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Krebs:
Wenn ein Tumor die Schwangerschaft bedroht

In vielen Fällen ist ein Karzinom kein Hindernis beim Kinderwunsch


Je später die Krankheit auftritt, desto bessere Chancen hat das Ungeborene

Es gibt Menschen, bei denen das Schicksal besonders hart zuschlägt. Bei Frauen zum Beispiel, die mit gleich zwei medizinischen Ereignissen konfrontiert werden. Zum einem mit etwas erfreulichem – eine Schwangerschaft. Zum anderem mit etwas oft lebensbedrohlichem – Krebs. Krebskrank und schwanger, das kommt tatsächlich vor. Zum Beispiel wenn Ärzte den Krebs erst während der Schwangerschaft entdecken. Oder wenn sich im Laufe der Erkrankung plötzlich Nachwuchs ankündigt. Beides sind überaus komplizierte Angelegenheiten. Doch auch, wenn Chancen und Risiken je nach Art und Stärke der Krankheit variieren, haben viele Frauen die Möglichkeit, auch mit dem Krebs ein Kind zu bekommen.

Es sind nicht viele Frauen, die während einer Schwangerschaft einen Tumor diagnostiziert bekommen. Die Berliner Charité geht von etwa 700 aus. In den kommenden Jahren dürfte diese Zahl steigen, weil viele Frauen sich immer später für ein Kind entscheiden. Je älter eine Frau ist, desto größer ist jedoch auch das Krebsrisiko.


Wenn Krebsdiagnose und Schwangerschaft aufeinander treffen, spielen viele Faktoren eine Rolle. Der Arzt muss von nun an sowohl auf die Mutter als auch auf das Ungeborene achten und die Behandlung entsprechend planen. Grundsätzlich gilt: "Die Gesundheit der Mutter hat im Allgemeinen Vorrang", erklärt Dr. Markus Kupka, Gynäkologe am Universitätsklinikum München-Innenstadt. So raten Ärzte einer Krebspatientin in bestimmten Fällen auch zum Abbruch der Schwangerschaft.

Zu solchen Fälle zählen zum Beispiel aggressive Leukämien (Blutkrebs). Auch sehr schnell wachsende Tumore verbieten meist eine Schwangerschaft, weil sie das Leben der Frau stark gefährden und die Schwangerschaft den Körper zu sehr schwächen würde. Eine Brustkrebs-Operation ist hingegen häufig auch bei einer Schwangeren möglich. Ein wichtiger Punkt ist das Alter der Ungeborenen. Bei einem zwölf Wochen alter Fötus raten die Ärzte häufig zur Abtreibung. "In der 30. Woche ist eine vorzeitige Entbindung jedoch in der Regel kein großes Problem und die Mutter kann anschließend behandelt werden", meint Kupka.

 


Ob die Frau das Kind austragen kann, hängt entscheidend von ihrer Krebstherapie ab. Denn nur selten gefährdet die Erkrankung das Kind. Vielmehr stellt manchmal die Behandlung des Krebs eine Gefahr dar. Aber nicht immer ist das der Fall. So ist eine Bestrahlung des oberen Körpers auch dann möglich, wenn eine Frau schwanger ist. Bei einem Eierstockkrebs verbietet sich jedoch die Radiotherapie.

Da die Gesundheit der Mutter immer im Vordergrund steht, muss auch die Therapie die bestmögliche sein. Oft beinhaltet die Behandlung eine Chemotherapie. Diese wirkt sich auf das Ungeborene aus. "Die Wahl der richtigen Behandlung entscheidet sowohl über die Gesundheit der Mutter, wie auch über die des Kindes. Es ist jedoch immer eine individuelle Entscheidung, zu der Ärzte und Patientin kommen müssen", rät Kupka. Zu viele Faktoren spielten in diese Entscheidung mit ein, als das es vorgeschriebene Regeln geben könne.

Die Situation, in der sich Frauen und deren Partner befinden, wenn Schwangerschaft und Krebsdiagnose aufeinander treffen, ist auch psychisch nicht einfach. Deshalb bieten viele Kliniken spezielle Beratungen an. Vor einer Schwangerschaft ist auch die kompetente Beratung durch Ärzte und Psychologen wichtig, um zu lernen, dass die Familienplanung mit Krebs nicht unmöglich ist.

 



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Julia Lüneburg / www.apotheken-umschau.de; 25.03.2009, aktualisiert am 17.02.2011
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Liquid Library

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