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Chronischer Schulterschmerz, steife Schulter
Ursachen: Schleimbeutelentzündung

Schleimbeutel entzünden sich häufig bei Verschleiß umgebender Strukturen, die einen mechanischen Reiz ausüben, im Rahmen rheumatischer Erkrankungen und bei Infektionen


Beispielhafte Zeichnung: Schleimbeutel am Knie

Schleimbeutelentzündungen können sehr unangenehm sein

Schleimbeutel sind mit Gelenkinnenhaut ausgekleidet und enthalten Gelenkflüssigkeit. Allein in der Schultergegend gibt es acht Schleimbeutel. Sie liegen meist als Polster oder Gleithelfer zwischen Knochenvorsprüngen und hier entlang ziehenden Muskelsehnen oder in der Nähe von Gelenken. Wenn sich beispielsweise durch Überbelastung an stark beanspruchten Stellen die Knochen verformen und Dorne oder Wülste hervorragen, entwickeln sich an solchen Stellen manchmal auch neue Schleimbeutel.  Schleimbeutelentzündungen beruhen häufig auf mechanischen Reizungen, etwa bei Verschleißerkrankungen wie der Periarthropathia humeroscapularis, auf Erkrankungen wie Rheuma (rheumatoide Arthritis) und Gicht oder Infektionen bei Verletzungen oder bakteriellen Erkrankungen. Zu Schleimbeutelentzündungen im Rahmen der Periarthropathia humersocapularis siehe Kapitel „Kalkschulter – Sehnenriss“, zu Rheuma und Gicht im Kapitel „Rheuma & Co.“ jeweils in diesem Beitrag.

Symptome: Schmerzen im betroffenen Schulterbereich. Bei Entzündung eines oberflächlich gelegenen Schleimbeutels bilden sich rundliche Schwellungen, die sich prall-elastisch anfühlen und beim Berühren oder Bewegen schmerzen. Besonders schmerzhaft sind Schleimbeutelentzündungen im Rahmen der Gicht (wie ein Gichtanfall: plötzliche, rasche Harnsäureablagerungen erzeugen eine starke entzündliche Reaktion) oder bei Infektionen. Die Haut fühlt sich in diesen Fällen im entzündeten Gebiet manchmal deutlich überwärmt an, eventuell ist sie auch rötlich oder bläulich verfärbt. Bei Infektionen sind Fieber und je nach dem vorherrschenden Krankheitsbild weitere Symptome möglich.


Diagnose: Oberflächlich gelegene, vergrößerte Schleimbeutel kann der Arzt schon auf den ersten Blick erkennen. Er untersucht die Beweglichkeit des zugehörigen Gelenks. Bei unklarer Schmerzursache können bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen oder eine Magnetresonanztomografie hilfreich sein. Bei Verdacht auf Rheuma und insbesondere Gicht helfen Blutuntersuchungen weiter. Der Schleimbeutel kann punktiert und die dabei gewonnene Flüssigkeit mikroskopisch und bakteriologisch untersucht werden. Bei Gicht finden sich beispielsweise bei der mikroskopischen Untersuchung Kristallablagerungen in der Gelenkflüssigkeit.

Therapie: Ein entzündeter Schleimbeutel wird punktiert, sein Inhalt lässt sich dabei auch absaugen. Bei bakteriellem Befall wird er offengehalten und gespült (Drainage) oder entfernt. Außerdem verordnet der Arzt ein Antibiotikum, das auf den nachgewiesenen Erreger zielt. Entfernt wird ein Schleimbeutel oft auch dann, wenn er sich bei Verschleiß immer wieder entzündet oder verkalkt ist (vgl. Kalkschulter im entsprechenden Kapitel). Das betroffene Gelenk wird eine Zeitlang ruhiggestellt. Örtliche Kältetherapie kann die Schmerzen lindern. Zu Rheuma siehe im Kapitel „Rheuma & Co.“. Bei Gicht helfen entzündungshemmende und die Harnsäure senkende Medikamente. Darunter bildet sich auch die Schleimbeutelentzündung zurück. Nach Abklingen der Entzündung kann man mit einer vorsichtigen Übungsbehandlung starten, beispielsweise mit Pendelbewegungen der Schulter.



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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 27.03.2012
Bildnachweis: W&B/Jörg Neisel, Ulrike Möhle

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