Die Kombination unterschiedlichster Rehabilitationsverfahren ist sehr wichtig. Durch sie können alte Fähigkeiten wieder erlernt werden, indem gesunde Gehirnanteile die Funktion der kranken übernehmen. Im besten Fall gelingt sogar eine völlige Wiederherstellung. Außerdem erhält der Patient Unterstützung, trotz bleibender Einschränkungen in seinem Alltag wieder zurechtzukommen.
Erste Rehabilitationsmaßnahmen setzen bereits in der frühen Krankheitsphase ein. Die Stimulation der betroffenen Körperseite ist entscheidend, um die dort verbliebenen Fähigkeiten nicht verkümmern zu lassen. Damit Muskeln nicht abbauen und Gelenke nicht versteifen, wird die geschädigte Körperseite zeitig trainiert.
Gehirnzellen, die aufgrund des Schlaganfalls zerstört wurden, lassen sich nicht wiederherstellen. Jedoch kann unser Gehirn auch noch im fortgeschrittenen Alter lernen, verlorene Hirnfunktionen von anderen Arealen des Gehirns übernehmen zu lassen. Diese steuern dann zum Beispiel Muskeln, die durch den Schlaganfall lahm gelegt wurden. Dazu muss das Gehirn gezielt und lang anhaltend trainiert werden.
Störungen der Gehirnleistung wie Vergesslichkeit, Konzentrationsschwäche, Erinnerungslücken und Verständnisprobleme werden durch neuropsychologische Therapien verbessert. Auch Einschränkungen des Gesichtsfeldes (Seh- und Lesestörung) fallen in den Bereich der Neuropsychologie.
Muskelaufbau, Körperhaltung, Bewegungsabläufe, Koordination, Körperwahrnehmung und Gleichgewichtssinn werden durch eine Vielzahl von Übungen und Behandlungen intensiv angeregt, verbessert und eingeübt. Dadurch können Lähmungen und Fehlhaltungen verbessert und beseitigt werden. Die Gefahr von Folgekrankheiten (zum Beispiel Spastik, Gelenkschmerzen, Haltungsschäden) wird verringert. Die Patienten können zunehmend selbständig handeln und sind weniger auf Pflege angewiesen.
Bei manchen Patienten verursacht der Schlaganfall eine Störung der Sprache. In der Logopädie werden erste Sprechübungen begonnen, sobald der Patient ansprechbar ist. Der Patient lernt, alltägliche Kommunikationssituationen zu verstehen und sich selbst lautlich zu äußern. Nach vier bis sechs Wochen beginnt die gezielte Therapie. Dabei werden auch Gestik und Mimik trainiert.
Schluckstörungen werden ebenfalls von Logopäden behandelt. Auch Jahre nach dem Schlaganfall können Patienten ihre sprachlichen Fähigkeiten noch verbessern. Dabei ist wichtig, dass sie zur Kommunikation angeregt werden.
Ergotherapeuten unterstützen den Patienten bei der Bewältigung des Alltags. Der Patient lernt, trotz seiner Einschränkungen ein möglichst selbständiges Leben zu führen. Dabei übt der Patient, fehlende Körperfunktionen mit neuen Bewegungsabläufen zu kompensieren. Unter Berücksichtigung von Wohnsituation und Umfeld des Patienten wird die Handhabung von speziellen Haushaltsgegenständen und Vorrichtungen trainiert.
Wichtig ist, dass der Patient möglichst viele seiner Alltagsverrichtungen wieder selbst vornehmen kann: An- und Auskleiden, Essenszubereitung, Essen, Körperpflege sowie eigenständiger und rechtzeitiger Gang zur Toilette. Auch komplexere Verhaltensweisen werden neu eingeübt, zum Beispiel Einkaufen, Telefonieren, Tagesablauf, Einnahme von Medikamenten.
Es gibt eine Fülle von weiteren Therapien, die nur zum Teil anerkannt sind. Sprechen Sie mit Ihren Ärzten und Therapeuten, welche zusätzliche Unterstützung für Sie sinnvoll sein kann. Folgende Therapien können die Genesung fördern und das Wohlbefinden verbessern:
www.apotheken-umschau.de;
13.09.2005, aktualisiert am 08.02.2012
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