Schwitzen ist eine natürliche Reaktion des Körpers, um überschüssige Wärme von innen nach außen zu leiten, etwa bei Sommerhitze, bei körperlicher Aktivität oder bei Fieber. Es hilft so beim wichtigen Temperaturausgleich. Der Wechsel von Kältegefühl und Schweißausbrüchen kündigt oft eine Grippe oder andere Infektion an. Das Schwitzen, das dem Fieberanstieg folgt, hilft dem Körper, sich von der Fieberhitze zu befreien, und deutet erste Besserung an. Ist der Infekt überstanden, normalisiert sich die Schweißproduktion wieder auf den üblichen individuellen Rhythmus eines jeden Menschen.
Etwa zwei Millionen Schweißdrüsen verteilen sich fast in der ganzen Haut. Sie sondern Flüssigkeit ab, die auf der Hautoberfläche verdunstet und damit den in der Haut liegenden Blutgefäßen Wärme entzieht. Mit dem Schweiß verliert der Körper nicht nur Wasser, sondern auch Salze und weitere Mineralstoffe wie Kalzium und Magnesium. Das Schweißsekret enthält außerdem bestimmte Stoffe, die der körpereigenen Abwehr dienen. Sie wirken gegen Bakterien und Pilze auf der Haut oder machen Giftstoffe unschädlich.
Im Körper findet allerdings eine beständige Wärmeregulierung statt, auch wenn die Außentemperatur gemäßigt ist und wir uns kaum bewegen. Durch den Stoffwechsel selbst entsteht andauernd Wärme. Sie wird zunächst über die Atemluft und eine nicht sichtbare Verdunstung über die Haut abgeleitet. Allein dadurch scheidet der Körper jeden Tag etwa einen Liter Wasser aus. Steigt die Außentemperatur, kommen die Schweißdrüsen zum Zuge, ebenso bei erhöhter körperlicher Aktivität. Wer sich intensiv bewegt, verbrennt mehr Energie, die den Organismus aufheizt. Leistungssportler können durch das Schwitzen bis zu drei Liter und mehr pro Stunde verlieren. Wer stark schwitzt, muss den Verlust an Flüssigkeit und Salzen wieder ausgleichen, indem er viel trinkt, zum Beispiel Mineralwasser.
Die Schweißproduktion wird von Fasern des vegetativen Nervensystems gesteuert. Hierfür ist das sympathische Nervengeflecht zuständig, das für die Aktivität vieler unwillkürlich ablaufender Körperfunktionen sorgt. Es beschleunigt zum Beispiel den Herzschlag, verengt bei Anstrengung die Blutgefäße oder fördert die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin. Das erklärt, warum uns unter Stress oder Angst der Schweiß ausbricht. Allerdings reagieren – eine Ausnahme – die Schweißdrüsen hier nicht etwa auf das Adrenalin, sondern auf den Stoff Acetylcholin, der auch im Gegensystem, im parasympathische Nervengeflecht, aktiv ist. Dieses sorgt ansonsten für Ruhe und Ausgleich.
Auch im Schlaf schwitzen ist zunächst ein normaler, physiologischer Vorgang, der im Rahmen der natürlichen Wärmeregulierung abläuft und den der Schläfer nicht wahrnimmt. Ist es jedoch im Schlafzimmer zu warm, muss der Körper vermehrt Wärme abgeben. Ebenso, wenn bestimmte Stoffe, wie scharfe Gewürze, Alkohol, Medikamente, den Stoffwechsel ankurbeln bzw. den sympathischen Teil des vegetativen Nervensystems weiter aktiv halten. Das gilt auch für starke Emotionen und Dauerstress. Ebenso können bestimmte körperliche Erkrankung die normalen Regelvorgänge stören.
Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de;
15.12.2009, aktualisiert am 27.10.2011
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