Bestimmte Medikamente (Thyreostatik, "Schilddrüsen-Blocker") helfen gegen die Symptome der Schilddrüsenüberfunktion
Medikamente
Die vorherrschenden Symptome bei Morbus Basedow werden durch den Überschuss an Schilddrüsenhormonen im Körper ausgelöst. Zur Behandlung sind deshalb Medikamente geeignet, die den Spiegel der Schilddrüsenhormone T3 und T4 im Blut absenken (Thyreostatika, "Schilddrüsen-Blocker"). Häufig verordnete Wirkstoffe sind Carbimazol, Methimazol und Propylthiouracil. Zur Therapie des Morbus Basedow ist eine längerfristige Medikamenteneinnahme notwendig, üblicherweise über etwa ein Jahr. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Hautausschläge (Exantheme), Magen-Darm-Probleme, Juckreiz und eine Leberwert-Erhöhung. In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Verminderung der weißen Blutzellen kommen (Leukozytopenie, Agranulozytose), sodass regelmäßige ärztliche Kontrollen notwendig sind. Unterstützend oder wenn die Thyreostatika nicht vertragen werden, verschreibt der Arzt in einigen Fällen einen Beta-Blocker (Propranolol). Dieser Wirkstoff, der auch bei Bluthochdruck zum Einsatz kommt, verlangsamt den zu schnellen Puls und kann sich positiv auf weitere Symptome wie beispielsweise Zittern auswirken. Er ist zur Stabilisierung der Schilddrüsenüberfunktion jedoch nicht ausreichend.
In knapp der Hälfte der Fälle kommt es auch nach einer ausreichend langen medikamentösen Therapie zu einem Rückfall der Überfunktion. Deshalb sollten auch nach einer thyreostatischen Behandlung ärztliche Kontrollen erfolgen.
Bessert sich die Situation mit Medikamenten nicht, oder ist eine rasche Therapie nötig, weil die Schilddrüse zum Beispiel stark vergrößert ist und dadurch Beschwerden auslöst, wird der behandelnde Arzt entweder eine Operation oder eine Radio-Jodid-Therapie (abgekürzt RIT oder auch RJT) vorschlagen.
Operation
Bei einer Operation wird ein großer Teil der Schilddrüse entfernt (ausgedehnte subtotale Strumaresektion, "near total"). Der Eingriff erfolgt über einen kleinen Schnitt vorne am Hals. Die Operation kann insbesondere dann angebracht sein, wenn gleichzeitig der Verdacht auf sehr seltenen Schilddrüsenkrebs ausgeräumt werden soll. Nach der Operation stellt sich üblicherweise und gewollt eine dauerhafte Schilddrüsenunterfunktion ein. Diese lässt sich jedoch durch die Einnahme von Schilddrüsenhormon einfach ausgleichen. Wie bei jeder Operation kann es auch bei einer Schilddrüsenoperation zu Komplikationen wie Blutungen oder Infektionen kommen. In seltenen Fällen wird bei dem Eingriff der Stimmbandnerv verletzt, der in der Nähe der Drüse verläuft, was anhaltende Heiserkeit zu Folge haben kann. Auch eine Verletzung der Nebenschilddrüsen kann vorkommen. Sehr wichtig ist es, dass der Chirurg / die Chirurgin große Erfahrung mit Schilddrüsenoperationen hat.
Radio-Jod-Therapie (RIT, RJT)
Der Morbus Basedow kann auch mit einer 131-Radio-Jod-Therapie behandelt werden. Dabei erhält der Patient während eines kurzen stationären Aufenthalts im Krankenhaus ein Präparat mit radioaktivem 131-Jodid. Der Stoff lagert sich vor allem in der Schilddrüse ein, wo er radioaktive Strahlung abgibt. Sie zerstört allmählich das Schilddrüsengewebe und reduziert es somit. Die Strahlung wird genau berechnet und exakt dosiert. Sie wirkt örtlich begrenzt auf das Drüsengewebe. Der restliche Körper wird so nicht belastet. Für Schwangere und Stillende ist die RIT nicht geeignet.
Nach einer RIT wegen Morbus Basedow kommt es gewollt zur Schilddrüsenunterfunktion, die durch die dauerhafte Einnahme von Schilddrüsenhormonen ausgeglichen werden muss. Augensymptome können sich selten kurzfristig verschlechtern. So ist eine Nachsorge durch den Arzt mit regelmäßigen Kontrollen nötig.
Therapie von Augenproblemen bei Morbus Basedow
Bei Morbus Basedow können die Augen(-höhlen) betroffen sein (siehe Kapitel Symptome). Diese Orbitopathie ist nur schwer zu behandeln. Entscheidend ist, das Hormongleichgewicht möglichst rasch und gut wieder herzustellen. In Abhängigkeit vom Schweregrad verschreibt der Arzt außerdem Kortisonpräparate (Glukokortikoide). Künstliche Tränen helfen bei trockenen Augen, dunkle Brillen bei Lichtempfindlichkeit und spezielle Prismenbrillen bei Doppelbildern. In bestimmten Fällen kann eine Strahlentherapie an den Augen Linderung verschaffen. Auch bestimmte Augenoperationen sind manchmal angebracht. Dabei wird beispielsweise das Lid korrigiert oder der Druck auf den Augapfel verringert (Orbitadekompression).
Nikotinkonsum verschlechtert den Verlauf und die Wirksamkeit der Therapie bei endokriner Orbitopathie deutlich und muss vermieden werden.
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13.09.2005, aktualisiert am 07.12.2011
Bildnachweis: Image Source/RYF
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