Rheumatoide Arthritis

Der Begriff Rheuma umfasst über 100 verschiedene Erkrankungen. Die rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis), ist die häufigste chronische Gelenkentzündung. Mehr zu Ursachen, Symptomen und Behandlung

aktualisiert am 29.02.2016

Polyarthritis: Verschiedenste Gelenke können betroffen sein

W&B/Sturm

Rheumatische Erkrankungen, im Volksmund kurz "Rheuma" genannt, umfassen über 100 verschiedene Krankheitsbilder, die durch Entzündungen oder Stoffwechselstörungen hervorgerufen werden und die vorwiegend das Bewegungssystem betreffen. Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste chronisch verlaufende Gelenkentzündung.

Die Entzündung befällt vorwiegend die Innenhaut (Membrana synovialis) von Gelenken, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln. Die Gelenkinnenhaut produziert die Gelenkflüssigkeit. Diese dient zur Ernährung des Gelenkknorpels und gleichzeitig als Schmiersubstanz, um die Reibung an den Gelenkflächen zu reduzieren.


UNSER EXPERTE: Professor Ekkehard E.W. Genth, Arzt für Innere Medizin und Rheumatologe

DGRh/Arne Sattler

Weltweit sind 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung von der rheumatoiden Arthritis betroffen, Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer. Die rheumatoide Arthritis kann in jedem Lebensalter auftreten, sogar im Kindesalter (juvenile Rheumafaktor-positive Polyarthritis). Mit zunehmendem Alter nimmt bei beiden Geschlechtern auch die Erkrankungshäufigkeit zu. Die Krankheit beginnt meist im vierten bis fünften Lebensjahrzehnt.

Die Ursachen der rheumatoiden Arthritis sind noch nicht vollständig geklärt. Autoimmunprozesse, aber auch eine erbliche Veranlagung spielen eine Rolle. Umwelteinflüsse (wie zum Beispiel Rauchen) und möglicherweise auch Infektionen sind an der Entstehung der Krankheit beteiligt.

Eine rheumatoide Arthritis kann plötzlich, aber auch schleichend auftreten. Erste Anzeichen sind Schwellungen, Überwärmung und manchmal Rötung sowie morgendliche Steifheit der Gelenke. Die Beschwerden sind meist symmetrisch und treten häufig zunächst an den Grund- und Mittelgelenken der Finger oder Zehen auf. Es können aber auch andere Gelenke wie Hand-, Knie, Schulter, Hüft- oder Fußgelenke und auch die obere Halswirbelsäule betroffen sein.


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Typisch ist ein Verlauf in Schüben, die über mehrere Wochen anhalten. Es kann zu Gelenkverformungen bis zur kompletten Gelenkzerstörung kommen. Seltener sind andere Organe, wie  Tränen- oder Speicheldrüsen, Lunge, Herz, Blutgefäße und Augen beteiligt.

Die rheumatoide Arthritis ist nicht heilbar, aber heute, besonders bei früher Diagnose gut behandelbar. Der Verlauf kann jedoch sehr unterschiedlich sein. In schweren Fällen drohen Behinderung und Invalidität. Je früher die Diagnose gestellt und die Erkrankung behandelt wird, desto besser lässt sich das Voranschreiten der Gelenkzerstörung verhindern. Neben Medikamenten kommen sowohl Physio- als auch Ergotherapie sowie physikalische Therapien zum Einsatz. Bei schweren Gelenkveränderungen sind oft auch Operationen und gegebenenfalls ein Gelenkersatz notwendig.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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