Muskulatur:
Arbeitsplatz ergonomisch gestalten

Einstellung der Arbeitsplatte, des Bürostuhl und auch die Position des Computers wirken sich auf die Muskulatur aus

Effektive Therapie: Physiotherapeut Steffen Tröster lindert chronische Verspannungen durch osteopathische Techniken

Arbeitsplatz ergonomisch gestalten. Jede Haltung, die einen Muskel über längere Zeit gespannt hält, begünstigt die Entstehung muskulärer Verspannungen. „Sitzmöbel für Büroarbeiter sollten deshalb ein aktives Sitzen, also einen Wechsel der Sitzposition, ermöglichen“, erläutert Appell. Zudem solle die Arbeitsplatte nicht zu hoch und der Bildschirm eher etwas unterhalb der Augenhöhe sein, um die Nackenmuskulatur zu entlasten. Für Bildschirmarbeiter seien Gleitsichtbrillen weniger gut geeignet, weil sie Nackenverspannungen begünstigen.

Gezielte Massagen. Massagen können auf verschiedene Weise helfen: Gestrichen beruhigen sie die Muskulatur allgemein, während kräftigeres Kneten dehnt und lockert. Besonders bei tastbaren, druckschmerzempfindlichen Muskelverhärtungen (Myogelosen) können punktuelle Techniken helfen. Allerdings sind sie in solchen Fällen nicht immer angenehm.

Doch auch wer sich nur mit sanften Wellness-Massagen anfreunden kann, tut nichts Schlechtes. Sie fördern zumindest das Wohlgefühl und sind damit ein erster Baustein in der Behandlung von Verspannungen. Selbst sanfte Massagen durch einen Partner bringen unter diesem Gesichtspunkt etwas. Massageöle oder Franzbranntwein aus der Apotheke wirken hier unterstützend.

Vielen Patienten helfen auch osteopathische Techniken: „Es handelt sich dabei um eine ganzheitliche Methode, für die es allerdings noch keine Wirkungsnachweise gibt“, sagt Steffen Tröster. Dennoch seien bei Verspannungen bestimmte Techniken der Osteopathie, wie die Schüttelung, sinnvoll. Solche Behandlungen werden jedoch von den Krankenkassen in der Regel nicht übernommen. In jedem Fall sollte man nur einen qualifizierten Therapeuten aufsuchen.

Reizstrom lindert Beschwerden. Spezielle batteriebetriebene Reizstromgeräte (TENS-Geräte) aus der Apotheke lassen sich problemlos zu Hause anwenden. Die Elektroden werden auf die schmerzende Region geklebt (nicht auf Knochenstellen, die Wirbelsäule oder den Kopf). Eine genaue Anleitung liegt den Geräten bei.

Individuell einstellbare Programme lassen schwache Ströme durch den Muskel fließen, was sich durch angenehmes Pulsieren bemerkbar macht. Experten vermuten, der Reizstrom führt dazu, dass sich die Überträgersubstanzen in den Muskelnerven erschöpfen. Folglich kann der Nerv den Muskel nicht mehr so gut ansteuern, und dieser entspannt sich. „Handelsübliche Geräte mit Prüfsiegel sind bei bestimmungsgemäßem Gebrauch völlig ungefährlich“, betont Steffen Tröster.

Entspannungstechniken einüben. Methoden wie Tai-Chi, Qigong, Yoga oder autogenes Training wirken entspannend auf Muskulatur und Seele. Schwere psychische Probleme sollten jedoch mit fachlicher Unterstützung durch einen Psychologen oder Psychotherapeuten angegangen werden.

Regelmäßig bewegen. Das stärkt die Muskulatur und hilft, Verspannungen vorzubeugen und Stresshormone abzubauen. Eine schwache Muskulatur kann ihre Haltearbeit nicht ausreichend verrichten und ist schnell über lastet. Ideal sind vor allem rückenschonende Sportarten wie Nordic Walking oder Rückenschwimmen. Aber auch der Wohlfühleffekt zählt, wie Appell hervorhebt: „Letztlich ist jede Sportart gut, die einem Spaß macht.“

 

Wann zum Arzt?

Bei starken Schmerzen und wenn eigene Maßnahmen nicht mehr helfen oder sich die Beschwerden dadurch sogar verschlimmern, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Das gilt ganz besonders dann, wenn zu den Schmerzen weitere Beschwerden wie Taubheit, Kribbeln oder Lähmungen hinzukommen. Auch bei starken Spannungskopfschmerzen kann der Arzt durch gezielte Injektionen die Muskulatur lockern.


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