Die Schweinegrippe zählt mit Sicherheit zu den meist besprochenen Themen des letzten Jahres. Maskentragende Asiaten, Pandemiepläne, Impfstoffpanik. Dank der verhältnismäßig wenigen Todesfälle flaute die Aufregung dann wieder ab.
Nun kommt das Thema durch mehrere neue Schweinegrippe-Tote in Deutschland wieder hoch. Kehrt die Schweinegrippe zurück? Müssen wir womöglich gar mit einer Infektionswelle rechnen? Susanne Glasmacher, die Pressesprecherin des Robert Koch-Instituts, beantwortet unsere Fragen.
Droht Deutschland 2011 eine Schweinegrippe-Welle?
Wie in jedem Winter werden wir auch dieses Jahr eine Grippewelle erleben. Da zur Zeit etwa drei Viertel der Influenza-Viren vom Typ H1N1 sind, also Schweinegrippeviren, werden sich – wenn der Anteil so bleiben sollte – die meisten Betroffenen auch mit diesem Typ infizieren. Mit wie vielen Grippekranken wir rechnen müssen, kann man zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht sagen.
Wie schützt man sich vor der Ansteckung?
Ganz einfach durch die saisonale Grippeschutz-Impfung. Der Impfstoff setzt sich wie immer aus drei Komponenten zusammen. H3N2, Influenza B und H1N1. Die H1N1-Komponente ist diesmal das Schweinegrippevirus.
Kann man die Schweinegrippe zweimal bekommen?
Eventuell. Es kommt darauf an, wie ausgeprägt der Krankheitsverlauf der ersten Runde war. Risikogruppenpatienten sollten sich auf jeden Fall impfen lassen. Auch wenn sie die Schweinegrippe bereits einmal überstanden haben.
Wer sollte sich denn impfen lassen?
Alte, chronisch Kranke aller Altersstufen, Schwangere und das Medizinpersonal. Junge Menschen, meist mit Vorerkrankungen, sind besonders gefährdet für einen schweren Verlauf. Den genauen Grund dafür kennt man noch nicht, aber diese von saisonalen Grippewellen abweichende Eigenart ist bei früheren Pandemien auch beobachtet worden.
Ist das Schweinegrippe-Virus seit dem letzten Jahr mutiert?
Unwesentlich. Der Impfstoff gegen die Schweinegrippe ist jedenfalls noch der gleiche wie 2010.
Könnte man dann nicht die riesigen Schweinegrippe-Impfstoff-Vorräte aufbrauchen?
Die eingelagerten Impfstoffe enthalten lediglich Bestandteile der H1N1-Viren. Der Schutz vor H3N2- und Influenza B-Viren fehlt. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut empfiehlt deshalb einen Impfstoff mit der aktuellen, von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Kombination. Da diese uns jetzt – im Gegensatz zum vergangenen Jahr – auch vor der Schweingrippe bewahrt.
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de;
18.01.2011
Bildnachweis: Fotolia/by studio/2011, Thinkstock/Hemera
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