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Gaby Köster: Heilungschancen nach dem Schlaganfall

Kabarettistin Gaby Köster erlitt vor dreieinhalb Jahren einen Schlaganfall mit Lähmungserscheinungen. Dr. Uwe Meier erklärt, woher die Bewegungsstörungen kommen und wie ein Schlaganfall behandelt wird


Gaby Köster im Jahre 2005 – vor ihrem Schlaganfall

Vor dreieinhalb Jahren riss ein Schlaganfall die beliebte Fernseh-Kabarettistin Gaby Köster plötzlich aus ihrem Alltag. Danach zog sich die 49-Jährige komplett aus der Öffentlichkeit zurück. Erst gestern trat sie das erste Mal wieder im Fernsehen auf. Gezeichnet von der Krankheit, aber voller Energie und Lebenslust. Ihrem ungezügelten Humor konnte die Krankheit nichts anhaben.

Was passiert eigentlich mit einem Menschen, der einen Schlaganfall erleidet? Wie groß sind die Heilungschancen? Wir haben mit Dr. Uwe Meier, dem Vorsitzenden des Berufsverbandes Deutscher Neurologen über dieses Thema gesprochen.


Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall ist ein plötzlicher Funktionsausfall von Teilen des Gehirns. In zirka 80 Prozent der Fälle ausgelöst durch eine Durchblutungsstörung, in ungefähr 20 Prozent der Fälle ausgelöst durch eine Hirnblutung. Die häufigsten Ursachen sind Blutgerinnselbildungen oder Gefäßverengungen.

Wie kann das Blutgefäß im Hirn verstopfen?

Wenn sich im Körper ein Blutgerinnsel bildet, kann es in die Hirngefäße fortgeschwemmt werden. Dort kann es in einer der engeren Hirnarterien stecken bleiben. Gerade bei jüngeren Menschen entsteht ein derartiges Gerinnsel oft im Herzen, zum Beispiel als Folge von Herzrhythmusstörungen oder Herzklappenfehlern. Aber auch Gerinnungsstörungen oder Gefäßentzündungen können Ursachen eines Schlaganfalles sein.

Bekommen nicht sowieso nur Ältere einen Schlaganfall?

Ein Schlaganfall kann in jedem Alter auftreten. Beim Kleinkind genauso wie bei hochbetagten Menschen.

Warum kommt es zu Lähmungserscheinungen?

Das Gehirn übernimmt eine große Anzahl von Aufgaben. Es steuert die Motorik, die Koordination, die Sprache, das komplette Denken und die Wahrnehmung. Je nachdem, wo es im Hirn zu einer Durchblutungsstörung kommt, entstehen entsprechende Funktionsstörungen. Besonders häufig sind die Bewegungszentren betroffen, Lähmungen sind die Folge.

Weshalb sind manche Menschen nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt, andere komplett, wieder andere überhaupt nicht?

Die linke Gehirnhälfte steuert die rechte Körperseite und umgekehrt. So kann es zu den halbseitigen Ausfällen kommen. Je nach Ort und Ausmaß der Schädigung, ist das Bewegungszentrum stärker oder schwächer betroffen.

Welche Chancen auf Heilung bestehen?

Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es ist wichtig, die Behandlung auf jeden Fall so schnell wie möglich einzuleiten. Man kann ein Blutgerinnsel auflösen und so die Folgen einer Durchblutungsstörung eindämmen. Profis für die sogenannte Lysetherapie sind die Ärzte in einer Stroke Unit, einer spezialisierten Schlaganfallstation. Später stehen moderne Verfahren der Neurorehabilitation zur Verfügung, die beeindruckende Ergebnisse möglich machen. Im Idealfall bilden sich alle Funktionsausfälle wieder zurück.

Gaby Köster war bei ihrem Schlaganfall Mitte 40. Sind die Heilungschancen bei jüngeren Menschen höher als bei älteren?

Die gute Nachricht: Auch im Alter kann das Hirn noch sehr anpassungsfähig sein. Wer fit und mobil ist, tut sich bei der Genesung sicherlich leichter. Es kommt also nicht unbedingt auf das Alter an, sondern eher auf die körperliche und geistige Verfassung. Grundsätzlich sind jüngere Menschen eher im Vorteil.



Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de; 08.09.2011, aktualisiert am 08.09.2011
Bildnachweis: Getty Images/Rolf Klatt/Wire Image

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