Drucken

Unterleibsschmerzen – Ursachen: Frauenleiden

Hinter Unterbauchschmerzen verbergen sich oft Erkrankungen an Eileitern, Eierstöcken und Gebärmutter. Zu weiteren Ursachen gehören Zysten, Myome, eine Endometriose oder Krebsleiden


Unterbauchschmerzen bei der Frau: Ob es an den inneren Genitalorganen liegt, überprüft der Gynäkologe

Entzündungen der Gebärmutter: Ausfluss, Blutungen, Unterleibsschmerzen

Infektionen der Gebärmutterschleimhaut sind eher selten. Meistens handelt es sich um aufsteigende Infektionen. Das bedeutet, dass eine Scheidenentzündung vorausgeht. Deren Erreger können über den Gebärmutterhals bis in die Gebärmutter vordringen. Normalerweise wehrt die Gebärmutter solche Keime jedoch über bestimmte Schutzmechanismen ab. Diese können allerdings während der Regelblutung, bei einer Geburt, durch operative Eingriffe oder selten nach Einlage einer Spirale durchlässig werden. Häufig verläuft eine Gebärmutterentzündung fast unbemerkt, zu Beschwerden kommt es erst, wenn die Entzündung auf Eileiter und Eierstöcke übergegangen ist.

Symptome: Wichtige Anzeichen sind vor allem Blutungen außerhalb der Regel oder unregelmäßige Monatsblutungen, Ausfluss und Schmerzen im Unterbauch. Die Gebärmutter reagiert manchmal schmerzhaft auf Druck. Unterleibsschmerzen und möglicherweise Fieber treten vor allem auf, wenn die Entzündung die Muskelschicht der Gebärmutter erfasst hat beziehungsweise auf die Eileiter übergegangen ist.


Diagnose und Therapie: Der Frauenarzt erkennt oft Entzündungszeichen am Ende des Gebärmutterhalses, auf Druck reagiert die Gebärmutter mit deutlichen Schmerzen. Wichtige Hinweise liefert die Krankengeschichte der Patientin. Es folgen Laboruntersuchungen von Vaginal- und Gebärmutterhalssekret, eventuell auch von Gewebeproben, um bösartige Veränderungen auszuschließen. Blutanalysen können erhöhte Entzündungswerte anzeigen. Meist begutachtet der Arzt Geschlechtsorgane und unteren Bauchraum mit Ultraschall.

Für die Therapie sind in der Regel Antibiotika angezeigt. Schwerwiegende Entzündungen erfordern möglicherweise eine Behandlung im Krankenhaus. Gegebenenfalls entfernt der Arzt entzündliche Gewebeveränderungen. Manchmal, etwa bei Erkrankung in den Wechseljahren, kann auch eine kurzfristige Hormontherapie die Heilung unterstützen. Spricht die Entzündung bei Frauen, die mit einer Spirale verhüten, nicht auf die Therapie an, wird der Arzt die Spirale entfernen.

Mehr Informationen finden Sie im Ratgeber "Gebärmutterentzündung (Endometritis)".

Entzündungen an Eileitern und Eierstöcken: Heftige, akute Schmerzen im Unterbauch

Eine akute Eileiter- und Eierstockentzündung (Adnexitis) ist eine sehr ernste Erkrankung. Sie entwickelt sich häufig infolge einer aufsteigenden Infektion von der Scheide über die Gebärmutter. Verursacher sind in erster Linie Bakterien wie zum Beispiel Chlamydien, Gonokkoken (Erreger der Gonorrhö) oder Mykoplasmen. Mitunter können auch Entzündungen an benachbarten Organen, etwa ein entzündeter Blinddarm oder eine Divertikelentzündung des Darms, Eierstöcke und Eileiter mit einbeziehen. Eine Infektion über die Blutbahn ist sehr selten. Betroffen sind vor allem jüngere, sexuell aktive Frauen.

Wenn die Infektion den gesamten Bauchraum erfasst, ist sie lebensbedrohlich. Es können sich Abszesse an den Eierstöcken und an anderen Organen im Becken bilden. Manchmal verläuft die Infektion ohne deutliche Krankheitszeichen und heilt von selbst aus. Sie kann jedoch auch zu Unfruchtbarkeit führen und die Gefahr von Eileiterschwangerschaften erhöhen. Auch nach einer Behandlung können chronische Beschwerden durch Verwachsungen und Verklebungen zurückbleiben. Auf internationaler Ebene ist inzwischen der Begriff pelvic inflammatory disease (PID) für eine übergreifende Entzündung der Geschlechtsorgane im Becken gebräuchlich.

Symptome: Akut treten heftige Schmerzen im ganzen unteren Bauchbereich auf. Dazu kommen oft hohes Fieber, in Schüben oder dauerhaft, und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Die Bauchdecke ist meist druckempfindlich und gespannt. Zwischenblutungen und Kreuzschmerzen sind ebenfalls möglich. Vorher hatten die erkrankten Frauen oft unangenehm riechenden, eitrigen Ausfluss aufgrund der Scheidenentzündung, ebenso Brennen und Jucken sowie Probleme beim Wasserlassen. Manchmal sind die Symptome jedoch auch nur schwach ausgeprägt oder fehlen ganz, insbesondere bei einer Chlamydieninfektion.

Chronische Unterleibsschmerzen können als Folge bestehen bleiben. Dazu kommen nicht selten Kreuzschmerzen, erhöhte Empfindlichkeit beim Geschlechtsverkehr, Ausfluss, gestörte Regelblutungen.

Mehr zu den Ursachen und Auswirkungen sowie zu Diagnose und Therapie erfahren Sie im Ratgeber "Eileiterentzündung und Eierstockentzündung (Adnexitis)".

Unterleibsschmerzen bei Polypen, Zysten und Myomen an den inneren Geschlechtsorganen

– Polypen am Gebärmutterhals, in der Gebärmutter

Gebärmutterpolypen sind mehrheitlich gutartige Geschwülste. Sie heißen auch Korpuspolypen oder Endometriumpolypen, da sie von der inneren Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ausgehen. Liegen sie im Gebärmutterhals, sprechen Mediziner von Zervixpolypen. Das ist die häufigste Form. Die Gebilde treten meist in den Wechseljahren auf, kommen aber auch bei jüngeren Frauen vor. Ursächlich scheint ein Ungleichgewicht der weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene, Gestagene) eine Rolle zu spielen. Auch Entzündungen in der Gebärmutter oder am Gebärmutterhals können beteiligt sein.

Polypen sind unterschiedlich groß –  von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern – und unterschiedlich geformt. Manche besitzen einen Stiel. Einige sind mit kleinen Flüssigkeitskammern versehen (Zysten). Polypen können einzeln oder in größerer Zahl (Polyposis uteri) vorkommen.

Zu möglichen Problemen gehören Blutungsstörungen. Sehr selten stellen Polypen eine Krebsvorstufe oder eine Krebsgeschwulst dar. Besitzen sie einen Stiel, kann mitunter eine äußerst schmerzhafte Stieldrehung auftreten (siehe nachfolgend). Bei einer Fruchtbarkeitsbehandlung (IvF-Therapie) erhöhen Gebärmutterpolypen das Fehlgeburtsrisiko und sollten zuvor entfernt werden. Teilweise kehrt dadurch bereits die Fruchtbarkeit zurück.

Symptome: Viele Polypen sind symptomlos. Befinden sie sich im Gebärmutterhals, lösen sie aber häufiger Blutungsstörungen aus. Das können verstärkte Regelblutungen, die häufig zu Unterleibsschmerzen führen, sowie Blutungen außerhalb der Regel oder in der Menopause sein. Mögliche Symptome sind außerdem: Ausfluss, je nach Lage auch Fremdkörpergefühl oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Falls ein Polyp den Gebärmuttermund verlegt, kann es zu Fruchtbarkeitsstörungen kommen.

Wehenähnliche Schmerzen (außerhalb der Schwangerschaft) können auf Stieldrehung eines Polypen in der Gebärmutter hinweisen.

Diagnose und Therapie: Gehen Sie bei unklaren oder starken Unterleibsschmerzen und/oder weiteren auffälligen Beschwerden umgehend zum Arzt beziehungsweise Frauenarzt. Polypen am Gebärmutterhals erkennt der Fachmediziner meist direkt bei der gynäkologischen Untersuchung, Polypen in der Gebärmutter mittels vaginaler Ultraschalluntersuchung (Sonografie). Der Arzt wird Polypen von Myomen (siehe unten) abgrenzen. Weiteren Aufschluss gibt bei Bedarf eine Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung).

Die Therapie richtet sich nach Polypengröße, Beschwerdebild und dem individuellen Befund. Bei kleinen, beschwerdelosen Polypen können regelmäßige ärztliche Kontrollen genügen. Mitunter bildet sich ein Polyp sogar von selbst zurück. In der Schwangerschaft werden Polypen ebenfalls belassen. Ansonsten raten Ärzte wegen möglicher Entartungsgefahr sicherheitshalber dazu, einen Polypen zu entfernen. Dies erfolgt durch Ausschabung (Kürettage) in Vollnarkose. Das entnommene Gewebe kontrolliert ein Pathologe unter dem Mikroskop. Wenn Zweifel an der Gutartigkeit bestehen oder wenn verändertes Gewebe in der Gebärmutter zurückgeblieben ist, was eine Kontrollspiegelung aufzeigt, empfehlen Ärzte meist, das Organ komplett herauszunehmen.

! Bei Verdacht auf Stieldrehung ist eine sofortige Klinikeinweisung notwendig.

– Eierstockzysten

Eierstockzysten sind keine Seltenheit. Zysten entsprechen flüssigkeitsgefüllten Hohlräumen in Geweben. Ärzte unterscheiden bei Eierstockzysten unterschiedliche Typen und Ursachen. Häufig bilden Zysten sich unter Einfluss von Geschlechtshormonen und sind an den hormonellen Zyklus gebunden (unter anderem Follikel- und Gelbkörperzysten). Mitunter spielen auch andere Hormone eine Rolle. Einige Zysten sind angeboren. Manche Zysten bilden selbst Hormone und führen dann zu Dauerblutungen.

Ein eigenes Krankheitsbild stellt das sogenannte Polyzystische Ovarialsyndrom dar (PCOS). Bei der Endometriose (siehe unten) treten bluthaltige Zysten auf (wegen ihrer Farbe Schokoladenzysten genannt). Zysten können mitunter sehr groß werden.

Häufig bereiten Eierstockzysten keine Beschwerden, sind klein und bilden sich wieder spontan zurück. Das heißt auch: Sie sind meist ein Zufallsbefund und gutartig. Einmal entdeckt, kontrolliert der Arzt eine Zyste jedoch sorgfältig, um eine mögliche, wenn auch seltene Entartung nicht zu übersehen. Im Zweifelsfall lässt er sie laparoskopisch genauer untersuchen. Weiterführende Analysen können insbesondere bei Frauen nach den Wechseljahren häufiger angezeigt sein.

Symptome: Falls sich eine Zyste vergrößert, kann sie vielfältige Beschwerden bereiten, etwa diffuse Unterbauchbeschwerden, Rückenschmerzen, Völlegefühl, Verstopfung, Probleme beim Sex.

! Kolikartige Bauchschmerzen signalisieren womöglich eine akute Komplikation: eine Verdrehung (Torsion) oder Einblutung / Aufplatzen (Ruptur).

Eierstock(zysten-)Torsion: Die Verdrehung eines Eierstocks um seine Achse wird Torsion genannt. Häufig liegt eine Eierstockzyste zugrunde. Hat eine Zyste ein bestimmtes Volumen und einen Stiel, kann es eher zu einer Torsion kommen. Man spricht dann auch von Stieldrehung. Sehr große Zysten drehen sich dagegen kaum, da sie meist im Unterbauch festsitzen. Bei der Torsion können leicht Blutgefäße abgeschnürt und die Blutzufuhr kann behindert oder unterbrochen werden, in der Folge Gewebe zugrunde gehen. Das ist jeweils mit hoch akuten Schmerzen verbunden, kommt jedoch nur in etwa drei Prozent aller gynäkologischen Notfälle vor. Mögliche, aber nicht immer zutreffende Auslöser einer akuten Torsion können plötzliche, ruckartige Körperbewegungen oder sportliche Aktivität sein.

Symptome: Leitsymptom bei kompletter akuter Eierstock(zysten-)torsion ist ein akuter, einseitiger Unterbauchschmerz mit Übelkeit und Brechreiz ("akuter Bauch").

Ist die Torsion nicht vollständig, sind die Beschwerden oft geringer ausgeprägt. Manchmal besteht dann ein anhaltender, zunächst leichterer Schmerz, der aber langsam zunimmt. Fieber tritt erst später auf und zeigt einen komplizierten Verlauf mit stärkerer Gewebeschädigung an.

Diagnose, Therapie: Bei akuten Beschwerden sollte eine Frau sofort den Frauenarzt oder eine Klinik aufsuchen. Mit rascher operativer beziehungsweise laparoskopischer Entdrehung (Retorquierung) kann das Eierstockgewebe gerettet werden. Daher sind in jedem Fall eine umgehende Klinikeinweisung und eine klinisch-apparative Untersuchung notwendig, um die Diagnose zu stellen und die Therapie einzuleiten. Zu den wesentlichen Maßnahmen gehören körperliche Untersuchung, Ultraschall, Dopplersonografie der Eierstockgefäße sowie Blutwerte. 

Auch bei mäßigen, aber doch auffälligen Unterleibsschmerzen sollte eine Frau lieber einmal zu viel als zu wenig einen Arzt hinzuziehen. 

Zysteneinblutung und Ruptur (Platzen): Dass Eierstockzysten einreißen, geschieht nicht oft und ist dann meist harmlos, etwa bei kleinen sogenannten funktionellen Zysten (Follikel- oder Gelbkörperzysten). Gelbkörperzysten zum Beispiel bilden sich meist ab Zyklusmitte, etwa zwei bis drei Wochen nach der letzten Menstruation. Mitunter kann eine solche Zyste aufgrund einer Einblutung jedoch sehr groß werden, platzen und zu gefährlichen Blutungen in den Bauchraum führen.

Symptome: Platzt eine große Zyste mit Einblutungen, geht das mit starken, ebenfalls meist einseitigen Schmerzen im Unterbauch und je nach Blutverlust mit Kreislaufschwäche bis zum Schock einher.

Diagnose und Therapie: Aufgrund der Symptome ist auch hier eine notfallmäßige Klinikaufnahme unerlässlich. Die weitere Therapie richtet sich nach der Diagnose (siehe  oben: Eierstock(zysten-)torsion) und den Befunden. Sie kann konservativ mit Medikamenten sowie operativ erfolgen.

– Myome in der Gebärmutter

Frauen über 30 sind häufiger davon betroffen. Myome können sich an verschiedenen Stellen in der Gebärmutter oder an ihrer Außenwand entwickeln, unterschiedlich groß werden und sich entsprechend ausdehnen. Die weiblichen Geschlechtshormone, besonders die Östrogene, beeinflussen die Myombildung wesentlich.

Stieldrehung kommen auch bei Myomen vor. Manchmal kann der Stiel abreißen. Mit solchen Komplikationen geht die Gefahr einher, dass Gewebe abstirbt, wenn die Blutversorgung behindert wird.

Symptome: Blutungsstörungen gehören zu den wichtigsten Symptomen. Wehenartige, ziehende oder dumpfe Schmerzen im Unterbauch können zusätzlich auftreten, ebenso Kreuzschmerzen, Probleme beim Wasserlassen und beim Stuhlgang, Verstopfung oder Durchblutungsstörungen in den Beinen. Manche Myome bereiten allerdings auch keine Beschwerden.

! Heftige, akute Unterleibsschmerzen sind mögliche Warnzeichen für eine Stieldrehung oder eine andere Komplikation.

Ausführlich zu Ursachen, Diagnose und Therapien informiert der Ratgeber "Myome".

Endometriose: Starke Regelschmerzen, ständige Schmerzen im Unterbauch

Diese Erkrankung betrifft in erster Linie Frauen im gebärfähigen Alter. Aus noch nicht endgültig geklärten Gründen sammelt sich Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) auch außerhalb der Gebärmutter. Es setzt sich dann entsprechendes Gewebe außen an der Gebärmutterwand, an Eileitern und Eierstöcken sowie an anderen Stellen im Becken an, mitunter sogar an weiter entfernten Organen. Da das Schleimhautgewebe sich auch an fremden Orten unter dem Einfluss der Geschlechtshormone auf- und abbaut, entstehen Blutansammlungen, Zysten und Entzündungen. In der Folge können zum Beispiel Teile von Eierstöcken und Eileitern verkleben und vernarben, was oft zu Unfruchtbarkeit führt.

Symptome: Starke chronische Schmerzen im Unterbauch, ungewöhnlich heftige Regelschmerzen und Zwischenblutungen sind Warnzeichen. Probleme beim Wasserlassen, blutiger Stuhlgang, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Rückenschmerzen können je nach Ausbreitung der Gewebeherde dazukommen. Es gibt jedoch auch Verläufe ohne deutliche Krankheitszeichen. Ein wichtiger Hinweis ist es dann häufig, wenn eine Frau nicht schwanger werden kann.

Lesen Sie Weiteres zu Ursachen, Diagnose und Therapiemöglichkeiten im Ratgeber "Endometriose".

Eileiterschwangerschaft: Schmierblutungen und Unterleibsschmerzen nach Ausbleiben der Regel

Unerkannt kann eine Eileiterschwangerschaft lebensbedrohliche Folgen haben. Die befruchtete Eizelle nistet sich dabei nicht erst in der Gebärmutter ein, sondern aus unterschiedlichen Gründen schon im Eileiter, etwa weil Verwachsungen ihr den weiteren Weg durch den Eileiter versperren. Möglich sind auch andere Stellen der fehlerhaften Ansiedelung, zum Beispiel im Eierstock oder in der Bauchhöhle. Oft entwickelt sich ein solcher Zellverband nicht weiter, die Schwangerschaft bricht unbemerkt ab.

Wird der frühe Embryo jedoch größer oder liegt an einer ungünstigen Stelle, besteht die Gefahr, dass er durchbricht. Dann kann zu gefährlichen Blutungen und in der Folge zu einem Kreislaufschock kommen.

Symptome: Kennzeichnend sind häufig einseitige, stärker werdende Unterleibsschmerzen sowie oft auch Schmierblutungen, nachdem die Periode ausgeblieben war. Auch Spannen oder Schmerzen der Brüste lenken den Verdacht auf eine Schwangerschaft.

Ein Eileiterdurchbruch kann sich durch plötzliche, heftige Unterleibsschmerzen äußern. Es kann sich ein akuter Bauch entwickeln. Dabei ist die Bauchdecke extrem angespannt und druckschmerzempfindlich. Anzeichen für einen (Blutungs-)Schock sind Blässe, kalte Schweißausbrüche, Übelkeit, Herzrasen. Hier ist umgehend der Notarzt zu rufen.

Diagnose und Therapie: Die Symptome und die Krankengeschichte geben dem Frauenarzt wesentliche Hinweise. Der Arzt wird zunächst durch gezielte Untersuchungen eine Blinddarmentzündung ausschließen. Ein Schwangerschaftstest, der meist positiv ist, und eine Ultraschalluntersuchung helfen, die Diagnose zu sichern. Wenn der Arzt die Eileiterschwangerschaft frühzeitig entdeckt, kann er sie mit Medikamenten oder, je nach Stadium, mit einem (minimal invasiven) chirurgischen Eingriff behandeln.

Krebserkrankung der inneren Geschlechtsorgane: Blutungen, später Unterbauchschmerzen

Bösartige Veränderungen an Gebärmutterhals, Gebärmutter und Eierstöcken haben als häufigste Symptome außergewöhnliche Blutungen. Unterleibsschmerzen treten oft erst in einem späteren Stadium auf, wenn der Tumor mehr Raum beansprucht oder durchbricht.

– Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Hauptverantwortlich für diese Krebserkrankung ist eine Infektion mit humanen Papilloma-Viren. Sie nisten sich nach einer Erstinfektion ein, können über Jahre unbemerkt aktiv bleiben und zu Zellveränderungen führen. Bestimmte Risikofaktoren fördern mitunter eine solche negative Entwicklung. Wichtig sind unter anderen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, da frühe Symptome häufig fehlen.

Symptome: Erste Beschwerden, vor allem stark riechender, eher wässriger, mitunter blutiger Ausfluss und Blutungen außerhalb der Regel, zeigen sich häufig erst, wenn das Karzinom sich schon weiter entwickelt hat. Breitet sich der Tumor in den Beckenraum aus, drückt er auf Blutgefäße und Nerven, kommt es zu Schwellungen in den Beinen und oft heftigen Schmerzen im Unterbauch.

Eingehende Informationen zu Ursachen, Diagnose, Therapie und Vorsorge liefert der Ratgeber "Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)".

– Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom)

An Gebärmutterkrebs erkranken in der Mehrzahl Frauen nach den Wechseljahren. Zu den Risikofaktoren gehören neben dem Alter, Übergewicht, Kinderlosigkeit, Diabetes und ein langjähriger Östrogeneinfluss.

Symptome: Vorherrschendes Symptom sind Blutungen nach der Menopause beziehungsweise Blutungen außerhalb der Regel oder Blutungsstörungen. Ein blutiger Ausfluss, Unterleibsschmerzen, Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr, ungewollte Gewichtsabnahme sind weitere Anzeichen, vor allem in einem schon fortgeschritteneren Stadium. Hartnäckige Scheideninfektionen können ein zusätzlicher Hinweis sein.

Ausführlichere Informationen zu Ursachen, Risikofaktoren, Diagnose und Therapiemöglichkeiten finden Sie im Ratgeber "Gebärmutterkörperkrebs (Gebärmutterkrebs, Endometriumkarzinom)".

– Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)

Bösartige Tumoren an den Eierstöcken kommen ebenfalls häufiger bei Frauen in der zweiten Lebenshälfte zwischen 50 und 70 Jahren vor. Sie bereiten oft lange Zeit keine Beschwerden. Deshalb sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig.

Symptome: Erst wenn das Karzinom sehr viel größer geworden ist und mehr Raum, oft über das kleine Becken hinaus, beansprucht, wird der Bauch manchmal deutlich größer oder es zeigen sich Ausbuchtungen an einer Stelle. Unterleibsschmerzen, oft zusammen mit Kreuzschmerzen, treten vor allem dann auf, wenn der wachsende Tumor auf Hindernisse stößt, die ihn einengen, oder wenn er durchbricht. Auch eine Stieldrehung ist möglich.

Der Krebs dringt häufig in andere Organe vor und bildet schon früh Metastasen. Entsprechend äußern sich die Beschwerden in Oberbauchschmerzen, Verdauungsproblemen und Blähungen. Weitere mögliche Anzeichen sind Blutungen außerhalb der Regel oder nach der Menopause, plötzliches Krankheitsgefühl, Gewichtsverlust.

Mehr zu Ursachen, Diagnose und Therapien erfahren Sie im Ratgeber "Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)".

Weitere Frauenkrankheiten als Ursachen für Schmerzen im Unterleib

– Veränderungen an den Geschlechtsorganen

Fehlbildungen der Geschlechtsorgane können Unterleibsschmerzen sowie Probleme beim Geschlechtsverkehr hervorrufen. Das gilt auch für Verengungen der Scheide. Lageveränderungen der Gebärmutter bereiten manchmal, aber nicht immer Schmerzen.

Scheiden- und Gebärmuttersenkungen nehmen die betroffenen Frauen oft als unangenehmen Druck am Scheidenausgang wahr. Dazu kommen häufig Kreuzschmerzen, Blasenschwäche, Stuhlunregelmäßigkeiten, zum Beispiel Verstopfung und eventuell Schmierblutungen.

– Venenprobleme

Vor allem Schwangere haben verstärkt mit Krampfadern zu tun. Das aufgelockerte Gewebe und die weitgestellten Gefäße begünstigen einen Blutstau in den unteren Körperbereichen. Nicht nur in den Beinen können Krampfadern (Varizen) entstehen, sondern auch im Beckenbereich. Infrage kommt diese Veränderung in erster Linie bei Frauen, die mehrfach entbunden haben und unter chronischen Beschwerden im unteren Beckenbereich und in den Beinen leiden.

Symptome: Hauptsächlich stören die Betroffenen ein Schweregefühl und Schmerzen bei langem Sitzen und Stehen. Darüber hinaus sind auch Beschwerden beim Wasserlassen (Dysurie) und beim Geschlechtsverkehr möglich. Jedoch stehen die Symptome an den Beinen meistens im Vordergrund.

In einer Beckenvene kann sich auch eine Thrombose entwickeln und eventuell zu Schmerzen im Beckenbereich und Beinschwellungen führen (siehe auch Kapitel "Weitere Ursachen").




Bildnachweis: Thinkstock/Hemera
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6
  7. 7

Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 20.10.2014,
Bildnachweis: Thinkstock/Hemera

Arzt bewerten und so 1 Euro spenden

Helfen Sie anderen, einen guten Arzt zu finden. Für jede Arztbewertung spendet die Weisse Liste 1 Euro an die Stiftung "Humor hilft heilen" »

Jetzt mitmachen »

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Bitte beachten Sie!

Dieses Informationsangebot ersetzt keinen Arztbesuch. Bei unklaren Beschwerden sollten Sie stets Ihren Arzt konsultieren. Lesen Sie hier mehr dazu »

Symptome-Finder

Hintergrund

Gebärmutter: Heimstatt des Lebens

Dieses weibliche Geschlechtsorgan spielt eine bedeutende Rolle »

Eierstock: Der Ort, an dem Eizellen heranwachsen

Mehr zu Funktionen und möglichen Erkrankungen »

Die Blase – Sammelbecken für den Harn

Was die Blase leistet, wann sie Probleme bereiten kann »

Der Darm – unser Verdauungsorgan

Hier finden Sie Informationen zu Verdauungsproblemen und Darmerkrankungen »

Video-Tipp

Atemtherapie: Heilsam entspannen

Wieder natürlich und tief atmen – so bauen Sie Stress ab  »

Progressive Muskelentspannung

Grundübungen: Sich immer wieder zwischendurch schnell erholen »

Mit Yoga gelassen durch den Tag

Yoga-Übungen am Morgen bringen Ihnen neue Energien und Ausgeglichenheit »

Alle Symptome von A bis Z

Suchen Sie hier nach Symptomen und ihren Ursachen alphabetisch von A bis Z. Beachten Sie bitte auch den Hinweis rechts  »

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages