Anmelden | Registrieren
Drucken

Schilddrüsenüberfunktion:
Therapie

Nicht immer genügt eine Behandlung mit bestimmten Medikamenten, sogenannten Schilddrüsenblockern (Thyreostatika). Manchmal ist eine Radiojodtherapie oder eine Operation erforderlich


Die Schilddrüse bremsen: Medikamente können die Hormonspiegel wieder ins Lot bringen

Die Basedowsche Erkrankung neigt in einigen Fällen zur Selbstheilung. Bis zum Abklingen der Symptome der Schilddrüsenüberfunktion gilt eine medikamentöse Therapie als sinnvoll. Allerdings ist beim Morbus Basedow die Rückfallquote mit etwa 50 Prozent hoch. Dann kommen andere Therapieformen wie eine Operation oder die Behandlung mit radioaktivem Jod (Radiojodtherapie) zum Einsatz.

Medikamente, welche die Schilddrüsenfunktion hemmen (Thyreostatika), können auch die Symptome einer Autonomie lindern. Doch die autonomen Regionen werden durch eine solche Therapie nicht beseitigt, weshalb Medikamente hier meist nur als Überbrückung in der Zeit bis zu einer Operation oder Radiojodtherapie dienen.


Medikamente

Die Einnahme von Thyreostatika, den „Schilddrüsenblockern“, ist die bei der Schilddrüsenüberfunktion übliche anfängliche Behandlung. Erst, wenn sich dadurch die im Blut gemessene Hormonkonzentration wieder normalisiert hat, kann entschieden werden, ob für die abschließende Heilung eine Radiojodtherapie oder eine Operation erfolgen muss. Zwar hemmen Thyreostatika die Produktion der Schilddrüsenhormone. Doch da zu Beginn noch ein Überschuss davon vorhanden ist, dauert es etwa eine Woche, bis der Patient die Besserung verspürt.

Bei der Basedowschen Erkrankung werden die Thyreostatika zunächst über etwa zwölf Monate gegeben. In etwa der Hälfte der Fälle bessert sich die Erkrankung nach dieser Zeit längerfristig. Die übrigen Patienten müssen mit anderen Verfahren weiterbehandelt werden.

Während der Schwangerschaft – die eine Schilddrüsenüberfunktion verstärken kann – sind Thyreostatika die Therapie der Wahl. Die Dosis muss dabei so niedrig wie möglich gehalten werden.

In manchen Fällen sind auch Betablocker sinnvoll, die sonst zum Beispiel als Blutdrucksenker eingesetzt werden. Diese Medikamente verringern den Einfluss der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin auf den Körper. Sie verlangsamen so den Herzschlag und können das bei manchen Patienten mit Hyperthyreose auftretende Zittern mildern.

Radiojodtherapie

Das Prinzip: Zerstörung von Gewebe durch radioaktive Strahlung. Dabei wird dem Patienten radioaktives Jod verabreicht. Zerstört werden Schilddrüsenzellen, deren Hormonstoffwechsel gesteigert ist. Denn solche Zellen nehmen vermehrt radioaktives Jod auf. Beim Morbus Basedow sind davon alle Zellen betroffen. Bei der Autonomie werden vor allem die erkrankten knotigen Bereiche der Schilddrüse vom Radiojod erreicht.

Da Betroffene während der Behandlung auch radioaktives Jod ausscheiden, werden sie für drei bis fünf Tage isoliert in speziellen Abteilungen der Krankenhäuser untergebracht. Besonders bei Erwachsenen mit nur mäßig vergrößerter Schilddrüse wird dieses Verfahren eingesetzt.

Die Erfolgsrate ist hoch, allerdings ist der Wirkungseintritt verzögert. Und: Es kommt als Folgewirkung häufig zu einer Schilddrüsenunterfunktion, die auch noch Jahre nach der Behandlung auftreten kann. Diese Nebenwirkung der Therapie kann jedoch mit Schilddrüsenhormonen in Tablettenform behandelt werden. Die Patienten müssen diese Medikamente allerdings lebenslang einnehmen.

Operation

Eine Operation wird in Erwägung gezogen, wenn die vergrößerte Schilddrüse auf die Luftröhre drückt oder wenn zahlreiche Knoten mit erhöhter Hormonproduktion nachgewiesen wurden. Auch beim Verdacht auf einen bösartigen Tumor wird die Schilddrüse durch eine Operation entfernt oder verkleinert. Nach dem Eingriff sinkt der Schilddrüsenhormonspiegel sofort.

Zu den Risiken zählt, dass bei der Operation der Stimmbandnerv verletzt werden kann oder dass die für den Kalziumstoffwechsel wichtige Nebenschilddrüse beeinträchtig wird. Außerdem ist ein Schnitt am Hals notwendig, der eine Operationsnarbe hinterlässt.

Im Allgemeinen ist nach der Operation die Einnahme von Schilddrüsenhormonen und Jodid notwenig. Damit wird einer Unterfunktion vorgebeugt sowie verhindert, dass verbliebenes Schilddrüsengewebe wieder unkontrolliert wächst.



  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6
  7. 7
  8. 8

Gut zu wissen ...

Hormone:

Die Boten im Körper

Hormone spielen eine wichtige Rolle im Körper. Sie transportieren Informationen »

www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 20.04.2012
Bildnachweis: W&B/Martin Ley

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren  »

Symptome-Check

Übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose)

Hinter einer erhöhten Schweißproduktion können vielfältige Ursachen stecken »

Zittern (Muskelzittern, Tremor)

Zittern kann viele Ursachen haben: Schilddrüsenstörungen gehören auch dazu »

Durchfall (Diarrhö)

Ausführliche Informationen zu Ursachen und Therapien von Durchfällen »

Schwellung am Hals

Erfahren Sie mehr über Ursachen, Diagnose und Therapie von Schwellungen am Hals »

Heißhunger

Hinter Heißhungerattacken können harmlose, aber auch krankhafte Ursachen stecken »

Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhö)

Was dahintersteckt, wenn die Periode ausbleibt »

Der große Körpercheck

Testen Sie sich online

Überprüfen Sie Ihren Körper interaktiv in Sachen Gesundheit »

Vorsorge-Rechner

Welche Vorsorgeuntersuchung steht Ihnen zu? Unser Online-Rechner sagt es Ihnen »

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages

Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung