Deutschland ist toll. Es gibt das Meer und die Berge und köstliches Essen. Aber trotzdem überfällt den einen oder anderen ab und zu das Fernweh, und dann geht es zum Beispiel nach Asien, Afrika oder nach Amerika. Mit dem Flugzeug. Das ist praktisch, denn wer findet heutzutage noch die Zeit für eine sechsmonatige Schiffsreise?
Aber neben der gesparten Zeit auf der Pro-Seite bietet das Verkehrsmittel Flugzeug leider auch einige Nachteile. Besonders auf einem Langstreckenflug können das ewige Sitzen, die trockene Luft oder der veränderte Druck unangenehm werden. Wir sagen Ihnen, wie Sie stundenlange Reisen in der Höhe am besten überstehen.
In der Kabine herrschen statt der idealen 40 bis 60 Prozent nur maximal 15 Prozent Luftfeuchtigkeit. Dadurch trocknen die Haut und die Schleimhäute aus. Das hilft: viel trinken. Und zwar Wasser oder Fruchtsaftschorlen. Alkohol ist keine Lösung. Durch die Höhe steigen Bier und Wein noch schneller zu Kopf. Außerdem weitet Alkohol die Blutgefäße und dadurch schwellen beispielsweise die Beine an.
Lutschbonbons oder Kaugummis regen die Speichelproduktion an. Das befeuchtet die trockene Kehle. Wer sich an die zuckerfreie Variante hält, schont Zähne und Figur. Außerdem kann das Kauen helfen, wenn bei Start oder Landung durch den Druckausgleich die Ohren schmerzen.
Wenn Kaugummi kauen nicht mehr hilft, kann Gähnen oder Schlucken funktionieren. Auch spezielle Ohrstöpsel aus der Apotheke können helfen. Für verstopfte Nasen ist der Druckausgleich besonders unangenehm. Hier effektiv: ein abschwellendes Nasenspray aus der Apotheke. Das sollte man allerdings nie länger als drei Tage am Stück verwenden.
Gegen trockene Augen helfen ein paar Tropfen künstlicher Tränenflüssigkeit aus der Apotheke. Außerdem empfinden die meisten Menschen eine Brille im Flugzeug angenehmer als Kontaktlinsen.
Gegen trockene oder spannende Haut hilft eine Feuchtigkeitscreme. Aber Vorsicht, die Tube darf maximal 100 Milliliter fassen. Sonst landet das gute Produkt an der Sicherheitskontrolle in der Tonne.
Beim langen Sitzen verkrampft sich die Rückenmuskulatur. Ein paar Streckübungen lockern die Verspannung. Auch angenehm: ein kleiner Spaziergang durch die Kabine. Das bringt auch gleich den Kreislauf in Schwung.
Mangelnde Bewegung und eingeengtes Sitzen stauen das Blut in den Beinen. Wer zu schwachen Venen neigt, kann für den Flug Kompressionsstrümpfe tragen. Wer gesunde Venen hat, kann die etwas schwächeren Stützstrümpfe aus der Apotheke anziehen. Zusätzlicher Tipp: Überschlagen Sie die Beine nicht und gehen Sie häufiger im Gang auf und ab. Eine gute Übung ist das Wippen auf den Zehenspitzen. Es aktiviert die Wadenmuskulatur und verbessert den Blutrücktransport.
Für Arme und Rücken: Falten Sie die Hände vor dem Bauch, strecken Sie mit gefalteten Händen die Arme leicht angewinkelt nach vorne, drehen Sie nun die Handflächen vom Körper weg, und heben Sie so die Arme schräg nach oben.
Für den Nacken: Kopf nach rechts neigen, rechte Hand auf das linke Ohr legen und die linke Schulter sanft nach unten drücken. 15 Sekunden halten, Seite wechseln.
Für die Beine: Die Füße etwas nach vorn und weit auseinander stellen. Die Beine ausschütteln, indem Sie die Knie aufeinander zu und voneinander weg bewegen.
Für die Wadenmuskeln: Oberkörper nach hinten neigen, Oberschenkel mit den Händen halten. Fuß acht Mal in jede Richtung kreisen. Dann Seite wechseln.
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de;
11.02.2011
Bildnachweis: iStock/sjlocke
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