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Burn-out-Syndrom
Therapie

Welche Behandlung kommt bei Burn-out infrage? Gegen die Probleme helfen Verhaltensänderungen, Psychotherapie und Medikamente – je nach Fall einzeln oder in Kombination


Ein Termin jagt den nächsten? Dabei sollten Entspannung und Erholung aber nicht zu kurz kommen

Für das Burn-out-Syndrom gibt es keine Standard-Therapie. Die Behandlung muss immer zum Patienten und seiner Lebenssituation passen. In leichten Fällen kann es genügen, die eigene Lebens- und Arbeitssituation zu überdenken und unter Anleitung etwas "Ordnung" in den Alltag zu bringen:

  • Erwartungen überprüfen: Es kann helfen, die eigenen Motivationsgründe genauer unter die Lupe zu nehmen – und unrealistische Erwartungen aufzugeben. Statt zu sagen "das schaffe ich ja doch nie", sollten Burnout-Betroffene unter Anleitung üben, erreichbare Ziele zu definieren und sich selbst darin zu bestärken.
  • Arbeitssituation verändern: Möglicherweise lässt sich im Job doch das eine oder andere verbessern. Vielleicht hilft es, sich intensiver mit den Kollegen auszutauschen. Manche Aufgaben sind eventuell im Team zu lösen oder können abgegeben werden. Eine Weiterbildung sorgt manchmal für neue Motivation. Je nach Fall ist auch der Wechsel in einen neuen Aufgabenbereich denkbar. Allerdings bietet die Arbeitsmarktsituation hier nicht immer Spielräume.
  • Pausen einplanen: Burn-out-Patienten sollten für regelmäßige Erholungspausen sorgen – ausreichend Freizeit am besten fest in den Terminplan einbauen. Auch zwischendurch kann man sich immer wieder einmal für ein paar Minuten mit schönen Dingen ablenken (mit Musik, Fotos von Familie oder Freunden, oder einfach dem Blick ins Grüne). Entspannungstechniken helfen, Stress abzubauen (zum Beispiel autogenes Training, Yoga, progressive Muskelrelaxation).
  • Soziales Netz stärken: Der Partner, Freunde oder Familie können Rückhalt geben.
  • Gesund leben: Wer auf eine ausgewogene Ernährung und feste Schlafenszeiten achtet, und sich regelmäßig bewegt, stärkt den Körper und das eigene Wohlbefinden.

Psychotherapie, insbesondere Verhaltenstherapie, hat sich bei deutlicheren Burn-out-Symptomen als hilfreich erwiesen. Die Behandlung kann ambulant, oder falls nötig auch in einer Klinik stattfinden. Ziel ist es, die negativen Gedanken durch positive zu ersetzen, das eigene Selbstbewusstsein zu stärken. Patienten lernen zum Beispiel, ihre Gefühle deutlicher wahrzunehmen und auszudrücken. Sie trainieren, sich gegen Druck von außen zu besser behaupten. Sie üben Konflikt- und Stressbewältigung. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann ebenfalls hilfreich sein, zum Beispiel im Rahmen einer Gruppentherapie.

Letztlich geht es darum, eigene Verhaltensweisen, die mit zur Überlastung und Überforderung beigetragen haben, zu verändern. Dabei ist es wichtig, sich klarzumachen, dass alle in diesem Sinne problematischen Verhaltensweisen auch Vorteile haben, auf die zunächst einmal verzichtet werrden muss. Zwei Beispiele:

  • Wer sich perfektionistisch auf eine Arbeit vorbereitet, wird sich bei weniger ausführlicher Vorbereitung erst einmal unsicher fühlen.
  • Wer bislang Konflikten mit seinem Vorgesetzen aus dem Weg gegangen ist, muss zunächst einmal diese Konflikte konstruktiv lösen, bis er in den Genuss von entlastenden Lösungen kommt.

Auf eben diese Vorteile zu verzichten, führt mitunter zu erhöhter Anspannung und einer Zunahme von Beschwerden. Praktisch alle langfristig sinnvollen Veränderungen tun kurzfristig weh, eben deshalb fällt es uns allen so schwer, sich diesbezüglich auf den Weg zu machen.

Wenn die depressive Symptomatik stärker ausgeprägt ist und eine konstruktive Bearbeitung der Problemsituation erschwert, kann der Arzt eventuell auch Medikamente verschreiben, zum Beispiel aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI). Diese Medikamente verstärken den Effekt des Botenstoffes Serotonin. Sie werden auch gegen Depressionen verschrieben. Nebenwirkungen kommen vor, wie zum Beispiel Übelkeit, Durchfall, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, verminderte Libido, Erektions- und Ejakulationsstörungen sowie innere Unruhe und Erregung. Patienten sollten sich zu Wirkung und möglichen Nebenwirkungen ausführlich vom Arzt beraten lassen.



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www.apotheken-umschau.de; 08.04.2010, aktualisiert am 18.10.2011
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Photos.com

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