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Müdigkeit – Ursachen: Akute und chronische innere Erkrankungen

Fast jede Krankheit kann müde machen. Der Körper signalisiert damit, dass er Ruhe und spezielle Unterstützung braucht. Bei einigen Erkrankungen tritt Müdigkeit jedoch besonders häufig auf


Vergrippt und müde: Jetzt ist erst einmal Bettruhe angesagt

Müdigkeit zeigt oft als erstes an, dass etwas im Körper nicht stimmt, dass er sich wehren muss gegen eine beginnende Infektion, eine schleichende Funktionsstörung. Als allgemeines Krankheitssymptom begleiten Müdigkeitsgefühle ganz unterschiedliche Gesundheitsprobleme.

Bei einigen Erkrankungen leiden die Betroffenen jedoch stärker als im üblichen Maß unter Müdigkeit. Das ist häufig der Fall bei

  • akuten wie chronischen Infektionen, bei Entzündungen
  • Blutarmut
  • niedrigem Blutdruck, Bluthochdruck
  • Herzleiden
  • Lungenerkrankungen
  • Nieren- und Leberschäden
  • Hormon- und Stoffwechselstörungen
  • bestimmten Autoimmunerkrankungen


Sie finden hier einen kurzen Überblick über wichtige Krankheitsbilder mit ihren typischen Symptomen. Zu den meisten Krankheiten gibt es auf unseren Seiten ausführliche Ratgeber (siehe entsprechende Links), die eingehende Informationen liefern.


Infektionen und Entzündungen

Erkältung, Grippe: Eine Erkältung wird in der Regel durch Viren übertragen. Erste Symptome sind häufig Jucken in der Nase und im Rachenraum, Müdigkeit, Druckgefühl oder Schmerzen im Kopfbereich, Frösteln. Es folgen dann die typischen Beschwerden wie Heiserkeit, Halsschmerzen, Schnupfen, Husten. Dazu Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, mitunter Fieber.

Bei einer Virus-Grippe (Influenza) setzen die Symptome oft plötzlich und heftig ein. Kennzeichnend sind starke Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Fieber, Husten, Schnupfen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Lichtscheu. Weisen die Beschwerden auf eine Grippe hin, sollte ein Arzt die Infektion abklären.

Weitere Informationen: Krankheitsratgeber „Erkältung“ und Krankheitsratgeber „Grippe (Influenza)“.

Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose): Diese durch das Eppstein-Barr Virus ausgelöste Infektionskrankheit führen Mediziner häufig im Zusammenhang mit dem Symptom Müdigkeit auf. Im Kindesalter kann die Erkrankung auch unbemerkt verlaufen. Bei Erwachsenen treten grippeähnliche Beschwerden auf mit Fieber, Halsweh, Müdigkeit, Abgeschlagenheit sowie geschwollene, aber nicht oder nur wenig schmerzende Lymphknoten, vor allem an Hals und Nacken. Nach überstandener Infektion hält die Müdigkeit mitunter noch Wochen an. Bisweilen vermuten Ärzte auch eine zurückliegende Mononukleose als Ursache für ein chronisches Müdigkeitssyndrom (siehe Kapitel „Chronisches Erschöpfungssyndrom“).

Ausführliche Informationen: Krankheitsratgeber „Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose)“.

Chronische Nasennebenhöhlenentzündung (chronische Sinusitis): Zu dauerhaft entzündeten Schleimhäuten in den Nebenhöhlen können häufige Erkältungen, Allergien oder beständige Reize von außen führen. Mitunter begünstigen anatomische Besonderheiten wie eine verkrümmte Nasenscheidewand die Dauerentzündung. Kopfschmerzen, Druckgefühl im Nasen-Stirn-Bereich, Müdigkeit, chronischer Schnupfen sind typische Symptome. Oft läuft das Sekret nicht über die Nase ab, sondern nach innen. Heiserkeit, Freiräuspern, Husten kommen deshalb häufig dazu. Bei chronischen Entzündungen im Nasenraum ist der Hals-Nasen-Ohren-Arzt gefragt.

Ausführliche Informationen zu Ursachen, Symptomen, Diagnose und Behandlung im Krankheitsratgeber „Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)“.

Gesichtsrose (Herpes-zoster-Infektion): Nach einer meist in der Kindheit durchgemachten Windpockeninfektion bleibt das verantwortliche Varizellen-zoster-Virus in Nervenknoten zurück, ohne sich weiter bemerkbar zu machen. Unter bestimmten Bedingungen kann es jedoch wieder aktiv werden, etwa wenn das Immunsystem vorübergehend geschwächt ist. Sind davon Nerven im Gesicht betroffen, kommt es zu einer Gesichtsrose. Zu weiteren möglichen Krankheitszonen gehören die Ohren, die Augen, Rücken und Bauch. Hauptsymptome einer Gesichtsrose sind anfangs Müdigkeit und heftige Gesichtsschmerzen, kurz darauf Hautausschläge mit den typischen Bläschen, Kribbeln und Taubheitsgefühle, Abgeschlagenheit. Eine Herpes-zoster-Infektion schwächt im Allgemeinen sehr, die Betroffenen fühlen sich auch nach Abklingen der Krankheitszeichen oft noch längere Zeit müde.

Eingehende Informationen zu Ursachen, Symptomen, Diagnose und Behandlung: Krankheitsratgeber „Gürtelrose (Herpes zoster)“.

Sich ausbreitende Entzündungen: Greift eine Entzündung, zum Beispiel eine Schleimbeutelentzündung am Ellbogen, auf angrenzende Bereiche über, äußert sich diese zusätzliche Belastung und Abwehraktivität häufig in Hautrötungen, Schwellungen, Fieber und verstärkter Müdigkeit.



Blass, müde, schwach: Mögliche Anzeichen für eine Blutarmut

Blutarmut (Anämie)

Im Blut transportieren die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) mit ihrem Farbstoff Hämoglobin den Sauerstoff. Enthält das Blut zu wenig Erythrozyten oder Hämoglobin, werden die Organe und Gewebe des Körpers schlechter mit Sauerstoff versorgt. Es gibt mehrere Formen der Blutarmut. Wichtige Auslöser können ein Eisen-, Folsäure- oder Vitamin-B12-Mangel sein. Vor allem Frauen leiden häufiger unter einer Eisenmangelanämie, etwa durch einen erhöhten Eisenbedarf in Schwangerschaft und Stillzeit oder durch starke Monatsblutungen. Zudem verursachen unterschiedliche Erkrankungen manchmal eine Blutarmut, etwa Nierenstörungen, Knochenmarkserkrankungen oder chronische Sickerblutungen, zum Beispiel bei Magengeschwüren. Weitere mögliche Ursachen sind Infektionskrankheiten wie Malaria, Blutkrankheiten wie Leukämie („Blutkrebs“), Tumore, Lymphome oder Nebenwirkungen einiger Medikamente.

Symptome: Zu den klassischen Symptomen einer Blutarmut gehören blasse Haut und Schleimhäute (besonders bei einer Eisenmangelanämie und Vitamin-B12-Mangel), Müdigkeit (vor allem bei Vitamin-B12-Mangel, hier kann die Haut auch gelb gefärbt sein), Leistungsschwäche, Schwindel, Kälteempfindlichkeit. Die weiteren Symptome richten sich nach der jeweiligen Anämieform und betreffen unterschiedliche Körperfunktionen. Das können Hautveränderungen, Magen-Darm-Störungen, Herzbeschwerden sein.

Diagnose und Therapie: Die Krankengeschichte, Bluttests sowie gegebenenfalls weitere Untersuchungen festigen die Diagnose. Die Therapie richtet sich nach der jeweiligen Ursache.

Eingehende Informationen zu Ursachen, Symptomen, Diagnose und Therapien von Blutarmut im Krankheitsratgeber „Blutarmut (Anämie)“.


Blutdruckschwankungen

Niedriger Blutdruck: Menschen mit zu niedrigem Blutdruck (Blutdruckwerte etwa unter 105 zu 60 mmHg) klagen häufiger über Beschwerden als diejenigen, bei denen er zu hoch ist. Manche fühlen sich weniger leistungsfähig, unkonzentriert, schnell müde und brauchen morgens länger, um munter zu werden. Schlafstörungen, kalte Hände und kalte Füße, depressive Verstimmungen werden oft auch mit arteriellem Blutniederdruck (arterielle Hypotonie) in Verbindung gebracht. Bewegungsmangel fördert niedrige Blutdruckwerte. Gerade bei ausgeprägtem Müdigkeitsgefühl lässt sich oft nicht unterscheiden, ob letztlich nicht die fehlende körperliche Aktivität dafür verantwortlich ist. Manchmal kommen auch Medikamente wie Blutdrucksenker als Auslöser infrage. Darüber sollten die Betroffenen mit ihrem Arzt sprechen. Niedriger Blutdruck kann zwar lästig sein, hat aber selten Krankheitswert. Mehr Informationen dazu im Krankheitsratgeber „Niedriger Blutdruck (Hypotonie)“.

Bluthochdruck: Zu hohe Blutdruckwerte (ab 140 zu 90 mmHg) steigern das Risiko für Gefäßverengungen, Herzerkrankungen und Schlaganfälle. Allerdings macht sich der erhöhte Druck in den Blutgefäßen zunächst kaum durch Beschwerden bemerkbar. Kopfschmerzen, Nervosität, Schwindelgefühle beim Bücken oder Aufstehen, Herzklopfen, Atemnot bei Belastungen, Nasenbluten, Schlafstörungen und Müdigkeit können manchmal erste Anzeichen sein. Die genauen Ursachen für Bluthochdruck sind meist unbekannt. Allerdings gibt es eine Reihe von Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen, Stress, Bewegungsmangel. Daneben können auch bestimmte Krankheiten zu Bluthochdruck führen, etwa Nierenerkrankungen, Hormonstörungen, ein Schlaf-Apnoe-Syndrom oder einige Medikamente. Regelmäßige Blutdruckkontrollen, zum Beispiel einmal im Jahr, helfen, einen Hochdruck frühzeitig zu erkennen und in den Griff zu bekommen. Ausführliche Informationen zu Ursachen, Risikofaktoren, Symptomen, Diagnose und Therapie im Krankheitsratgeber „Bluthochdruck (Hypertonie)“.



Herz, Lunge & Co.: Ein schwaches Herz macht müde

Herzerkrankungen

Herzinsuffizienz: Müdigkeit ist ein häufiger Begleiter vieler Herzkrankheiten. Vor allem treten Müdigkeits- und Schwächegefühle bei einer Herzschwäche auf. Da durch die ungenügende Herzleistung viele Organfunktionen beeinträchtigt sind und vielfältige Schäden entstehen, ist verstärktes Müdesein mehrfach begründet. Je nachdem, welche Herzkammer und welche Organsysteme von der Insuffizienz betroffen sind, stehen unterschiedliche Symptome im Vordergrund. Das sind bei einer Linksherzinsuffizienz vor allem Atemnot bei Anstrengung und dann auch in Ruhe, nächtlicher Husten, asthmatische Beschwerden, bei Rechtsherzinsuffizienz Schwellungen an Füßen und Beinen, gestaute Venen am Hals, Gewichtszunahme trotz Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden. Weitere typische Symptome bei beiden Formen der Herzschwäche sind häufiges nächtliches Wasserlassen, Herzrhythmusstörungen, feuchte, kalte Haut, Schlaflosigkeit, Ängste.

Eingehende Informationen zu Ursachen, Formen, Symptomen, Diagnose und Therapie im Krankheitsratgeber „Herzschwäche (Herzmuskelschwäche, Herzinsuffizienz)“.

Herzrhythmusstörungen: Mattigkeit, gefolgt von Schwächeanfällen oder gar kurzen Ohnmachten, kann Hinweis auf eine Bradykardie sein, eine Herzrhythmusstörung, bei der der Herzschlag zu langsam ist und mitunter auch kurzfristig aussetzen kann. Schweißausbrüche, Atemnot, Brustenge können weitere Anzeichen sein. Zu den Auslösern eines zu langsamen Herzschlags gehört der sogenannte AV-Block. Mögliche Symptome sind auch hier, je nach Stadium des AV-Blocks, körperliche Schwäche, Ohnmachtsanfälle, Atemnot und/oder chronische Müdigkeit. Mehr Informationen dazu im Krankheitsratgeber „Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien)“ und im Krankheitsratgeber „AV-Block“.

Herzmuskelentzündung: Auslöser können einmal Infektionen durch Viren, Bakterien oder Pilze sein, zum anderen Autoimmunerkrankungen. Entzündungen des Herzmuskels treten manchmal auch als Bestrahlungsfolgen, Überreaktionen auf bestimmte Medikamente oder ohne erkennbare Ursache auf. Die Erkrankung kann ohne Beschwerden verlaufen, aber auch lebensbedrohliche Formen annehmen. Eine durch Infekte hervorgerufene Herzmuskelentzündung macht sich oft durch Müdigkeit, Leistungsschwäche, Kurzatmigkeit, Herzrhythmusstörungen, Muskel-, Herz- und Brustschmerzen bemerkbar. Weitere Informationen zu Ursachen, Symptomen, Verlauf, Diagnose und Therapien im Krankheitsratgeber „ Herzmuskelentzündung (Myokarditis)“.


Lungenerkrankungen: Beispiel exogen allergische Alveolitis

Erschwertes Atmen macht müde, weil die Sauerstoffzufuhr gestört ist. Viele Lungenfunktionsstörungen wie eine chronische Bronchitis oder eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) können deshalb grundsätzlich auch zu Müdigkeit und Erschöpfung führen. Reizstoffe und Entzündungsprozesse in der Lunge verstärken eventuelle Müdigkeitsbeschwerden. Ein Beispiel dafür ist die exogene allergische Alveolitis. Bei dieser Lungenerkrankung atmen die Betroffenen, meist berufsbedingt, regelmäßig organische, allergieauslösende Stoffe und Kleinstpartikel ein. Das kann unter anderem bei Arbeiten in der Landwirtschaft, der Tierzucht, in chemischen oder metallverarbeitenden Betrieben geschehen. Die Folge sind allergische Reaktionen in den Lungenbläschen und Zwischenräumen.

Symptome: Akute Beschwerden sind häufig Atemnot, Husten, tränende Augen, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Bei chronischen Formen stehen andauernde Müdigkeit, Leistungsschwäche, Husten und Atemnot im Vordergrund. Auch Gewichtsverlust ist möglich.

Diagnose und Therapie: Die Kranken- und Berufsgeschichte, eingehende körperliche Untersuchungen, bildgebende Verfahren sowie Lungentests und eventuell feingewebliche Untersuchungen sind für den Arzt aufschlussreich. Die Erkrankten müssen den Kontakt mit den krankheitsauslösenden Stoffen meiden, das bedeutet häufig einen Berufswechsel. Im akuten Fall kann Kortison wirksam sein.


Nierenerkrankungen

Bei Nierenerkrankungen kann Müdigkeit als belastendes Symptom neben anderen Leitsymptomen auffallen. Das ist häufig bei chronischen Nierenentzündungen und chronischem Nierenversagen (Niereninsuffizienz) der Fall.

Eine Nieren(gewebs)entzündung (interstitielle Nephritis, Glomerulonephritis) kann zunächst ohne Beschwerden verlaufen. Im fortgeschrittenen Stadium verändern sich häufig Menge und Beschaffenheit des Urins und die Zusammensetzung des Blutes. Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen sind häufige Symptome, ebenso Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) im Gesicht, an den Augen, an Händen und Füßen. Akute wie chronische Nierenentzündungen haben vielfältige Ursachen. Das können infektiöse Erkrankungen, etwa Streptokokken-Infektionen (häufiger bei Kindern), sein, ebenso Vergiftungen oder Medikamentenmissbrauch, zum Beispiel Schmerzmittelmissbrauch. Eine Glomerulonephritis entsteht manchmal im Rahmen von Systemerkrankungen wie Bindegewebskrankheiten (Kollagenosen), oder Gefäßentzündungen sowie von Krebserkrankungen. Mehr Informationen zu Ursachen, Symptomen, Diagnose und Therapien im Krankheitsratgeber „Nierenentzündung (interstitielle Nephritis, Glomerulonephritis)“.

Chronische Niereninsuffizienz
: Unterschiedliche Nierenerkrankungen, etwa eine diabetische Nephropathie oder verschiedene Formen einer Glomerulonephritis, können schließlich zu einem Funktionsverlust der Nieren führen. Bei einer chronischen Niereninsuffizienz entwickelt sich dieser allmählich. Daher unterscheiden die Ärzte mehrere Stadien. Anfängliche Beschwerden sind vermehrtes Wasserlassen, Schwellungen an Beinen, Füßen und Lidern, Schmerzen in der Nierengegend. Müdigkeit, Leistungsschwäche, Blässe aufgrund einer Blutarmut kommen im Verlauf der Erkrankung dazu. Weitere Symptome sind unter anderem Sehstörungen, Juckreiz, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Benommenheit, Herzschwäche, ein typischer Mundgeruch. Ausführliche Informationen zu Ursachen, Symptomen, Verlauf, Diagnose und Therapie im Krankheitsratgeber „Nierenversagen“.


Lebererkrankungen

Die Leber regelt den Stoffwechsel, entsorgt Schadstoffe, produziert Hormone, Galle und vieles mehr. Erkrankt dieses vielseitige Organ, kündigt sich das oft durch ständige Müdigkeit, Antriebsschwäche, Appetitlosigkeit, einen oft aufgeblähten Bauch, Übelkeit und ein Druckgefühl im rechten Oberbauch an. Auch ein sehr heller oder sehr dunkel gefärbter Stuhl, dunkler Urin, gelbliche Verfärbungen an Haut oder Augäpfeln – Anzeichen einer Gelbsucht – oder häufiges Nasenbluten können Hinweise auf eine erkrankte Leber sein.

Zu den Ursachen von Leberschäden gehören Virus-Infektionen, die zu Leberentzündungen führen (Hepatitis A, B, C, D, E), übermäßiger Alkoholkonsum (Alkohol-Hepatitis, alkoholische Fettleber, Leberzirrhose), Stoffwechselstörungen, Fettleibigkeit (sogenannte Fettleberhepatitis), Autoimmunerkrankungen, langjährige Herzschwäche sowie Medikamente und Giftstoffe. Eine familiär bedingte Gelbsucht ist die Meulengracht-Krankheit, die sich meist bei jüngeren Männern im Alter von etwa 20 Jahren bemerkbar macht. Müdigkeit, Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen und depressive Verstimmungen sind häufig die einzigen Symptome. Die Störung hat in der Regel keine ernsten Auswirkungen.

Mehr über die Leber, ihre Funktionen und Erkrankungen sowie über Krankheitsursachen, Symptome, Diagnosen und Therapien erfahren Sie in den Krankheitsratgebern „Hepatitis“ und „Leberzirrhose“.


Magen-Darm-Erkrankungen

Unterschiedliche Störungen im Verdauungstrakt führen dazu, dass die Nahrungsbestandteile im Magen nur ungenügend aufgespaltet, verwertet und aufgenommen werden können. Daraus entstehen Mangelzustände (Malassimilationssyndrom), die neben anderen Symptomen wie Bauchschmerzen und Durchfall verstärkte Müdigkeit auslösen. Bei Durchfallerkrankungen ist es zum Beispiel ein Kaliummangel, der müde macht. Magengeschwüre, Dünndarmdivertikel oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn zum Beispiel haben nicht selten eine Blutarmut mit Vitalmin-B12- und Folsäure-Mangel und damit anhaltendes Müdesein zur Folge. Auch ständige Entzündungsprozesse tragen dazu bei. Ebenso fühlen sich Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder der autoimmunologisch bedingten Zöliakie vermehrt schlapp und leistungsschwach.

Eingehende Informationen liefern die Krankheitsratgeber „Magen-Zwölffingerdarmgeschwür“, „Morbus Crohn“, „Nahrungsmittelallergien“ sowie der Symptomeratgeber „Durchfall“.

Bei einem Reizmagensyndrom oder einem Reizdarm, bei denen die Funktion der Verdauungsorgane gestört ist, spielen möglicherweise vorausgegangene Infektionen, ein übersensibler Magen und Darm, familiäre Veranlagungen, aber auch psychische Belastungen eine auslösende Rolle. Müdigkeit begleitet auch von daher diese beiden vielschichtigen Störungsbilder.



Grafik: Die Schilddrüse mit den Nebenschilddrüsen

Hormonstörungen

Eine Reihe von Hormonen wirkt auf Wachheit, Müdigkeit und Schlaf. Ungleichgewichte im Hormonhaushalt haben oft weitreichende Folgen. Anhaltendes Müdesein kann daher bei einigen hormonellen Erkrankungen neben anderen typischen Symptomen vorherrschen.

Schilddrüsenunterfunktion: Bildet die Schilddrüse zu wenig Schilddrüsenhormone, führt das zu Störungen in vielen Körperbereichen. Schilddrüsenhormone beeinflussen unter anderem die Hirnfunktionen, das Herz-Kreislauf-System, die Verdauung, viele Stoffwechselvorgänge, die Muskulatur, die Psyche. Zu den typischen Symptomen einer Unterfunktion gehören ein niedriger Blutdruck, Müdigkeit, Leistungsabfall, Verstopfung, Gewichtszunahme trotz Appetitmangel, Kälteempfindlichkeit, depressive Verstimmungen. Lesen Sie mehr über Ursachen, Symptome, Diagnose und Therapie im Krankheitsratgeber „Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)“.

Nebenschilddrüsenüberfunktion: Die vier Nebenschilddrüsen befinden sich jeweils an den oberen und unteren Enden der Schilddrüse (siehe Bild). Sie sind etwa linsengroß und bilden das Parathormon. Dieses wirkt auf den Kalziumspiegel im Blut und damit auf den Elektrolythaushalt. Ein Zuviel an Parathormon kann zu Nierensteinen, Knochenschäden, und Verdauungsproblemen führen sowie Nerven und Psyche beeinflussen. Ursachen für eine Überproduktion sind einmal Erkrankungen der Nebenschilddrüsen selbst wie Tumore, zum anderen übergeordnete Störungen wie eine chronische Nierenschwäche, eine behinderte Nahrungsaufnahme über den Darm, eine Leberzirrhose oder ein Vitamin-D-Mangel.

Symptome: Kennzeichnende Beschwerden sind unter anderem häufiges Wasserlassen, vermehrter Durst, Nierenkoliken, Übelkeit, Verstopfung, Glieder- und Rückenschmerzen, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Muskelschwäche, Müdigkeit und depressive Verstimmung.

Diagnose und Therapie
: Der Arzt stellt die Erkrankung mit Bluttests und bildgebende Verfahren fest. Die Therapie richtet sich nach der Ursache und dem individuellen Beschwerdebild.

Nebennierenrindenunterfunktion (Nebennierenrindeninsuffizienz): Die Nebennieren sind Drüsen, die oben auf den Nieren wie Hauben sitzen. Sie produzieren in ihrem äußeren Teil, der Rinde, bedeutende Hormone wie Kortisol und Aldosterol, im inneren Teil Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin. Kortisol hat wichtige Funktionen für viele Stoffwechselvorgänge und fördert zudem die Wachheit. Aldosterol regelt den Salz- und Flüssigkeitshaushalt und den Blutdruck. Eine Unterfunktion der Nebennierenrinde und damit Mangel an diesen beiden Hormonen löst kennzeichnende Beschwerden aus. Das ist vor allem bei der primären Form, Morbus Addison genannt, der Fall. Ursache sind autoimmunologische Vorgänge, die die Nebennierenrinde angreifen und allmählich zerstören. Andere Ursachen können Infektionskrankheiten, Tumore und Krebsmetastasen sein. Bei der sekundären Form kommen Störungen in bestimmten Hirnbereichen oder eine langfristige Behandlung mit Kortison als mögliche Auslöser infrage. Allerdings ist hier die Aldosterol-Produktion oft nicht so stark eingeschränkt.

Symptome bei Morbus Addison: Müdigkeit und Schwächegefühle gehören zu den Leitsymptomen. Die Betroffenen ermüden schnell, verlieren zudem an Gewicht und trocknen aufgrund des gestörten Flüssigkeitshaushalts aus. Die Haut verfärbt sich vor allem im Bereich von Narben, an den Handinnenflächen und Schleimhäuten bräunlich, der Blutdruck sinkt. Dazu können Bauchschmerzen, Übelkeit, Verdauungsbeschwerden sowie Muskelschwäche kommen. Die Mangelerscheinungen können akut in einer Addison-Krise gipfeln, die sich erst mit Untertemperatur, dann mit Fieber, Erbrechen, Blutdruckabfall und Schock bis zum Koma entwickeln kann.

Diagnose und Therapie: Unterschiedliche Bluttests und bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen festigen die Diagnose. Für die Behandlung eines Morbus Addison wird der Hormonmangel mit Kortison-Medikamenten ausgeglichen.


Diabetes mellitus

Müdigkeit gehört zu den häufig beschriebenen unspezifischen Symptomen, die immer wieder im Verlauf einer Diabeteserkrankung auftreten können. Mattigkeit, Leistungsabfall, vermehrter Durst, Schwitzen, nächtliche Wadenkrämpfe sind häufige Anfangssymptome, die bei einem Diabetes Typ 1 früher und deutlicher einsetzen, beim Diabetes Typ 2 oft erst allmählich. Verstärktes Müdesein, Schwitzen, Schwäche zeigen mitunter morgendlichen Unterzucker an.

Nierenschäden, die als mögliche Folgeerkrankung entstehen können (diabetische Nephropathie), bereiten häufig lange Zeit keine speziellen Beschwerden. Möglich sind dann Symptome eines schleichenden Nierenversagens mit häufigem Wasserlassen, Schwellungen an Beinen und Füßen, Müdigkeit, Leistungsabfall, Sehstörungen, Hautjucken. Wichtig ist es deshalb immer, auf eine gute Blutzuckereinstellung zu achten und die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen einzuhalten.

Ausführliche Informationen zu beiden Diabetesformen, ihren Ursachen, Symptomen, notwendigen Untersuchungen und angepassten Therapien erhalten Sie in den Krankheitsratgebern „Diabetes mellitus Typ 1“ und „Diabetes mellitus Typ 2“ auf www.diabetes-ratgeber.net.


Autoimmunerkrankungen, Systemerkrankungen

Bestimmte Autoimmunerkrankungen gehen häufig mit Müdigkeit und Abgeschlagenheit einher. Dazu können mehrere Gründe beitragen. Autoimmunerkrankung bedeutet, dass sich das körpereigene Abwehrsystem nicht gegen Krankheitserreger und krankmachende Stoffe von außen richtet, sondern gegen den Körper selbst. Die Folge sind überschießende Entzündungsreaktionen, die viele Bereiche des Organismus erfassen und schädigen können. Gesteigerte Immunabwehr und entzündliche Prozesse rufen oft Müdigkeit hervor. Krankheiten, bei denen Müdigkeit verstärkt neben den Leitsymptomen auftritt, sind zum Beispiel die rheumatoide Arthritis, das Sjögren-Syndrom und der systemische Lupus erythematodes.

Rheumatoide Arthritis: Bei dieser chronisch entzündlichen Gelenkerkrankung kommt es – anfangs oft schubweise – zu Schwellungen und Ergüssen an beiden Händen und Fingern, aber auch an anderen kleinen Gelenken. Schmerzen treten häufig nachts, in Ruhehaltung, aber auch bei bestimmten Bewegungen auf. Hände und Finger sind vor allem morgens schwach und steif. Müdigkeit, Abgeschlagenheit, leichtes Fieber, Appetitlosigkeit können oft Anfangssymptome sein, noch bevor die Gelenkbeschwerden einsetzen. Im Verlauf der Erkrankung können sich weitere Entzündungen an Gefäßen und Organen entwickeln, etwa eine Herzbeutelentzündung. Die Beweglichkeit im Alltag ist oft erschwert. Auch deshalb sind die Betroffenen häufig müde und erschöpft.
Ausführliche Informationen zu Ursachen, Symptomen, Verlauf, Diagnose und Therapie im Krankheitsratgeber „Rheumatoide Arthritis“.

Sjögren-Syndrom: Die zweithäufigste rheumatische Erkrankung führt zu chronischen Entzündungen vor allem der Tränen- und Speicheldrüsen sowie anderer Schleimhäute, etwa der Nase oder der Bronchien. Auch Gefäße und innere Organe können erkranken. Krankheitsfolgen sind ausgeprägte Mundtrockenheit und trockene, brennende Augen. Schluck- und Atembeschwerden, Husten, Heiserkeit weisen daraufhin, dass auch die Schleimhäute der unteren Atemwege entzündet sind. Als belastend empfinden die Betroffenen zudem die oft plötzlich einsetzende, extreme Müdigkeit und Leistungsschwäche. Weitere Informationen zu Ursachen, Verlauf, Diagnose und Therapie im Ratgeber „Mundgeruch, Kapitel: Erkrankungen in der Mundhöhle und im Rachen“.

Systemischer Lupus erythematodes: Ausgeprägte Müdigkeit, Schwächegefühl, Fieber und Atembeschwerden sind häufig erste und einzige Zeichen für diese Autoimmunerkrankung, die die Haut sowie Gefäße und viele Organe erfasst. Als weitere Symptome treten dann schmerzende Schwellungen an Fingern und Händen sowie Morgensteifigkeit auf. Kennzeichnend sind schmetterlingsförmige, rote Hautausschläge im Gesicht, ebenso Ausschläge an den Händen und anderen Körperstellen. Sonne sowie Stress und seelische Belastungen verstärken die Beschwerden. Informationen zu Ursachen, Symptomen, Diagnose und Therapie im Ratgeber „Lupus erythematodes (LE)“, im Ratgeber „Schwellungen und Knoten an den Händen – Kapitel: Kollagenosen: Systemischer Lupus erythematodes, Sklerodermie“, sowie im Ratgeber „Fieber“, Kapitel: Kollagenosen).

Allergien

Bei manchen Menschen reagiert das Immunsystem überempfindlich auf unterschiedliche Reize oder bestimmte Stoffe, Allergene. Die Folgen sind unterschiedliche, oft heftige Reaktionen wie Schnupfen, Husten, Asthma oder Hautausschläge, Juckreiz, Schwellungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kreislaufprobleme. Müdigkeit kann eine häufige Begleiterscheinung sein. Mehr über Allergien lesen Sie im Spezial „Allergie: Wenn die Leibgarde verrückt spielt.“ Dort finden Sie auch Links zu den verschiedenen Allergietypen.




Bildnachweis: Thinkstock/Goodshot, Jupiter Images GmbH/Polka dot com, W&B/Martina Ibelherr/RYF, Jupiter Images GmbH/Ablestock
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Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de; 14.09.2011, aktualisiert am 26.02.2014
Bildnachweis: Thinkstock/Goodshot, Jupiter Images GmbH/Polka dot com, W&B/Martina Ibelherr/RYF, Jupiter Images GmbH/Ablestock

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