Tipps zum Sport-Einstieg und für die Fitnessstudio-Wahl

Berührungsängste vor neuen Bewegungsarten sind meist unbegründet – fast alle sind leicht zu erlernen. Außerdem: Auf was Sie bei der Wahl des richtigen Fitnessstudios achten sollten

von Simone Herzner, aktualisiert am 23.09.2016

Nordic Walking – macht Spaß und eignet sich für Sport-Einsteiger

W&B/Jan Greune

Bewegung ist für unseren Körper die natürlichste Sache der Welt. Laufen, Rennen und Springen sind Bewegungsabläufe, die wir intuitiv beherrschen. Auch komplexere Bewegungen fallen uns nicht schwer: Welches Kind kann keinen Purzelbaum schlagen oder auf einem Bein hüpfen? Dass viele Erwachsene das nicht mehr können – oder es sich nicht mehr zutrauen – ist eine Folge von zu wenig Bewegung und mangelnder Beweglichkeit. Aber mit ein bisschen Übung bekommt unser Körper das schnell wieder hin.

"Die meisten Bewegungsformen sind nicht schwer zu lernen", bestätigt Professor Klaus Bös, Leiter des Institutes für Sport und Sportwissenschaft am Karlsruher Institut für Technologie. Walken, Fahrradfahren oder Schwimmen kann wahrscheinlich jeder. Und falls es beim Schwimmen an der richtigen Technik hapert, genügen meist schon wenige Lehrstunden, um sie zu erlernen. Auch Kräftigungs- oder Gymnastikübungen sind erstaunlich leicht zu erlernen. "Komplexe Übungen sollten Sie sich unter professioneller Anleitung zeigen lassen", empfiehlt Bös. Schon nach wenigen Kursstunden werden Sie feststellen, wie schnell sich Körpergefühl und Koordination verbessern – und dass die Bewegung sogar Spaß macht! "Jeder Mensch kann eine geeignete Bewegungsform für sich finden", ist Bös überzeugt. Als Gründer des Deutschen Walking Institutes empfiehlt er Ungeübten besonders das Walken. Denn wer laufen kann, kann auch walken.


Alltagsbewegungen bringen viel

Hinzu kommt: Bewegung muss nicht unbedingt Sport bedeuten. Wer seinen Alltag aktiver gestaltet, die Treppen statt den Aufzug nimmt oder den Einkauf beim Bäcker zu Fuß erledigt, hat bereits ein großes Plus an Bewegung gewonnen. "Alltagsbewegungen können und sollten einen wichtiger Teil unserer körperlichen Aktivität darstellen", sagt Bös. "Jeder Schritt zählt, und man spürt sehr schnell die ersten Fortschritte." Wenn Sie zusätzlich zu mehr Bewegung im Alltag auch noch eine geeignete Sportart für sich entdecken – umso besser!

Erster Schritt: Check-up beim Arzt

Sie möchten es mit einer neuen Sportart versuchen oder an bisherige Erfahrungen in Sachen Bewegung anknüpfen? Ein guter Start beziehungsweise ein sportliches Comeback braucht Vorbereitung. "Menschen ab 35 Jahren, die wenig oder gar keine Erfahrung mit Sport haben, sollten sich vorher beim Arzt gründlich durchchecken lassen", rät Professor Theodor Stemper von der Bergischen Universität Wuppertal. Bei einem Check-up könnten bisher unentdeckte Krankheiten des Bewegungsapparates oder Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes festgestellt werden. "Sie können in den meisten Fällen zwar trotzdem Sport machen, sollten sich aber genau beraten lassen, welche Aktivität für Sie geeignet ist", sagt Sportwissenschaftler Stemper. Selbstverständlich sollten sich auch Patienten mit bereits diagnostizierten Krankheiten vom Arzt durchchecken lassen, bevor sie mit einer neuen Sport- oder Bewegungsart beginnen.

Informationen sammeln

Sobald Sie grünes Licht vom Arzt haben, sollten Sie Informationen sammeln: Welche der geeigneten Bewegungsformen würde mir Spaß machen? Wofür könnte ich auch meinen Partner oder Freunde begeistern? Welche Angebote gibt es in meiner Umgebung? Zu welchen Zeiten werden Kurse angeboten und wie hoch sind die Kosten? Gibt es zu manchen Kursen eventuell einen finanziellen Zuschuss von der Krankenkasse? Brauche ich eine spezielle Ausrüstung für die gewünschte Sportart? "Funktionskleidung ist bei jeder Art von Bewegung empfehlenswert", sagt Sportexperte Bös. Die atmungsaktiven Stoffe transportieren Feuchtigkeit vom Körper weg und schützen vor Wind und Wetter. "Funktionstextilien sind inzwischen kaum noch teurer als normale Stoffe", weiß Bös. Weil man am Oberkörper am meisten schwitzt, sollten Sie vor allem auf eine vernünftige Oberbekleidung Wert legen, also Unterwäsche, Shirt und Jacke.

Die vier Säulen der Fitness

"Ausdauer, Kraft, Koordination und Beweglichkeit sind die vier Säulen der Fitness", sagt Sportwissenschaftler Stemper. Bei guten Sportlern kommt noch der Aspekt "Schnelligkeit" hinzu, anfangs spielt die Schnelligkeit aber keine Rolle. "Ideal sind Bewegungsarten, die diese vier Säulen trainieren", so Stemper. Gymnastik- und leichte Kräftigungsübungen im Turnverein oder Fitnessstudio trainieren in erster Linie Kraft, Koordination und Beweglichkeit. Ideal ist eine Kombination mit leichtem Ausdauertraining, zum Beispiel auf dem Laufband, beim Walken oder Radfahren. Besonders wichtig, um den Alltag bis ins hohe Alter bewältigen zu können, sind Koordination und Kraft.



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