Zwei Freundinnen unterhalten sich im Zug: "Ich habe gehört, die indianischen Männer sollen die besten Liebhaber sein." "Aber die Schwaben sind auch nicht zu verachten." In dem Moment erhebt sich ihr Vordermann, deutet eine leichte Verbeugung an und sagt: "Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Winnetou Häberle."
Wenn Sie unser Herr Häberle ein bisschen zum Lachen gebracht hat, dann haben Sie sich soeben etwas Gutes getan. Denn Lachen ist gesund. "Humor ist zum Beispiel ein super Puffer gegen Stress", so Professor Willibald Ruch, Psychologe und Emotionsforscher von der Universität Zürich in der Schweiz.
Ein kleines Gelächter ist in der Lage, negative Emotionen zu unterbrechen. Wenn man eine kurze Pause im Wutanfall einlegt, dann ist der Ärger nach dem Spaßmoment oft verpufft. Ein Mensch kann nicht gleichzeitig heiter und ärgerlich sein. Oder fröhlich und ängstlich. Letzteres machen sich auch Psychologen im Rahmen einer Verhaltenstherapie zu Nutze. Lachen kann Angstpatienten helfen, sich Schritt für Schritt von ihren negativen Gefühlen zu entfernen.
Ein weiterer schöner Aspekt: Fröhlichkeit macht einen Menschen attraktiv. Gemeinsames Lachen verbindet und das hebt die Laune gleich noch ein bisschen mehr. Und wer gut gelaunt ist, der kann wiederum Schmerzen besser ertragen. "Ein echtes, herzliches Lachen ist ein wahrer Schmerz-Antagonist", bestätigt Ruch.
Kann dann vielleicht ein lustiger Cartoon dem Zahnarztbesuch den Folter-Beigeschmack nahmen? "Die Frage ist leider noch nicht erforscht", so Ruch. Aber der Psychologe erzählt von einer anderen Studie. Diese hat gezeigt, dass Kinder lieber zu einem Arzt gehen, der seine Werkzeuge wie kleine Flugzeuge anfliegen lässt. Oder bei dem sie statt des Behandlungsstuhls eine "Hebeplattform" besteigen.
Wie gut Lachen im Endeffekt nun wirklich für unsere Gesundheit ist, daran können noch viele Forscher arbeiten. Aber definitiv ist Spaß ein Anzeichen für Lebenszufriedenheit. Und mit Sicherheit ist lachen immer besser als nicht lachen. "Das gilt selbstverständlich nicht für Auslachen und Schadenfreude", fügt Ruch hinzu.
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de;
15.10.2010, aktualisiert am 15.10.2010
Bildnachweis: Stockbyte/RYF
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