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Sodbrennen – Ursachen: Barrett-Ösophagus, Speiseröhrenkrebs

Der beständige Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre kann dort zu Gewebsschäden und krankhaften Veränderungen führen. Krebsvorstufen wie der Barrett-Ösophagus und bösartige Tumoren treten jedoch nicht besonders häufig auf


Rauchen schadet der Speiseröhre und erhöht die Krebsgefahr

Barrett-Ösophagus

Eine seltene, aber ernst zu nehmende Komplikation der Refluxkrankheit sind Zellveränderungen im unteren Bereich der Speiseröhre. Hierbei wuchert eine andere Gewebeart über zerstörte ursprüngliche Gewebeanteile. Diese Veränderungen stellen eine Krebsvorstufe dar, die die Entstehung von Geschwüren und Speiseröhrenkrebs begünstigen kann. Ein Barrett-Ösophagus kann sich vor allem bilden, wenn eine Refluxkrankheit schon länger besteht.

Symptome: Ein Barrett-Ösophagus bereitet im Allgemeinen keine Beschwerden. Sodbrennen mit saurem Aufstoßen sind vor allem Teil einer bestehenden Refluxerkrankung. Das gilt auch für Schluckbeschwerden und das Wiederhochkommen von Nahrung. Solche Symptome können aber auch auf eine Verengung hinweisen.


Diagnose: Zeigen sich bei der Speiseröhrenspiegelung gerötete und veränderte Stellen im unteren Bereich, können das erste Hinweise auf einen Barrett-Ösophagus sein. Hat der Arzt entsprechende Vermutungen, wird er im Rahmen einer Endoskopie Gewebeproben entnehmen (Biopsie). Bei verdächtigen Ergebnissen holt der Arzt eventuell eine Zweitmeinung ein.

Therapie: Die Behandlung erfolgt im Rahmen einer Refluxtherapie, je nach Beschwerden mit säurehemmenden Medikamenten wie Protonenpumpenhemmer (siehe Refluxkrankheit). Empfohlen werden engmaschige Kontrolluntersuchungen in Form einer Endoskopie, vor allem dann, wenn aus den Gewebeproben hervorgeht, dass eine Krebsvorstufe vorliegt. Je nachdem, wie ausgeprägt diese Krebsvorstufe ist, oder wenn die Veränderungen trotz angemessener Therapie fortbestehen, kann es auch notwendig werden, erkrankte Gewebeteile endoskopisch bzw. in einer minimal invasiven Operation zu entfernen.


Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom)

Tumoren in der Speiseröhre sind überwiegend bösartig und wachsen schnell. Dabei behindern sie zunehmend die Nahrungspassage durch die Speiseröhre, die sie dann ganz verschließen können. In Deutschland treten solche Krebsformen seltener auf. Besonders betroffen sind Männer zwischen 40 und 70 Jahren. Vor allem dem sogenannten Adenokarzinom, das sich im unteren Bereich der Speiseröhre aus Drüsengewebe entwickelt, geht häufig ein Barrett-Ösophagus (siehe oben) voraus. Alkoholmissbrauch, Rauchen und Giftstoffe erhöhen die Krebsgefahr, insbesondere für das Plattenepithelkarzinom, das sich aus Schleimhautzellen bildet und sich eher im unteren und mittleren, seltener im oberen Speiseröhrenabschnitt ausbreitet. Eine weitere Rolle können neben erblichen Faktoren auch Speiseröhrenverengungen oder ein krankhaft erschlaffter Schließmuskel (siehe unter Achalasie), Folgen einer Bestrahlungstherapie oder humane Papillomaviren spielen.

Symptome: Beschwerden zeigen sich häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium, wenn der Tumor sich spürbar in einem Teil der Speiseröhre ausgebreitet hat. Zunehmende Schluckbeschwerden und Rückfluss von Nahrungsteilen gehören zu den Hauptsymptomen. Sodbrennen, Schmerzen hinter dem Brustbein, fauliges Aufstoßen sowie Heiserkeit und Husten bis zur Atemnot kommen dazu. Die Kranken verlieren auch wegen der gestörten Nahrungsaufnahme an Gewicht.

Diagnose: Hat ein Patient Schluckbeschwerden, vor allem wenn er über 40 Jahre alt ist und/oder an einer Refluxkrankheit leidet, wird der Arzt eine Speiseröhrenspiegelung durchführen und bei Krebsverdacht Gewebeproben entnehmen (Biopsie). Die Untersuchungen unter dem Mikroskop geben auch Aufschluss über den Krebstyp. Es folgen Ultraschalluntersuchungen der Speiseröhre von innen (Endosonografie) und des Bauchraums von außen. Eine Computer- oder Magnetresonanztomografie können mehr über die Lage und Ausbreitung des Tumors zeigen. Metastasen in anderen Organen lassen sich bei Verdacht mit einer Positronenemissiontomografie (PET) bzw. einer Kombination aus PET und Computertomografie aufdecken.

Therapie: Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium des Tumors. Die Heilungschancen sind am größten, wenn der Tumor möglichst früh erkannt wird. Allerdings fallen diese Krebsarten meist erst spät durch Beschwerden auf. Früh entdeckte Karzinome lassen sich in spezialisierten Kliniken im Rahmen einer Endoskopie häufig gut entfernen, meist zusammen mit einem Teil der Speiseröhre. Oft nimmt der Chirurg dazu auch benachbarte Lymphknoten, die leicht vom Tumor befallen sein können, heraus. Ist der Tumor fortgeschritten, kommen weitere Behandlungsmaßnahmen im Rahmen einer Krebstherapie zum Einsatz wie Bestrahlungen, Chemotherapie oder unter besonderen Voraussetzungen eine sogenannte fotodynamische Therapie, bei der der Tumor mit einer bestimmten Lasertechnik zerstört wird. Verengte Stellen können über ein Kunststoff- oder Metallröhrchen (Stent) wieder durchgängig gemacht werden. Spezielle Prothesen können die Nahrungsaufnahme mitunter auch nach größeren operativen Eingriffen ermöglichen. Manchmal ist eine zusätzliche Ernährung über eine Magensonde notwendig.

Hier erfahren Sie Weiteres über Speiseröhrenkrebs.



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Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de; 30.09.2009, aktualisiert am 30.01.2012
Bildnachweis: Panthermedia/Robert Kneschke

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