Wir Deutschen gelten nicht gerade als Frohnaturen. Dennoch sind die meisten hierzulande ziemlich zufrieden mit ihrem Leben. Das zeigt eine Studie, die ein deutsch-amerikanisches Team vergangenes Jahr veröffentlicht hat.
Die Wissenschaftler stützten sich auf Daten des World Values Survey, die in 97 Ländern an 350.000 Menschen über 27 Jahre hinweg erhoben wurden. Demzufolge fühlen sich die Dänen am wohlsten und die Menschen in Simbabwe am unglücklichsten. Deutschland liegt auf Platz 30. Doch worauf beruht die Rangliste? Schließlich lässt sich Glück nicht einfach messen wie etwa der Puls oder Blutdruck. Also befragen Glücksforscher die Menschen nach ihrem Befinden.
Und genau dort liegt das Problem. Denn das Ergebnis hängt vom Wortlaut der Frage ab. So halten wir Deutschen uns bedeckt, wenn wir sagen sollen, wie glücklich wir mit unserem Leben sind. Die Antwort darauf fällt dermaßen bescheiden aus, dass wir auf internationalen Ranglisten stets im unteren Drittel landen. Wird das Wort „glücklich“ in der Frage hingegen durch „zufrieden“ ersetzt, so belegen wir Plätze im oberen Drittel.
„Zufriedenheit spricht den Verstand an, Glück zielt auf das Gefühl“, erklärt Professor Christian Welzel von der Universität Bremen, ein Autor der eingangs erwähnten Studie. Der Durchschnittsdeutsche ist also nicht besonders glücklich, aber alles in allem recht zufrieden.
Glücksforscher wollen es so genau wie möglich wissen. Dazu ermitteln sie je einen Wert für Glück und Zufriedenheit und verrechnen die beiden miteinander. Am Schluss steht eine Zahl, die das persönliche Wohlbefinden ausdrückt. „Das ist das bestmögliche Maß, um Glück zu erfassen“, erklärt Welzel. So erreichen die Dänen einen mittleren Wert von 4,24 für ihr Wohlbefinden, die Bulgaren dagegen nur einen von -0,77. In Deutschland fühlen sich die Bürger der alten Bundesländer (2,68) deutlich besser als die der ehemaligen DDR (1,81).
Doch wie erklären sich diese drastischen nationalen Unterschiede? Ohne Zweifel spielt materieller Wohlstand eine Rolle. „Insgesamt sind Menschen in reicheren Ländern zufriedener als in armen“, bestätigt Welzel. „Aber noch viel mehr hängt es davon ab, wie viel individuelle Entscheidungsfreiheit eine Gesellschaft ihren Bürgern lässt“, fügt er hinzu. So fühlen sich beispielsweise Menschen in Ghana ziemlich wohl – einem armen, aber vergleichsweise toleranten Land in Afrika.
Dr. Achim G. Schneider / Apotheken Umschau; 25.12.2009, aktualisiert am 12.01.2012
Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung