Für das Burn-out-Syndrom gibt es keine Standard-Therapie. Die Behandlung muss immer zum Patienten und seiner Lebenssituation passen. In leichten Fällen kann es genügen, die eigene Lebens- und Arbeitssituation zu überdenken und unter Anleitung etwas "Ordnung" in den Alltag zu bringen:
Psychotherapie, insbesondere Verhaltenstherapie, hat sich bei deutlicheren Burn-out-Symptomen als hilfreich erwiesen. Die Behandlung kann ambulant, oder falls nötig auch in einer Klinik stattfinden. Ziel ist es, die negativen Gedanken durch positive zu ersetzen, das eigene Selbstbewusstsein zu stärken. Patienten lernen zum Beispiel, ihre Gefühle deutlicher wahrzunehmen und auszudrücken. Sie trainieren, sich gegen Druck von außen zu besser behaupten. Sie üben Konflikt- und Stressbewältigung. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann ebenfalls hilfreich sein, zum Beispiel im Rahmen einer Gruppentherapie.
Letztlich geht es darum, eigene Verhaltensweisen, die mit zur Überlastung und Überforderung beigetragen haben, zu verändern. Dabei ist es wichtig, sich klarzumachen, dass alle in diesem Sinne problematischen Verhaltensweisen auch Vorteile haben, auf die zunächst einmal verzichtet werrden muss. Zwei Beispiele:
Auf eben diese Vorteile zu verzichten, führt mitunter zu erhöhter Anspannung und einer Zunahme von Beschwerden. Praktisch alle langfristig sinnvollen Veränderungen tun kurzfristig weh, eben deshalb fällt es uns allen so schwer, sich diesbezüglich auf den Weg zu machen.
Wenn die depressive Symptomatik stärker ausgeprägt ist und eine konstruktive Bearbeitung der Problemsituation erschwert, kann der Arzt eventuell auch Medikamente verschreiben, zum Beispiel aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI). Diese Medikamente verstärken den Effekt des Botenstoffes Serotonin. Sie werden auch gegen Depressionen verschrieben. Nebenwirkungen kommen vor, wie zum Beispiel Übelkeit, Durchfall, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, verminderte Libido, Erektions- und Ejakulationsstörungen sowie innere Unruhe und Erregung. Patienten sollten sich zu Wirkung und möglichen Nebenwirkungen ausführlich vom Arzt beraten lassen.
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08.04.2010, aktualisiert am 18.10.2011
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