen im Ödemgebiet oder bei Thrombosen.
Die Griffe bei der Lymphdrainage-Behandlung orientieren sich an dem Verlauf von Lymphgefäßen in Abflussrichtung. In bestimmter Abfolge werden einzelne Körperregionen behandelt: Zuerst Regionen, die den Lymphgefäßmündungen am rechten und linken Venenwinkel naheliegen, danach die entfernteren. Die leichte Drucksteigerung im Gewebe begünstigt die Aufnahme von Gewebsflüssigkeit über die Initialgefäße in den Lymphbahnen.
Nach der Entstauung wird die Extremität mit Kompressionsbandagen behandelt. Dabei wird ein Baumwollschlauchverband auf die Haut angelegt. Die Kompression erfolgt mittels elastischer Kurzzugbinden. Zur Förderung des Lymphrückflusses sind begleitende Bewegungsübungen unter Kompression dringend empfohlen.

Basisgriffe der Lymphdrainage

Stehende Kreise: Vorwiegend in Lymphknotenregionen angewandt, werden die Hände flächig aufgelegt und druckschwache Kreise auf der Stelle in Abflussrichtung beschrieben. Dieser Griff wird mehrmals wiederholt, es wird dabei sehr langsam gearbeitet.
Drehgriff: Mit dem flach aufliegenden Daumen und den übrigen vier Fingern wird langsam in die gleiche Richtung im Verlauf der Lymphbahnen gekreist und die beschriebenen Bahnen mehrmals wiederholt.
Schöpfgriff: Mit dem flach aufliegenden Daumen und den übrigen vier Fingern wird in entgegengesetzter Richtung im Verlauf der Lymphbahnen gekreist und die beschriebenen Bahnen mehrmals wiederholt.
Ultrafiltrat-Verdrängungsgriff: Ein Ödemgriff, bei dem die flache Hand mit fest aneinanderliegenden Fingern langsam zunehmend Druck in die Tiefe gibt. Mindestens 20 Sekunden ausgeführt, kann die Ödemflüssigkeit über den Blutkreislauf abzufließen beginnen.
Ödemverschiebegriff: Ein Ödemgriff, bei dem die Ödemflüssigkeit langsam, langandauernd und druckstark zu körpernäheren Regionen verschoben wird.
Scheibenwischergriff: Mit diesem Griff kann eine Fibrose gelockert werden. Dabei werden die Hände flach aufgelegt; die Drehachse der Scheibenwischerbewegung liegt in den Grundgelenken der beiden Mittelfinger.
Hautfaltgriff: Mit einer Hand Hautfalte abheben, Daumen der zweiten Hand drückt die Hautfalte gleichzeitig gegen die Finger und führt eine Abrollbewegung in die Tiefe aus. Auch mit diesem Griff lässt sich eine Fibrose lockern.

Behandlungsbeispiel: Ödeme im Hals- und Gesichtsbereich
Die Behandlung wird mit einem Durchbewegen des Schultergürtels eingeleitet. "Stehende Kreise" über der seitlichen Halslymphknotenkette, entlang der so genannten Linea nuchea, sowie vor und hinter dem Ohr folgen. Darauf folgt die Behandlung der unter dem Unterkiefer liegenden Lymphknoten und des Gesichts; von dort erfolgt der Schub immer in Richtung zu den oberen Halslymphknoten.

Anwendungsformen

Apparative Lymphdrainage: An den Extremitäten kann eine ähnliche Wirkung wie bei der manuellen Lymphdrainage durch eine rhythmische Kompressionsbehandlung mit gekammerten aufblasbaren Strümpfen erreicht werden. Wesentlich ist die Vor- und Nachbehandlung des Lymphflussgebietes mittels MC.
 

Letzte Aktualisierung:
14.03.2007 (Patricia Herzberger)
Autor:
Norbert Regitnig-Tillian
Experten für diese Seite:
Univ. Prof. Dr. med. Michael Quittan (Physikalische Medizin)


Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden.


Quelle: surfmed; 13.09.2005, aktualisiert am 16.09.2009

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