Haltung bewahren mit Pilates

Regelmäßiges Training stärkt die Muskulatur und soll Haltung und Wohlbefinden verbessern. Die richtige Durchführung der Übungen ist wichtig

von Nicole Schuster, aktualisiert am 11.06.2014

Mit Pilates die Muskeln trainieren

F1online/Photo Alto B

Tanzen und Boxen haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam. Aber auf Grundlage dieser beiden so unterschiedlichen Sportarten ist Pilates entstanden. Tatsache: Angeregt durch Tanzen und Boxen entwickelte der in Mönchengladbach geborene Josef Pilates ein neues Trainingskonzept für den ganzen Körper. Der deutsche Boxer hat zunächst in England gearbeitet und später Tänzer in den USA trainiert. Dabei entstand das Trainingskonzept Pilates, das Körper und Geist gleichermaßen anspricht. Übrigens: Der Fitnessexperte selbst war wohl nicht von Anfang an ein Supersportler. Als Kind litt er angeblich unter seiner schmächtigen Statur und erkrankte an Asthma, Rachitis und Rheuma.


Die sieben Pilates-Prinzipen

Das Besondere an Pilates liegt vor allem darin, dass die Bewegungsform die stützende Tiefenmuskulatur trainiert. Gewöhnliche Gymnastik hingegen zielt oft eher auf die oberflächliche Muskulatur ab. "Anders als bei Gymnastik gibt es bei Pilates keine Hauruck-Bewegungen. Das Training ist sanfter und schonender", erklärt die Bonner Diplom-Sportlehrerin und Pilates-Kursleiterin an der Volkshochschule Susanne Straub. Die Teilnehmer konzentrieren sich auf einzelne Muskeln. Sie dehnen oder entspannen diese gezielt, ohne sie dabei übermäßig zu belasten.

Einige Grundsätze von Pilates, wie die Bedeutung der Atmung und das Körperbewusstsein, erinnern an Yoga. Die Philosophie hinter Pilates ist jedoch eine andere. Die Methode setzt sich laut Sonja Rose, Gymnastik-, Tanz-, und Diplom-Sozialpädagogin aus Bremen, aus sieben Prinzipen zusammen:

  • Konzentration
  • Kontrolle
  • Zentrierung
  • fließende Bewegungen / Bewegungsfluss
  • Präzision
  • Atmung
  • Entspannung und Lockerheit

Konzentration beschreibt das Zusammenspiel von Körper und Geist. "Nur die volle Konzentration auf den Körper erlaubt die nötige Kontrolle, um die Bewegung effektiv auszuführen", erklärt Sonja Rose, die ebenfalls Pilates-Kurse an der Volkshochschule gibt.

Kontrollieren müssen die Teilnehmer während des Trainings Haltung und Bewegung. Ziel ist es, tiefliegende Muskeln an Wirbelsäule und Gelenken zu stabilisieren. Der Begriff Zentrierung steht für das "Powerhouse", was das Aktivieren der tiefen Bauch- und Beckenbodenmuskeln meint. "Jede Bewegung beginnt in der Körpermitte, also vom Zentrum aus, und wird so von innen nach außen weitergeleitet", sagt die Expertin.

Jede Übung so exakt wie möglich ausführen

Den Bewegungsfluss bei Pilates bestimmen rhythmische, weiche und elegante Bewegungen. Ein weiteres Prinzip ist die Präzision. Das bedeutet, dass die Qualität der Bewegung im Vordergrund steht. Ziel ist es, jede Übung so genau und exakt wie möglich mit einer Anzahl von Wiederholungen auszuführen. Bewegung und Atem als weiteres Prinzip sollen sich gegenseitig unterstützen.

"Wichtig ist, dass jeder dem eigenen Atemrhythmus folgt", betont die Diplom-Sozialpädagogin. Das siebte Pilates-Prinzip ist die Entspannung. Die äußere Muskulatur, die nicht für die Übung notwendig ist, soll losgelassen werden, um die innere Muskulatur, die für eine gute Haltung und innere Stabilität sorgt, aktivieren zu können.

Wichtig: Pilates unter Anleitung lernen

Damit die Übungen korrekt durchgeführt werden, ist die Anleitung durch einen gut ausgebildeten Trainer wichtig. Um dran zu bleiben und mehr zu lernen, bieten sich fortlaufende Kurse an. Bei Pilates gilt wie bei jedem anderen Sport auch: Ergebnisse können sich nur bei Regelmäßigkeit zeigen. Also zum Beispiel drei Einheiten pro Woche. Selbst ein Training von nur zehn Minuten ist besser als nichts.

Wer komplett neu mit Pilates beginnt, sollte – insbesondere falls er unter chronischen oder akuten Erkrankungen leidet – sicherheitshalber vorher seinen Arzt fragen, ob Pilates für ihn geeignet ist beziehungsweise ob er bestimmte Dinge beachten muss. Dies kann zum Beispiel bei Menschen mit Rücken- oder Bandscheibenproblemen und bei Schwangeren der Fall sein.



Bildnachweis: F1online/Photo Alto B

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