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Apoplex:
Tipps – Leben mit dem Schlaganfall

Wie Sie die Rückkehr in den Alltag besser schaffen und Teile Ihrer Selbständigkeit wiedergewinnen


Fähigkeiten erhalten nach Schlaganfall: zum Beispiel kochen

Das Leben wieder selbst anpacken – so gut es geht:

Machen Sie so viel wie möglich selbst. Lassen Sie sich nicht durch Rückschläge entmutigen. Nehmen Sie sich Babys und Kleinkinder hinsichtlich Frustrationstoleranz zum Vorbild: Auch sie üben greifen, laufen und sprechen wieder und wieder, ohne dabei aufzugeben.

Hier einige Tipps für den Alltag:

  • Trainieren Sie Ihre Gesichtsmuskeln vor dem Spiegel: Blasen Sie die Backen auf, schieben Sie die Luft von einer Wange in die andere, strecken Sie die Zunge heraus, zeigen Sie die Zähne, lächeln Sie, lachen Sie, ziehen Sie einen Schmollmund, runzeln Sie die Stirn
  • Halten Sie sich beim Essen möglichst aufrecht. Auch wenn es schwer fällt: Beziehen Sie die kranke Körperhälfte so viel wie möglich ein – auch beim Kauen.
  • Helfen Sie sich beim Essen mit Tricks: Verzichten sie auf Tischtücher, damit Bretter nicht wegrutschen und bringen sie Gumminoppen an der Unterseite von widerspenstigen Gegenständen an. Beim Trinken helfen Schnabeltassen.
  • Einfachere Körperpflege: Mit einem Badehocker in der Duschkabine können Sie beim Duschen sitzen. Lassen Sie sich eine „Umhängeseife“ basteln, die ihnen nicht aus der Hand gleiten kann: Ein Stück Seife wird durchbohrt und auf eine Schnur gefädelt, die Sie sich um den Hals hängen. Achten Sie darauf, dass der Duschvorhang gut schließt, damit der Fußboden im Bad nicht rutschig wird.
  • Sie baden lieber? Lassen Sie das Wasser erst ein, wenn Sie schon in der Wanne sitzen. So ist die Rutschgefahr geringer.
  • Zum Abtrocknen des Körpers ist ein saugfähiger Frotteebademantel am besten
  • Um nicht auszukühlen, ziehen Sie immer zuerst die kranke Seite an. Beim Ausziehen ist es umgekehrt: hier kommt zuerst die gesunde Seite dran. Ihre Schuhe sollten weit zu öffnen sein. Ein Klettverschluss ist am praktischsten. Vorsicht: In Schuhen mit Gummisohlen stolpert man leicht.
  • Auch Teppiche sind eine Stolpergefahr. In der Wohnung sollte möglichst nichts im Weg stehen.
  • Ein Gehstock bietet Ihnen die beste Sicherheit. So finden Sie die geeignete Länge: Lassen Sie einen Arm gestreckt hängen. Geeignet sind Gehstöcke. die bis zum Handgelenk reichen.
  • Mobil trotz Schlaganfall? Auch bei einer halbseitigen Lähmung kann man unter Umständen Auto fahren. Diese Frage sollten Sie mit Ihrem Arzt abklären. Rüsten Sie Ihren Wagen entsprechend um.

Betreuung zu Hause

Die Rückkehr nach Hause ist ein wichtiger Schritt. Auch Pflegebedürftige sind in den eigenen vier Wänden oft besser aufgehoben. Sie fühlen sich oft sicherer und profitieren von der vertrauten Umgebung.

Durch die Pflegeversicherung erhalten Sie finanzielle und fachliche Unterstützung. Ambulante Pflegedienste sorgen für eine optimale Betreuung zuhause. Es muss jedoch abgeklärt werden, ob die Voraussetzungen für häusliche Pflege gegeben sind.

Eine gute Organisation der Pflege bietet allen Beteiligten Entlastung. Schreiben Sie Pläne, wann was zu tun ist und bitten Sie Angehörige und Freunde um Mithilfe. Verteilen Sie die Aufgaben auf mehrere Personen.

Tipps für Angehörige

Auch für Angehörige von Schlaganfallpatienten bedeutet die Krankheit eine drastische Veränderung. Die vertraute Person ist plötzlich hilflos, körperlich stark eingeschränkt, erkennt möglicherweise vertraute Gesichter nicht mehr und hat sich eventuell auch charakterlich verändert. Schlagartig ist alles anders.

  • Helfen Sie dem Patienten durch Geduld, Unterstützung und Ermutigung.
  • Sprechen Sie viel mit ihm – und zwar wie mit einem Erwachsenen. Der Verlust der Sprache bedeutet nicht, dass der Verstand ebenfalls gelitten hat!
  • Nehmen Sie dem Patienten nicht jeden Handgriff ab – nur durch unermüdliches Üben können die verlorenen Fähigkeiten wieder hergestellt werden. Überbehütung und übertriebenes Umsorgen hindern die Rehabilitation. Viel wichtiger ist, dass der Patient spürt, dass er üben und auch scheitern darf.

Die Anforderungen an den Pflegenden sind hoch. Seien Sie auch mit sich selbst nachsichtig und versuchen Sie, sich immer wieder Zeit für sich selbst zu nehmen. Binden Sie andere Angehörige oder Freunde ein, die Sie entlasten. Mehrere Schultern können körperliche und seelische Belastungen besser tragen. Scheuen Sie sich nicht, selbst Hilfe in Anspruch zu nehmen – ob Haushaltshilfe oder therapeutische Unterstützung.

Kirchliche Verbände, Kranken- oder Pflegekassen bieten übrigens auch Kurse für pflegende Laien an. Denn: Je mehr Pflegende über Pflegepraxis wissen, desto leichter fallen ihnen die verschiedenen Aufgaben und desto besser wird der Patient versorgt.



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Gut zu wissen

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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 08.02.2012
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Thinkstock LLC

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