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Biofeedback

Zusammenfassung:
Die heute meist schon vom Computer unterstützte Biofeedback-Methode ist von allen Entspannungsverfahren wohl die wirksamste, weil die Tiefe des Entspannungszustandes jederzeit objektiv überprüft werden kann. Diese Methode bedient sich der Ableitung geeigneter physiologischer Parameter (Hautwiderstand, Körpertemperatur, Muskelspannung, Puls, Gefäßausdehnung) die als präzise Indikatoren für das Ausmaß der Entspannung gelten. Beim Training mit dem Biofeedbackgerät werden dem Übenden laufend die aktuellen Werte dieser Parameter (z. B. über einen Bildschirm) rückgemeldet. Über die kontinuierliche Wahrnehmung der aktuellen Körperreaktionen können diese auch beeinflusst werden.

Anwendung

Erfolgreiche Verwendung als unterstützende Entspannungs- und Heilmethode findet Biofeedback bei folgenden Störungen: Biofeedback kommt auch zum Einsatz, wenn keine eigentliche Krankheit vorliegt, sondern wenn es darum geht, einen adäquaten Umgang mit Stress zu erlernen. Biofeedback ist eine effiziente Entspannungsmethode, die sowohl von speziell geschulten Ärzten, Psychologen, Psycho- und Physiotherapeuten als auch von professionellen Trainern im Bereich des Leistungssport angewandt wird. Die Bezeichnung "Biofeedbacktherapeut" bzw. "-trainer" kann nur dann geführt werden, wenn die vorgesehene Ausbildung in dieser Heiltechnik bereits absolviert worden ist.
Behandlungen dauern unterschiedlich lange, je nachdem welche Krankheit behandelt wird. Bestimmte Schmerzzustände und leichte Angstzustände können relativ schnell geheilt werden, denn oft erreicht man bereits mit etwa 15 Sitzungen das gewünschte Ergebnis. Bei Problemen, die neurologisch verursacht sind, ist es jedoch meist erforderlich, mehr als 20 Behandlungen durchzuführen. Eine Sitzung dauert 50 Minuten.

Geschichtlicher Überblick

Biofeedback bedeutet übersetzt "Rückmeldung des Lebens". Körperliche Prozesse werden dem Patienten auf anschauliche Weise vermittelt. Es ist ein Verfahren, welches psychologische und medizinische Erkenntnisse effizient zur Heilung von Störungen umsetzt.
Die Wirksamkeit von Biofeedback ist wissenschaftlich belegt. Begonnen wurde die Forschung schon sehr früh im letzten Jahrhundert. Die Forschungen wurden vor allem von amerikanischen Verhaltensforschern und Psychologen angeregt, und in den 50er Jahren intensivierte sich das wissenschaftliche Interesse.
Seit über 20 Jahren wird Biofeedback nun am Menschen angewendet, zuerst in der Forschung doch bald schon zur Heilung von Krankheiten. Vor allem die computerunterstützten Verfahren der letzten Jahre verhalfen dem Biofeedback zu größerer Präzision. Immer mehr körperliche Parameter können gezielt erfasst und dem Patienten auf anschauliche Weise rückgemeldet werden. Große Vorteile liegen darin, dass unterschiedliche körperliche Funktionen gleichzeitig dargestellt werden können. Durch moderne Datenverarbeitung kann das Feedback der biologischen Funktionen immer schneller gegeben werden. Heutzutage ist man soweit, dass die Darstellung fast schon gleichzeitig mit dem Ablaufen der Körpervorgänge erfolgt. Es ist ebenfalls sehr positiv, dass sich der Patient beim Biofeedback aktiv mit seinem Körper auseinandersetzt.

Theorie

Ist ein Mensch gesund, so arbeiten seine körperlichen Funktionssysteme ordnungsgemäß. Zahllose innere Regelkreise laufen andauernd ohne unser Zutun von selbst ab und können sich auch autonom regulieren, um immer eine optimale Leistungsfunktion aufrechtzuerhalten. Oft arbeiten unterschiedliche Funktionsmechanismen zusammen, um eine einzelne Leistung des menschlichen Körpers zu vollbringen. Ist ein einzelnes Rädchen in diesem System nun fehlerhaft, so ist der Funktionskreis nicht mehr effizient und es kommt zu einer Störung, die sich beim Patient schmerzhaft bemerkbar macht. Er erleidet z. B. eine Migräneattacke oder ein Körperteil erlahmt.
Biofeedback beruht im Wesentlichen auf der Erkenntnis, dass ein Mensch jene Vorgänge, die er wahrnehmen kann, auch selber kontrollieren kann. Mit der Erfindung des Biofeedback sind die autonomen Vorgänge im Körper wahrnehmbar und steuerbar geworden. Menschen lernen aus den Folgen ihres Verhaltens. Diese psychologische Erkenntnis zeigt sich besonders klar beim Biofeedback. Die sofortige Rückmeldung einer erfolgreichen Veränderung von Körperprozessen spornt den Patienten an, denn Erfolg hat Belohnungscharakter. Unter diesen Umständen prägt er sich besonders gut ein, durch welche Maßnahme es zu diesem Ergebnis gekommen ist und wiederholt sie. Die neuerliche Erfolgsmeldung bestätigt ihn und so lernt er, wie er seine Körperfunktionen gezielt willentlich kontrollieren kann.
Körperliche Signale wie zum Beispiel Herzfrequenz, Muskelspannung oder Durchblutung werden mit elektrischen Sensoren gemessen, aufgezeichnet und wiedergegeben. Diese Rückmeldung kann in der Form von graphischen Abbildungen auf Computerbildschirmen, als akustische Signale über Lautsprecher oder durch blinkende Lichtpunkte geschehen. Innere Prozesse des Körpers werden auf diese Weise für den Patienten wahrnehmbar, und er kann die Vorgänge in seinem Körper bewusst erleben. Die Körperwahrnehmung wird durch dieses Training enorm geschärft.

Technik

Der Patient wird vom ausgebildeten Therapeuten angeleitet, seine schadhaften Körperfunktionen gezielt zu ändern. Dies ist mit Hilfe des Biofeedbacks relativ leicht und schnell lernbar. Jede noch so kleine Änderung wird sofort rückgemeldet. Der Patient sieht deutlich jeden Effekt, den er durch sein Vorgehen selbst verursacht hat. Über dieses "Lernen am Erfolg" kann der Patient sehr schnell erstaunliche Fortschritte erzielen. Der Patient lernt über die rückgemeldeten Signale, seine sonst autonom ablaufenden Körperfunktionen mit dem eigenen Willen zu steuern und fehlerhafte Prozesse ohne Medikamente und von selbst auszubessern. Nach einigen Sitzungen benötigt er dann auch die elektronischen Rückmeldungen nicht mehr, und er kann im Alltag falsch ablaufende Körperprozesse rechtzeitig wieder korrigieren.
Letzte Aktualisierung:
19.05.2004 (Patricia Herzberger)
Autor:
Dr. Walter Hoffmann
Experten für die Seite:
Dr. Walter Hoffmann (Psychologie, Psychotherapie)
Dr. Bettina Reiter (Psychiatrie, Psychotherapie) 
Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden. Aber diese Informationen können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.

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