Video: Woher kommt die Frühjahrsmüdigkeit?

Die Natur erwacht zu neuem Leben – aber viele Menschen sind im Frühling einfach nur müde. Video und Artikel erklären das Phänomen Frühjahrsmüdigkeit und was uns jetzt munter macht

von Video: Redaktion: Corinna Hilss, Kamera: Ernesto LoRe / Ramiro Medina, Schnitt: Thomas Erichsen, Text: Sophie Kelm, aktualisiert am 20.03.2014
Produktion: W&B

Krokusse sprießen, Birken ergrünen, Forsythien strahlen. Und wir? Wir machen die Augen zu und schlafen. Denn wieder einmal geht sie um – die große Frühjahrsmüdigkeit. Woher kommt die Schläfrigkeit bloß? Und was kann man dagegen tun?

Wir haben nachgefragt: In unserem neuen Video erklärt Endokrinologin Professorin Petra-Maria Schumm-Draeger, Chefärztin am Klinikum Bogenhausen in München, was hinter der verbreiteten Schläfrigkeit im Frühjahr steckt. Für den Artikel hat uns Jürgen Zulley ein Interview gegeben. Der Professor für Biologische Psychologie an der Universität Regensburg war bis zu seinem Ruhestand Leiter des dortigen Schlafmedizinischen Zentrums.


Woher kommt die Frühjahrsmüdigkeit?

Das Phänomen Frühjahrsmüdigkeit wird vor allem durch den Klimawechsel verursacht. Wenn die Kälte des Winters den wärmeren Temperaturen weicht, muss sich der Körper langsam daran gewöhnen. Der Organismus reagiert mit einer typischen Reaktion: Die Blutgefäße stellen sich weit, der Blutdruck sackt ab. Und das macht uns müde.

Die Frühjahrsmüdigkeit tritt meist ein, wenn es bereits ein paar Tage lang warm war. Wenn das Wetter verrückt spielt, und es zu mehreren Warm-Kalt-Perioden kommt, dann kann sich auch die Müdigkeit mehrmals zeigen. Neben dem Blutdruck spielt auch der Melatoninspiegel eine Rolle. Nach den langen Wintermonaten ist die Konzentration des sogenannten Schlafhormons im Blut besonders hoch.

Was kann man gegen die Schläfrigkeit tun?

Man sollte sich auf keinen Fall schonen. Stattdessen können drei Tricks helfen, schnell wieder munter zu werden.

  • Gehen Sie raus und gewöhnen Sie sich an die steigenden Temperaturen.
  • Bewegen Sie sich dabei.
  • Tanken Sie Tageslicht, es fungiert als biologischer Wecker.

Kann man vorbeugen?

Am besten hilft Sport. Bewegung ist gut für den Blutdruck und macht insgesamt fit. Neueinsteiger ab 35 Jahre und chronisch Kranke lassen sich vor dem Start am besten grünes Licht vom Arzt geben. Auch leichte Bewegung wie ein Spaziergang lohnt sich schon.

Erwischt die Frühjahrsmüdigkeit alle Menschen gleich stark?

Nein, wetterfühlige Menschen sind insgesamt viel öfter betroffen. Außerdem spüren das Phänomen Frühjahrsmüdigkeit vor allem Menschen, die sowieso schon einen niedrigen Blutdruck haben. Das sind in der Regel häufiger Frauen als Männer. Auch ältere Menschen klagen öfter über Frühjahrsmüdigkeit. Je fitter man ist, desto besser kommt man meistens mit dem Klimawechsel klar.

Wichtig: Wer sich über längere Zeit oder ungewöhnlich stark erschöpft fühlt, sollte auf jeden Fall seinen Arzt um Rat fragen. Es kommen auch viele andere Ursachen infrage. Mehr erfahren Sie im Artikel Symptom Müdigkeit.

Unsere Experten:


Professorin Petra-Maria Schumm-Draeger

Produktion: W&B

 

Professorin Petra-Maria Schumm-Draeger ist Chefärztin am Klinikum Bogenhausen in München. Die Internistin leitet die Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Angiologie.


Professor Jürgen Zulley

W&B/Privat

 

Professor Jürgen Zulley ist außerplanmäßiger Professor für Biologische Psychologie an der Universität Regensburg, wissenschaftlicher Berater des Schlafmedizinischen Zentrums am Universitäts- und Bezirksklinikum Regensburg sowie Buchautor.



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