Schädelhirntrauma

Ein Schädelhirntrauma ist eine Verletzung des Schädels und des Gehirns. Es entsteht, wenn eine äußere Gewalt auf den Kopf einwirkt. Symptome und Folgen hängen von der Schwere des Traumas ab

aktualisiert am 04.04.2014

Wie der Name schon andeutet, werden bei einem Schädel-Hirn-Trauma der Schädel und das Gehirn verletzt

iStock/Janulla

Was ist ein Schädelhirntrauma?

Wirkt eine Gewalt direkt auf den Kopf ein, dann kann ein Schädelhirntrauma (SHT) entstehen. Trauma bedeutet eine körperliche Verletzung durch Gewalteinwirkung, steht aber auch für eine seelische Erschütterung. Bei einem Schädel-Hirn-Trauma werden der Schädelknochen und das Gehirn verletzt. Auslöser eines Schädelhirntraumas ist bei jungen Menschen in den meisten Fällen ein Verkehrsunfall. Bei Älteren spielen dagegen vor allem Stürze als Ursache eine Rolle. Das Schädelhirntrauma zählt zu den häufigsten Todesursachen bei Menschen unter 40 Jahren.

Einteilung in drei Schweregrade

Ein Schädel-Hirn-Trauma lässt sich in drei Schweregrade einteilen: leicht (SHT Grad I), mittelschwer (SHT Grad II) und schwer (SHT Grad III). Umgangssprachlich (früher auch von Medizinern so bezeichnet) nennen sich diese "Gehirnerschütterung" (Commotio cerebri), "Gehirnprellung" (Contusio cerebri) und "Gehirnquetschung" (Compressio cerebri). Nicht selten kommt es zu Störungen des Bewusstseins oder Bewusstlosigkeit. Welcher Schweregrad vorliegt, hängt davon ab, wie lange die Bewusstlosigkeit andauert, wann sich die Symptome zurückbilden sowie von den Spätfolgen. Ärzte teilen den Schweregrad heutzutage nach der Glasgow Coma Skala (GCS) ein. Sie bewertet drei Funktionen des Bewusstseins: Augen öffnen, Ansprechbarkeit und Reaktion auf Schmerzreize. Je höher der Wert auf einer Skala von drei bis 15 ist, umso leichter ist das Schädel-Hirn-Trauma.


Unsere Expertin: Dr. Carla Jung, Fachärztin für Neurochirurgie

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Daneben unterscheiden Ärzte zwischen einem "geschlossenen" und einem "offenen" Schädelhirntrauma. Bei letzterem hat eine Kraft derart auf den Schädel und das Gehirn eingewirkt, dass die harte Hirnhaut (Dura mater) verletzt wurde und somit Hirnwasser (Liquor) austreten kann. Dieser Zustand ist lebensbedrohlich. Glücklicherweise stellen Ärzte bei rund 80 Prozent der Patienten lediglich ein leichtes Schädelhirntrauma fest, das meist ohne Folgen ausheilt.

Symptome: Wie macht sich ein Schädelhirntrauma bemerkbar?

Wer ein Schädelhirntrauma erlitten hat, kann – je nach Ausprägung – das Bewusstsein verlieren. Außerdem verspürt der Betroffene häufig Kopfschmerzen, hat Schwindel oder Gleichgewichtsprobleme, es ist ihm übel oder er muss sich erbrechen. Auch Krampfanfälle sind möglich. Für kurze Zeit, manchmal aber auch für länger, kann sich der Verletzte nicht an den Auslöser des Schädelhirntraumas erinnern (retrograde Amnesie). Hinzu können von außen sichtbare Verletzungszeichen wie Schürfungen, Schwellungen oder Platzwunden kommen.

Der Arzt, der den Verletzten versorgt, fragt den Betroffenen und / oder anwesende  Helfer und Zeugen nach der Unfallursache und untersucht den Betroffenen auf Verletzungszeichen und mögliche Begleitsymptome hin. Außerdem überprüft er den Bewusstseinszustand, Atmung sowie Kreislauf und schätzt den Schweregrad des Schädelhirntraumas ein. Das ist für den mutmaßlichen Verlauf des Traumas, ebenso wie für die Therapie sehr wichtig.


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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Bildnachweis: W&B, iStock/Janulla
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