Anfangs verharrt der Betroffene in einer Art Zwangshaltung und vermeidet jede Bewegung. Er kann den Rumpf weder nach vorne beugen noch aufrichten: Das Kreuz ist blockiert. Entlastung findet er am ehesten, wenn er sich auf den Rücken legt und die Beine anwinkelt. So ist das Konzept der Stufenlagerung entstanden, eine alte, aber höchst wirkungsvolle Behandlungsmethode bei Hexenschuss und „Ischias“: Rücken und Kopf liegen gestreckt auf der Unterlage. Hals und Kreuz werden durch eine flache, handbreite Erhöhung, zum Beispiel ein zusammengerolltes Handtuch, abgestützt. Knie und Unterschenkel ruhen auf einem festen Polster. Die Rumpfmuskeln können sich entspannen. Die Stufenlagerung kann man nach Bedarf einnehmen, anfangs ruhig mehrmals am Tag.
Wärmeanwendungen am Kreuz können die Durchblutung verbessern und so zur Schmerzlinderung beitragen. Kurzfristig kann ein „einfaches“ Schmerzmittel, zum Beispiel Paracetamol oder Acetylsalicylsäure, oder ein rezeptfrei in der Apotheke erhältliches nicht steroidales Antirheumatikum eingenommen werden (Arzneimittelinformationen genau lesen, im Zweifelsfall den Apotheker fragen). Normalerweise ist der Spuk bald wieder vorüber. Man sollte nur kurz einen Schongang einlegen und sich möglichst bald wieder bewegen, zunächst natürlich vorsichtig. Gehen ist besser als langes Sitzen oder Stehen. Bewegung führt nachweislich zur schnelleren Genesung, Bettruhe ist out.
Bei sonst guter Gesundheit muss der Arzt nicht unbedingt hinzugezogen werden. Das ist nur nötig, wenn die Schmerzen nach drei Tagen immer noch fortbestehen oder wenn sie von Anfang an sehr stark sind. In diesem Fall oder wenn nach ein bis zwei Wochen keine Besserung eingetreten ist, wird der Arzt weitere Diagnoseschritte einleiten (siehe Kapitel „Ischias“ und unter Rückenschmerzen). Ansonsten bieten sich krankengymnastische Übungen an, um den Rücken weiter zu stabilisieren. Wenn der Arzt Krankengymnastik im Einzelfall für das richtige Therapieverfahren hält, wird er sie auch verordnen.
Tipps: „Bewegungsmuffel“ sollten fortan rückenfreundlicher leben, um chronischen Rückenschmerzen vorzubeugen. Dazu gehören regelmäßige körperliche Aktivität, Vermeiden akuter Belastungen der Wirbelsäule und Nomalgewicht. Es ist sicher nicht verkehrt, Rückgrat und Bauch durch etwas Gymnastik, eventuell auch eine Haltungsschulung, zu stärken (Kurse mit Wirbelsäulengymnastik werden zum Beispiel von Volkshochschulen angeboten). Der Arbeitsplatz sollte natürlich rückenfreundlich gestaltet sein. Für die Sportbegeisterten gilt, es nicht zu übertreiben und die Muskeln – auch die Rückenmuskeln – vor jeder sportlichen Aktion aufzuwärmen und zu dehnen.
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13.09.2005, aktualisiert am 31.10.2010
Bildnachweis: W&B/Winfried Fischer
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