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Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, benignes Prostata-Syndrom, BPS)

Anatomische Lage der Prostata und Blase

Anatomie (zum Vergrößern der Grafik bitte auf die Lupe klicken!): Die Vorsteherdrüse (Prostata) liegt unterhalb der Blase und umschließt die Harnröhre

Was ist eine Prostata-Vergrößerung?

Die Vorsteherdrüse (Prostata) ist eine kleine, etwa kastaniengroße Drüse, welche die Harnröhre beim Mann wie ein Ring umschließt. Zusammen mit den Samenbläschen ist die Prostata für die Bildung der Samenflüssigkeit verantwortlich.

Ab dem fünfunddreißigsten Lebensjahr beginnt die Prostata zu wachsen. Eine gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse bezeichnen Experten als benigne Prostata-Hyperplasie (BPH). Gemeint ist damit eine gutartige Vermehrung des Drüsengewebes der Prostata. Wächst die Vorsteherdrüse nach außen, bereitet dies keine Probleme. Erst wenn die Prostata nach innen, zur Körpermitte hin, wächst und die durch sie laufende Harnröhre zunehmend einengt, bereitet sie Schwierigkeiten: Dies ist die häufigste Ursache dafür, dass Männer mit zunehmendem Alter Probleme beim Wasserlassen haben. Betroffen sind schätzungsweise die Hälfte der über 60-jährigen und 90 Prozent der über 80-jährigen Männer.


Die Beschwerden sind sehr unterschiedlich. Gewebeveränderungen im Sinne einer Prostatavergrößerung finden sich zwar bei vielen älteren Männern, aber längst nicht alle haben Symptome. Die Größe der Prostata allein ist nämlich nicht das entscheidende. Lediglich die Einengung der Harnröhre führt zu Beschwerden und unter Umständen über die Bildung von Restharn, Harnrückstau oder Harnverhalt auch zu weiteren Folgen  für die Gesundheit (siehe Kapitel: Symptome). In ausführlichen wissenschaftlichen Untersuchungen konnte kein Zusammenhang zwischen der Prostatagröße und der Einengung der Harnröhre (Obstruktion) gefunden werden.

Viele Männer leben auch mit den Beschwerden, ohne sich behandeln zu lassen. Nach Auskunft der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) wird geschätzt, dass über die Hälfte der Männer mit einer Prostatavergrößerung und damit verbundenen Beschwerden sich nicht in ärztlicher Therapie befinden.

Behandelt wird die gutartige Prostatavergrößerung nur wenn sie Beschwerden bereitet. Die Behandlung erfolgt meist mittels Medikamenten oder – falls diese nicht oder nicht mehr ansprechen – mit einer Operation.

Wichtig:
Die gutartige Prostatavergrößerung hat nichts mit Prostatakrebs zu tun, sondern muss klar davon abgegrenzt werden. Prostatakrebs macht keine Beschwerden und kann nur durch eine Vorsorgeuntersuchung frühzeitig erkannt werden.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 28.04.2010
W&B/Jörg Neisel

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