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Gesichtsschmerzen:
Anhaltender idiopathischer Gesichtsschmerz

Schmerzen im Gesicht können sich zu chronischen Beschwerden ohne erkennbare Ursache entwickeln


Dauerschmerzen im Gesicht: Häufig bohrt der Schmerz auf einer Seite

Anhaltender idiopathischer (atypischer) Gesichtsschmerz

Schmerzquelle: Nach neuesten Einteilungen bezeichnen Fachmediziner diesen Dauerschmerz ohne erkennbare Krankheitsursache als anhaltend idiopathisch, früher hieß er atypischer Gesichtsschmerz. Er kann die Folge einer schon ausgeheilten Verletzung im Gesicht, an Zähnen oder Kiefer oder einer überstandenen Operation sein. Konkrete Schäden in diesen Bereichen sind jedoch nicht mehr nachzuweisen. Ganz selten kann er als Teil einer Nervenstörung wie einer Polyneuropathie im Rahmen der Alkoholkrankheit oder der Zuckerkrankheit (Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2) auftreten. Das Leiden kann sich wie andere chronische Schmerzerkrankungen auf die Psyche auswirken.
Wichtig:
Bei Neuropathien kommt es, im Unterschied zu Neuralgien, oft auch zu Sensibilitätsstörungen, etwa Taubheitsgefühl und Kribbeln.

Symptome: Die Schmerzen bestehen meistens dauerhaft am Tage in gleichbleibender oder wechselnder Stärke. Nachts beim Schlafen haben die Betroffenen keine oder kaum Beschwerden. Sie beschreiben die Schmerzen als tief sitzend, dumpf, bohrend, brennend oder pulsierend. Die anhaltenden Gesichtsschmerzen beginnen vor allem auf einer Gesichtshälfte im Bereich des Oberkiefers um Mund, Nase, Augen und Schläfe, können sich aber auch auf das Kinn und weitere Bereiche bis zum Nacken ausbreiten, die Seiten wechseln oder beide erfassen. Typischerweise gibt es keine einschießenden Schmerzattacken und auch keine auslösenden Faktoren, Trigger, wie bei der Trigeminusneuralgie. Gefühlsstörungen gehören ebenfalls nicht zum Krankheitsbild. Allerdings können Einflüsse wie Kälte oder Stress die Schmerzen verstärken, und einige Patienten berichten zum Beispiel von Taubheits- oder Wärmeempfindungen (siehe auch Trigeminusneuralgie).


Diagnose: Hier geht es in erster Linie darum, andere Schmerzformen auszuschließen. Dazu hilft eine möglichst genaue Beschreibung des Beschwerdebildes. Mit Röntgenaufnahmen des Gesichts und des Kiefers sowie gegebenenfalls Computer- oder Kernspintomographie können Neurologen, HNO-Ärzte oder Zahnärzte feststellen, ob (bislang unerkannte) Verletzungen, Infektionen, Tumoren, Gefäßstörungen in diesen Regionen vorliegen oder nicht. Ebenso kann eine Untersuchung beim Augenarzt angezeigt sein, um etwa ein akutes Glaukom oder andere Augenprobleme auszuschließen. Zu der langen Liste der Erkrankungen, die ähnliche Symptome im Gesicht auslösen können, gehören weitere Formen von Nervenschmerzen oder auch ein Herpes zoster (in diesem Fall als Trigeminusneuropathie).

Therapie: Häufig haben die Betroffenen schon viele Therapieversuche und teilweise unnötige Eingriffe, etwa an Zähnen und Kiefer, hinter sich. Wenn die Diagnose anhaltender idiopathischer Gesichtsschmerz ohne erkennbare organische Ursache feststeht, raten Fachärzte zu einer individuell ausgerichteten Behandlung. Sogenannte trizyklische Antidepressiva können nicht nur stimmungsaufhellend wirken, sondern auch schmerzlindernd. Manche Patienten sprechen auch auf andere Antidepressiva oder krampflösende Mittel (Antiepileptika) an. Eine elektrische Nervenstimulation über die Haut (TENS = transkutane elektrische Nervenstimulation, mehr dazu im Kapitel "Fehlfunktionen im Zahn- und Kieferbereich") kann mitunter ebenfalls Erleichterung bringen. Neurologen empfehlen zudem Verhaltenstherapien, die den Betroffenen helfen, besser mit den Schmerzen umzugehen sowie Spannungen und Ängste abzubauen.



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Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de; 24.03.2009, aktualisiert am 15.09.2011
Bildnachweis: Ingram/ RYF

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