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Die häufigsten Gründe fürs Rauchen

Warum Menschen zur Zigarette greifen und wie sie dem Verlangen widerstehen können


Langeweile, Gruppenzwang, Stress – die Gründe, mit dem Rauchen anzufangen, sind vielfältig

Stress ist einer der häufigsten Gründe, warum Menschen rauchen. Wer Stress hat, sucht nach irgendeiner Möglichkeit, diesem Zustand zu entrinnen. Naschkatzen putzen dann eine Tafel Schokolade weg, Raucher greifen zur Zigarette.

Andere rauchen aus Langeweile. Stundenlange Autofahrten sind ziemlich eintönig. Um sich zu beschäftigen, zünden sich Raucher dann gerne eine Zigarette an.


„Rauchen hat aber auch mit erlernten Verhaltensmustern zu tun“, sagt Alica Dieler, die als Diplom-Psychologin in der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universität Würzburg arbeitet. Mit erlernten Verhaltensmustern, meint Dieler, wird ein bestimmter Reiz mit dem Rauchen verknüpft. Dazu gehört die Standard-Zigarette nach dem Essen, der Glimmstängel zum Kaffee oder nach getaner Arbeit. Qualmen wird zur Gewohnheit.

Bei Jugendlichen spielt der „Gruppenzwang“ eine große Rolle. Rauchen die Freunde, werden junge Leute in der Gruppe besser akzeptiert, wenn sie mitmachen. Außerdem halten Teenager die Qualmerei nicht selten für „cool“. „Gerade junge Mädchen und Frauen rauchen auch, um schlank zu bleiben“, merkt die Würzburger Psychologin an. Nikotin steigert den Energieumsatz des Körpers und vermindert den Appetit. Deshalb haben Raucher oft Angst, dass sie zunehmen, wenn sie der Zigarette den Rücken kehren.

Doch es lohnt sich immens, wenn Er oder Sie es schaffen, sich beim nächsten Einkauf im Supermarkt keine neue Schachtel Zigaretten zu kaufen. Die American Cancer Society bringt es auf den Punkt: Bereits 20 Minuten nach der „letzten“ Zigarette normalisieren sich Puls und Blutdruck, Hände und Füße sind keine Eiszapfen mehr. Nach acht Stunden bekommt der Körper wieder genug Sauerstoff. Schon nach einem Tag lässt das Herzinfarkt-Risiko nach. Nach 48 Stunden schmecken und riechen Ex-Raucher wieder besser. Wer auch nach einem Jahr noch zu den Nichtrauchern gehört, dessen Herzinfarkt-Risiko halbiert sich. Nach fünf Jahren sinkt die Gefahr an Lungenkrebs zu sterben um fast die Hälfte.

Wie können Raucher nun der Qualmerei widerstehen? Wer während der Arbeit mal kurz abschalten muss, sollte lieber eine Runde um den Block drehen und frische Luft schnappen. Aber ohne Zigarette! Oder eine Tasse heißen Tee trinken, der nach dem persönlichen Lieblingsaroma duftet. Auch der Gedanke an einen geplanten Wellness-Abend kann helfen.

Auto fahren ist zwar auf Dauer öde, doch der Langeweile lässt sich auch ohne Zigarette begegnen: Eine Musik-CD einlegen, Kaugummi kauen oder eine kurze Pause am Rasthof einlegen.

Wer in bestimmten Situationen bevorzugt raucht (siehe oben), sollte sich eine Alternative zum Glimmstängel suchen. Warum nicht nach dem Essen einen Verdauungsspaziergang machen oder Kaugummi kauen? Zum Kaffee passt auch ein Keks. Ist die Arbeit erledigt, gibt es zur Belohnung keine Zigarette, sondern eine Tasse Tee, ein Besuch im Café nebenan oder eine Runde Shopping. Auch das kann zur Gewohnheit werden. Allerdings gilt auch hier: nicht übertreiben.

Schwieriger wird es, wenn Er oder Sie vor allem im Beisein von Freunden raucht. Aus Geselligkeit oder um dazuzugehören. Denn da fehlt oft die Unterstützung der Kameraden. Unpassende Kommentare – etwa „das schaffst du doch eh nicht“ – erschweren das Aufhören. „Da sollte man den Mut fassen und sagen, dass solche Bemerkungen kontraproduktiv sind“, empfiehlt Dieler. Da die Psychologin selbst Kurse zur Raucherentwöhnung leitet, weiß sie aus Erfahrung: „Raucherentwöhnungsprogramme sind bis dato die erfolgsversprechendste Methode zum Aufhören.“ Da kämen Gleichgesinnte zusammen und könnten sich gegenseitig unterstützen.

Umfassende Informationen zum Thema Rauchen finden Sie in unserem Ratgeber Nikotinsucht.



Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; 05.03.2010, aktualisiert am 25.01.2012
Bildnachweis: Jupiter Images/Thinkstock

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