Ganz unerwartet treten manchmal ungewohnte Schmerzen oder Körperreaktionen auf. Da schwillt die Wade bei einer langen Flugreise, schmerzt das Herz oder im Urin ist plötzlich Blut. Wenn der Körper Alarm schlägt, kann es sein, dass Lebensgefahr besteht und sofort ein Notarzt geholt werden muss. Lesen Sie hier einige Beispiele für Alarmzeichen, die nicht ignoriert werden dürfen.
Oft beginnt es mit einer Gefühlsstörung im Arm oder Bein, manchmal mit einer halbseitigen Lähmung. Vielleicht tritt eine plötzliche einseitige Sehstörung auf, zieht sich ein taubes, pelziges Gefühl von den Fingerspitzen bis zum Oberarm oder es fällt dem Betroffenen schwer, die richtigen Worte zu finden oder deutlich zu sprechen. Eine Lähmung einer Gesichtshälfte lässt sich oft am hängenden Mundwinkel erkennen. Oder der Betroffene klagt über Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. All diese Symptome können auf einen Schlaganfall oder seine Vorboten hindeuten. Die Beschwerden müssen nicht alle gleichzeitig auftreten. Sie können auch von alleine wieder verschwinden. Halten sie nur Minuten oder Stunden an, handelt es sich womöglich um eine transitorisch ischämische Attacke, kurz TIA. TIAs können einem Schlaganfall vorausgehen. Rund ein Viertel aller Schlaganfälle kündigt sich durch eine TIA an. Auch wenn die Symptome also schnell wieder verschwinden, sollte der Betroffene sofort in eine Klinik. Am besten in eine Schlaganfall-Station, eine sogenannte Stroke-Unit. Erfolgt eine rechtzeitige Behandlung, können die Ärzte unter Umständen einen Schlaganfall verhindern.
Drückende oder brennende Schmerzen in der Herzgegend unter dem Brustbein können auf einen Herzinfarkt hindeuten. Oft strahlen die Schmerzen in den linken Arm, in den Schulterbereich, zum Hals, Rücken und Oberbauch aus. Weitere Anzeichen: Atemnot, ein Engegefühl im Bereich von Brustbein und Hals, aber auch Übelkeit und Erbrechen. Der Betroffene leidet womöglich unter Todesangst und zeigt Anzeichen eines Schocks. In all diesen Fällen ist schnelle Hilfe nötig. Unter der Telefonnummer 112 muss ein Notruf abgesetzt werden. Achtung: Ein Herzinfarkt kann sich auch mit abweichenden Symptomen bemerkbar machen. So sind zum Beispiel nicht immer Schmerzen vorhanden. Mehr zu den Symptomen lesen Sie im Ratgeber Herzinfarkt.
Wer Schmerzen, eine Schwellung oder eine bläuliche Verfärbung in einem Bein bemerkt, sollte sich rasch ärztlich untersuchen lassen. Denn er hat womöglich ein gefährliches Blutgerinnsel in einer Beinvene. So ein Blugerinnsel, auch Thrombose genannt, kann eine potenziell gefährliche Lungenembolie auslösen. Mögliche Anzeichen sind Brustschmerzen, kurzer Atem, schneller Herzschlag oder gar Bluthusten. Wie schwer eine Lungenembolie verläuft, hängt unter anderem von ihrer Ausdehnung ab. Wird durch das Blutgerinnsel eine große Lungenarterie verschlossen, kann das lebensbedrohlich sein. Daher sollte bei Anzeichen einer Lungenembolie sofort der Notarzt geholt werden.
Wahrscheinlich suchen die meisten Menschen, die Blut im Urin entdecken, sofort einen Arzt auf. Und das ist auch richtig so. Häufig sind Nierensteine, eine Blasenentzündung oder Prostataentzündung der Auslöser für das Blut im Urin. Diese Erkrankungen gehen normalerweise mit Schmerzen oder manchmal Beschwerden beim Wasserlassen einher. Wer jedoch Blut im Urin entdeckt und keine Schmerzen hat, sollte trotzdem einen Arzt aufsuchen. Mögliche Ursachen können Nieren-, Harnröhren-, Blasen- oder Prostatakrebs sein. Das Blut im Urin kann eines der ersten Warnsignale für solch einen Krebs sein, der sich im Frühstadium noch gut behandeln lässt. Daher sollte eine frühzeitige medizinische Untersuchung als Chance im Kampf gegen eine eventuelle Krebserkrankung genutzt werden.
Manche Menschen leiden immer wieder unter Atemnotsanfällen oder hartnäckigem trockenen Husten und weigern sich dennoch, sich untersuchen und behandeln zu lassen. Ein Risiko, denn es könnte sich zum Beispiel um Asthma bronchiale handeln. Diese Krankheit sollte nicht unterschätzt werden. Eine gefürchtete Komplikation stellt bei Asthma ein lebensbedrohlicher, lang anhaltender Asthmaanfall dar, der mit Medikamenten nur noch schwer zu behandeln ist – der "Status asthmaticus". Mögliche Hinweise auf Asthma sollten deshalb ernst genommen und frühzeitig behandelt werden.
Achtung: Diese Aufzählung stellt nur eine Auswahl wichtiger Symptome dar. Auch viele weitere – nicht genannte Beschwerden und Schmerzen – können unter Umständen problematisch sein und einen raschen Arztbesuch erforderlich machen. Im Zweifel gilt daher immer: Den Arzt um Rat fragen.
Sibylla Machens / www.apotheken-umschau.de;
25.05.2010, aktualisiert am 27.02.2012
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