Weltweit sind 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung von der rheumatoiden Arthritis betroffen, Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer. Die rheumatoide Arthritis kann in jedem Lebensalter auftreten, sogar im Kindesalter (Rheumafaktor-positive Polyarthritis). Mit zunehmendem Alter nimmt bei beiden Geschlechtern auch die Erkrankungshäufigkeit zu. Die Krankheit beginnt meist im vierten bis fünften Lebensjahrzehnt.
Die Ursachen der rheumatoiden Arthritis sind noch nicht vollständig geklärt. Autoimmunprozesse, aber auch eine erbliche Veranlagung spielen eine Rolle. Umwelteinflüsse (wie zum Beispiel Rauchen) und möglicherweise auch Infektionen sind an der Entstehung der Krankheit beteiligt.
Eine rheumatoide Arthritis kann plötzlich, aber auch schleichend auftreten. Erste Anzeichen sind Schwellungen, Überwärmung und Rötung sowie morgendliche Steifheit der Gelenke. Die Beschwerden sind meist symmetrisch und treten häufig zunächst an den Grund- und Mittelgelenken der Finger oder Zehen auf. Es können aber auch andere Gelenke wie Hand-, Knie, Schulter, Hüft- oder Fußgelenke und auch die obere Halswirbelsäule betroffen sein.
Typisch ist ein Verlauf in Schüben, die über mehrere Wochen anhalten. Es kann zu Gelenkverformungen bis zur kompletten Gelenkzerstörung kommen. Seltener sind andere Organe, wie Tränen- oder Speicheldrüsen, Lunge, Herz, Blutgefäße und Augen beteiligt.
Die rheumatoide Arthritis ist nicht heilbar, der Verlauf kann jedoch sehr unterschiedlich sein. In schweren Fällen drohen Behinderung und Invalidität. Je früher die Diagnose gestellt und die Erkrankung behandelt wird, desto besser lässt sich das Voranschreiten der Gelenkzerstörung verhindern. Neben Medikamenten kommen sowohl Physio- als auch Ergotherapie sowie physikalische Therapien zum Einsatz. Bei schweren Gelenkveränderungen sind oft auch Operationen und gegebenenfalls ein Gelenkersatz notwendig.