Die Krankheit beginnt oft relativ plötzlich, manchmal im Zusammenhang mit einschneidenden Ereignissen – zum Beispiel anhaltenden Belastungssituationen.
Die Schilddrüse wird bei Morbus Basedow durch körpereigene Antikörper übermäßig stark stimuliert (siehe Kapitel Ursachen). Das hat zur Folge, dass das Organ zu viele Hormone ins Blut ausschüttet. Es kommt zu einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), die Beschwerden verursacht:
Symptome der Schilddrüsenüberfunktion
verstärktes Schwitzen, den Patienten ist es sehr schnell zu warm, sie können Hitze schlecht vertragen
Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf, medizinisch Struma)
Bei Morbus Basedow vergrößert sich die Schilddrüse manchmal. Sie ist dann – vor allem bei zurückgebeugtem Kopf – am Hals sichtbar und tastbar ist. Dieser Kropf kann mit einem Druckgefühl am Hals oder Schluckstörungen auf sich aufmerksam machen. Das Tragen von Pullikragen oder Hemdkragen wird häufig als unangenehm empfunden, eventuell wird die Kleidung am Hals plötzlich zu eng. In seltenen, schweren Fällen kann sogar Luftnot auftreten.
Augensymptome
Morbus Basedow macht sich bei circa 50 Prozent der Erkrankten nicht nur an der Schilddrüse, sondern auch an den Augenhöhlen bemerkbar. Die Augäpfel treten stärker aus den Augenhöhlen hervor als es normalerweise der Fall ist (medizinisch: Exophthalmus). Die Augen erscheinen dadurch übermäßig groß und weit aufgerissen. Ursache dieser Störung (medizinisch: endokrine Orbitopathie), ist eine Zunahme des Gewebes hinter dem Augapfel. Wie es genau dazu kommt, ist nicht restlos geklärt. Vermutlich liegt die gleiche Störung im körpereigenen Abwehrsystem zugrunde, die auch zu Symptomen an der Schilddrüse führt.
Der Exophthalmus kann verschiedene Probleme bereiten. Die Augen können nicht mehr so gut geschlossen werden. Manche Patienten spüren ein Fremdkörpergefühl oder ein schmerzhaftes Druckgefühl am Auge. Die Augen tränen übermäßig, die Bindehaut kann sich röten, die Lider können anschwellen. Oft wird Licht als unangenehm empfunden. Sehstörungen wie Doppelbilder kommen vor. In seltenen und schweren Fällen nimmt der Sehnerv des Auges Schaden.
Die endokrine Orbitopathie, der schnelle Herzschlag (Tachykardie) und die Schilddrüsenvergrößerung (Struma) gelten in ihrer Kombination als besonders charakteristische Symptome des Morbus Basedow. Sie werden als "Merseburger Trias" zusammengefasst. Fehlen diese Symptome, schließt das die Krankheit aber nicht aus.
Schwellung an den Unterschenkeln
In sehr seltenen Fällen bildet sich bei Morbus Basedow eine teigige Schwellung (Myxödem) an den Schienbeinen.
Thyreotoxische Krise
Eine gefährliche Komplikation bei Schilddrüsenüberfunktion ist die thyreotoxische oder auch hyperthyreote Krise. Auslöser kann zum Beispiel die Gabe von jodhaltigem Röntgenkontrastmittel im Rahmen einer Röntgenuntersuchung sein. Seltener sind Infekte oder Operationen in Kombination mit schweren Verläufen der Stoffwechselerkrankung der Grund. Die Schilddrüse schüttet dann plötzlich sehr viele Schilddrüsenhormone auf einmal aus, was Fieber, Schwäche und Bewusstseinsstörungen, im schlimmsten Fall sogar Bewusstlosigkeit auslöst (thyreotoxisches Koma). Um das Überleben der Betroffenen zu gewährleisten und Organschäden zu vermeiden, muss die thyreotoxische Krise sofort intensivmedizinisch überwacht und behandelt werden.
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13.09.2005, aktualisiert am 07.12.2011
Bildnachweis: LiquidLibrary/DynamicGraphics
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