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Chronischer Schulterschmerz, steife Schulter
Ursachen: Verletzungsfolgen

Verletzungen leiten sich in der Regel aus dem Hergang ab. Hier geht es um Instabilität nach Verrenkung, Folgen der Schultereckgelenksprengung und das Falschgelenk


Wintersport: schön, aber verletzungsträchtig. Das gilt gerade auch für die Schulter

Instabilität nach Verrenkung

Bei keinem Gelenk kommt es so häufig zu einer Verrenkung (Luxation) wie im Hauptgelenk an der Schulter. Dies liegt an seiner speziellen Bauweise: Ein fast kugelrunder Gelenkkopf trifft auf eine kleine und vor allem flache Gelenkpfanne (die Mulde, in der er liegt). Zur Verrenkung kann es zum Beispiel beim Sturz auf den gestreckten Arm kommen. Dabei springt der Oberarmkopf aus der Gelenkpfanne. Junge, sportlich aktive Menschen haben nach einer erstmaligen Verrenkung ein relativ hohes Wiederholungsrisiko für weitere Vorfälle dieser Art. Begleitende Abrissverletzungen am Knorpel- oder Knochenrand der Gelenkpfanne können zur ständigen Instabilität der Schulter führen, falls die Verletzung nicht richtig ausheilt beziehungsweise nicht ausreichend behandelt wird. Auch der Höcker am Oberarmkopf, eine wichtige Sehnenansatzstelle, kann abreißen. Verletzungen von Nerven oder Gefäßen sind ebenfalls möglich.

Verrenkungen treten auch gewohnheitsmäßig bei Formabweichungen des Gelenks auf, zum Beispiel bei zu weiter Gelenkkapsel oder zu kleiner Gelenkpfanne.

Symptome: Eine Auskugelung führt zur schmerzhaften Schonhaltung des Armes entsprechend dem Verrenkungstyp. Zum Beispiel kann der Arm angewinkelt und eng am Körper gehalten werden. Die passive Bewegung ist schmerzhaft. Bei begleitender Bänderzerrung, eventuell auch einem Bluterguss, kann die Schulter angeschwollen sein. Ist ein Nerv verletzt worden, tritt ein Verlust des Berührungsempfindens (Sensibilität) an der Schulter auf, eventuell auch eine Muskellähmung. Besonders als Folge einer  Begleitverletzung an der Gelenkpfanne kommt es beim Heben und Drehen des Armes nach außen oft erneut zur Verrenkung. Gewohnheitsmäßige Verrenkungen sind nicht schmerzhaft.


Diagnose: Der Arzt kann eine Ausrenkung anhand der Armhaltung, der Schilderung des Verletzungereignisses und durch einen Funktionstest feststellen; dabei kann er auch das Verrutschen des Oberarmkopfes erfühlen und sehen (Delle). Im Röntgenbild stellt sich die leere Gelenkpfanne dar. Die Prüfung der Durchblutung, Sensibilität und Muskelfunktion ist (nicht nur) bei jeder Armverletzung ein eisernes Gesetz.

Therapie: Einrenkung in örtlicher Betäubung oder Narkose, gegebenenfalls operative Stabilisierung (arthroskopisch im Rahmen einer Gelenkspiegelung oder als offene Operation) und Versorgung weiterer Begleitverletzungen. Auch eine anlagebedingt verrenkungsfreudige Schulter behandeln Ärzte operativ.
Das eingerenkte Schultergelenk wird vorübergehend durch einen Verband ruhiggestellt. Dem schließt sich eine krankengymnastische Nachbehandlung an. Sie ist besonders bei der operativen Behandlung sehr wichtig, um wieder die volle Funktionsfähigkeit der Schulter zu erlangen und eventuell auch wieder sportlich aktiv zu werden. Bei einer Muskellähmung als Verletzungsfolge sind die Behandlungsaussichten schlechter. Hier wird das Gelenk oft versteift.

Schultereckgelenkssprengung, Falschgelenk und weitere Verletzungsfolgen

Ein vollständiger Bänderriss ist die klassische Voraussetzung für eine Schultereckgelenkssprengung. Dazu kommt es häufiger bei jüngeren, sportlich aktiven Menschen. Das Schlüsselbeinende steht dann höher, lässt sich wie eine Klaviertaste nach unten drücken und kehrt beim Loslassen wieder nach oben zurück. Nach unebener Heilung kann sich später Gelenkverschleiß (Arthrose) entwickeln: eine sogenannte Akromioklavikulargelenkarthrose, an der Schulter die häufigste Form der Arthrose (siehe Kapitel „Schulterarthrose“). Aus instabilen Trümmerbrüchen am Oberarmknochen kann eine schmerzhafte Pseudarthrose entstehen. Das bedeutet, dass der Bruch nicht knöchern verheilt ist und sich ein „Falschgelenk“ gebildet hat. Die Therapie richtet sich nach der Ursache im Einzelfall und ist meist operativ.

Weitere Ursachen für Schmerzen infolge von Verletzungen sind Infektionen (vgl. Kapitel „Rheuma & Co.“), Durchblutungsstörungen oder Schrumpfung der Gelenkkapsel mit Gelenkversteifung. Dies kommt einer „Frozen shoulder“ gleich (siehe entsprechendes Kapitel).



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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 27.03.2012
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Thinkstock LLC

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