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Wie Sie einen Schlaganfall erkennen

Bei einem Hirnschlag zählt jede Minute. Welche Symptome auf einen Schlaganfall hinweisen können und wie Sie die Warnzeichen richtig deuten


Schwindel, Unwohlsein, herabhängender Mundwinkel: Auf einen Schlaganfall können verschiedenste Symptome hindeuten

Ein Paar sitzt gemütlich auf der Terrasse. Sie will aufstehen – doch ihr Bein reagiert nicht, ist wie taub und lässt sich nicht bewegen. Denken Sie in diesem Moment an einen Schlaganfall? Wohl nicht. Und genau darin liegt die Gefahr, sagt Professor Martin Grond. „Die Symptome sind ziemlich unspektakulär und wirken wenig bedrohlich“, ergänzt der Neurologe. Grond leitet die neurologische Klinik am Kreisklinikum Siegen und sitzt im Vorstand der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft. Seiner Erfahrung nach gehört die oben genannte Lähmungserscheinung zu den häufigsten Anzeichen eines Hirnschlags.

Typische Symptome im Überblick:

  • Lähmungserscheinungen: Die Lähmung taucht oft an Bein oder Arm auf. Aber auch beide Regionen können betroffen sein. Auch wenn Sie auf einmal Ihren Arm nicht mehr heben und eine Tasse nicht mehr greifen können, sollten Sie aufmerksam werden.
  • Ein herabhängender Mundwinkel, auch erkennbar durch schiefes Grinsen, und plötzliche Sprachprobleme. Grond beschreibt die Sprechstörungen als eine Art Kauderwelsch, bestehend aus komischen Wörtern oder zusammenhangslosen Satzteilen. Es ist auch möglich, dass Sie Ihr Gegenüber nicht mehr richtig verstehen.

Warnzeichen richtig deuten

Bemerken Sie bei einem anderen Menschen solche Anzeichen, können Sie folgende Schritte austesten: Fordern Sie den Betroffenen zum Lächeln auf. „Grinst er schief und schneidet eine Art Grimasse, ist dies ein Warnzeichen“, weiß Grond. Sagen Sie der Person, sie soll die Arme hochhalten, anschließend die Beine nacheinander hochheben und die Position für jeweils mindestens fünf Sekunden halten. Schafft derjenige das nicht und sacken Arm oder Bein ungewollt in sich zusammen, kann dies ebenfalls auf einen Hirnschlag hindeuten. Bitten Sie Ihr Gegenüber, einen einfachen Satz zu sagen, zum Beispiel „Heute ist es schön“. Bereitet der Satz Probleme, ist auch das ein Hinweis.

Warten Sie nicht ab! Treten solche Symptome auf, dann rufen Sie sofort die Notrufnummer 112. Sagen Sie dem Rettungsdienst, dass ein Schlaganfall vorliegen könnte. Wichtig: Neben den erwähnten Anzeichen, kann ein Hirnschlag auch eine Reihe anderer Beschwerden auslösen, die Sie genauso ernst nehmen müssen. Ausführlicher können Sie dies in unserem Ratgeber Schlaganfall (Apoplex) nachlesen.

Bis der Notarzt eintrifft, sollten Sie Ruhe bewahren. Verliert der Betroffene das Bewusstsein, müssen Sie Erste Hilfe leisten. „Auf keinen Fall dürfen Sie einem möglichen Schlaganfall-Patienten etwas zu essen oder zu trinken geben“, warnt Neurologe Grond. Denn oft führt der Hirnschlag zu Schluckproblemen. Die Gefahr dabei: Die Person verschluckt sich unbemerkt, Nahrung fließt ungehindert in die Lunge und kann zu Lungenentzündungen führen, die wiederum schwere Komplikationen zur Folge haben können.

Transitorische ischämische Attacke (TIA): Was ist das?

TIA steht für transitorische ischämische Attacke. Hierbei kommt es zu einer vorübergehenden Durchblutungsstörung im Gehirn. Eine TIA kann Vorbote für einen Schlaganfall sein. Die Symptome gleichen denen eines Hirnschlags. Der einzige Unterschied besteht in der Dauer: Eine TIA hält meist nur für wenige Minuten an, dann verschwinden die Beschwerden wieder. „Verspüren Sie die Symptome eines Schlaganfalls nur vorübergehend und für kurze Zeit, müssen Sie umgehend einen Arzt aufsuchen“, mahnt der Siegener Experte. Denn wenig später kann ein lebensbedrohlicher Schlaganfall eintreten.

Risikogruppen: Wer muss besonders aufpassen?

Leiden Sie an Bluthochdruck oder haben Sie eine spezielle Herzrhythmusstörung – das sogenannte Vorhofflimmern – dann sollten Sie besonders auf sich Acht geben. „Diese beide Gruppen haben ein hohes Schlaganfallrisiko“, sagt Grond. Weitere Risikofaktoren schlagen Sie in unserem Ratgeber Schlaganfall nach. Wichtig: Ein Hirnschlag betrifft nicht ausschließlich alte Menschen. Auch junge müssen die Anzeichen ernst nehmen.



Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; 14.06.2011, aktualisiert am 03.05.2012
Bildnachweis: Stockbyte/ RYF

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