Wenn es draußen heiß ist, zieht es auch Bewegungsmuffel ins Wasser. Schon nach ein paar kräftigen Zügen kommen sie außer Atem, aber schwitzen sie auch?
Völlig ausgepumpt schwingt sich der Schwimmer nach dem Wettkampf auf den Beckenrand. Das Wasser tropft ihm von den Armen, den Beinen und aus der Badehose, sein ganzer Körper ist nass. Aber nach Schweißperlen sieht das nicht aus. Kann es daran liegen, dass Wasser die Poren verstopft? Die Apotheken Umschau fragte bei jemandem nach, der es genau wissen muss. Privatdozent Dr. Arno Schmidt- Trucksäss, Bereichsleiter Prävention- Rehabilitation am Münchner Klinikum rechts der Isar, betreut als leitender Verbandsarzt seit zehn Jahren die deutsche Schwimm-Nationalmannschaft. Er erklärt: „Wir schwitzen nur, wenn sich in unserem Körper ein Überschuss an Wärme aufgestaut hat. Wer jedoch im Meer, im Freibad oder im Baggersee bei nur 20 oder auch 23 Grad ganz normal badet, beginnt nach einiger Zeit zu frieren, weil das Wasser seinen Körper auskühlt.“
„Anders verhält es sich bei Leistungssportlern“, fährt Schmidt-Trucksäss fort. „Für Schwimmwettbewerbe ist eine Beckentemperatur von 26 bis 27 Grad vorgeschrieben. Wenn da ein Schwimmer an seine Leistungsgrenze geht, kann das Wasser seine Körpertemperatur nicht mehr ausreichend runterkühlen – er beginnt zu schwitzen.“ Eine ähnliche Erfahrung macht jeder, der im Thermalbad bei 30 bis 33 Grad Bewegungsübungen macht oder Wassergymnastik betreibt. „Ich habe übrigens schon viele
Schwimmerinnen und Schwimmer schwitzen sehen“, sagt der Sportmediziner. „Immer dann, wenn sie sich nach dem Wettkampf abgetrocknet haben und zum Laktat-Test zu mir kommen. Dann treten ihnen sofort wieder Schweißperlen auf Stirn und Lippen.“
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