Montags immer müde? Woran das liegt

Der Wochenanfang fällt oft schwer. Schuld ist der geänderte Biorhythmus am Wochenende. Wie Sie fit in die Woche starten

von Dr. Luitgard Marschall, aktualisiert am 22.05.2016

Müde in die Arbeit fahren? Wer kennt ihn nicht, den Montags-Blues...

F1online/Moodboard

Auch immer müde zu Wochenbeginn? Montags fällt vielen Menschen das Aufstehen besonders schwer. Den ganzen Tag fühlen sie sich antriebslos und sind unkonzentriert. Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag der Apotheken Umschau schläft jeder sechste Berufstätige, der Schlafprobleme hat, von Sonntag auf Montag schlecht. Der häufigste genannte Grund dafür: Grübeln über die beginnende Arbeitswoche.

Gründe für das Montagstief

Mediziner und Psychologen sehen in dem veränderten Biorhythmus am ­­Wochenende den Hauptgrund für das Montagstief. Schließlich quält es vor allem jene Menschen, die unter der Woche einer geregelten Arbeit nach­­gehen, am Wochenende jedoch ihren Tagesrhythmus völlig ändern.


„Gerade jüngere Berufstätige stehen von Montag bis Freitag früh auf und gehen abends bisweilen spät ins Bett“, sagt der Schlafforscher Dr. Alexander Blau von der Berliner Charité. Dadurch entstehe bis zum Ende der Woche ein Schlafmangel. Für gewöhnlich wird dieser durch langes Ausschlafen am Wochenende ausgeglichen. Das hat ­allerdings den Nebeneffekt, dass die Betroffenen bis Sonntagabend ausgeruht sind und daher an diesem Abend schlechter einschlafen als während der Woche. Auch gehen viele Berufstätige am Wochenende aus und kommen viel später ins Bett als üblich.

Biorhythmus: Innere Uhr aus dem Takt

Die innere Uhr, die den Schlaf reguliert, gerät so ebenfalls aus dem Takt. „In der Nacht von Sonntag auf Montag zwingen sie sich dann wieder in den vorgegebenen Arbeitsrhythmus“, erläutert Blau. Bei der Montagsmüdigkeit handelt es sich also um eine Art Wochenend-Jetlag.

Dass so viele Berufstätige sonntag­abends schlecht einschlafen, hat aber auch psychologische Gründe. Oft gehen sie mit Gedanken an die Aufgaben der neuen Woche ins Bett. Wer noch dazu beruflich unzufrieden ist, verbindet den Neustart in die Arbeitswoche mit negativen Gefühlen. Um dennoch erholsamen Schlaf zu finden, rät der Psychologe Werner Cassel vom Schlafmedizini­schen Labor Marburg zu gedanklicher Entspannung: „Gehen Sie am Sonntagabend zur üblichen Zeit ins Bett. Lesen Sie mit Genuss ein Buch – ohne zwischendurch auf die Uhr zu schauen. Löschen Sie das Licht erst, wenn Sie wirklich müde sind! So kommen Sie zur Ruhe und schlafen ein, ohne zu grübeln und die Stunden zu zählen.“


Wege zum Montagshoch

  • Gehen Sie unter der Woche zu regelmäßigen Zeiten ins Bett. Von diesem Rhythmus sollten Sie auch am Wochenende nicht völlig abweichen und höchstens zwei Stunden später als üblich aufstehen.
  • Beginnen Sie den Montag ohne Hektik mit einem ausgiebigen Frühstück. Tanken Sie schon am Morgen möglichst viel Tageslicht – das versetzt den Körper in einen Wachzustand.
  • Bereiten Sie den Wochenstart schon am Freitag vor: Alle E-Mails beantworten und eine Erledigungsliste für die nächste Woche anlegen.


Bildnachweis: F1online/Moodboard

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