Bei einer Dranginkontinenz bemerkt die betroffene Person zwar den Stuhldrang, muss sich aber stets beeilen, um es rechtzeitig bis zur Toilette zu schaffen. Bei einer sensorischen Inkontinenz wird der Stuhldrang nicht bemerkt – der Patient ist sich also nicht bewusst, dass der Mastdarm gefüllt und eine Entleerung nötig ist. Aufgrund ihrer Erkrankung können die Betroffenen im Analbereich nichts spüren und die Darmentleerung nicht bewusst steuern. Sie erfolgt daher unkontrolliert und unwillkürlich. Etwa die Hälfte aller Betroffenen kann dabei flüssigen bis breiigen Stuhl nicht mehr bewusst halten. Etwa ein Drittel der Erkrankten können auch festen Stuhl nicht halten. Manche haben zudem einen starken Abgang von Winden, ohne es zu merken.
Unterschieden werden drei Schweregrade:
1. Grad: Unkontrollierter Abgang von Luft und gelegentliches Stuhlschmieren bei Belastung.
2. Grad: Darmgase und dünnen Stuhl zu halten, ist nicht möglich.
3. Grad: Es kommt zu einem totalen Kontrollverlust über die Darmentleerung, der mit ständigem Stuhlschmieren verbunden ist. Den Darminhalt willentlich oder reflektorisch zurückzuhalten, ist unmöglich. Auch fester Stuhl wird verloren.
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22.10.2008, aktualisiert am 20.01.2011
Bildnachweis: W&B/Martina Ibelherr
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