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Prostatakrebs (Prostatakarzinom)
Früherkennung

Einmal jährlich ist für Männer ab 45 Jahren eine Tastuntersuchung der Prostata vorgesehen

Das Ziel von Früherkennungsmaßnahmen ist es, die Diagnose rechtzeitig zu stellen. Nämlich zu einem Zeitpunkt, zu dem ein wachsender Tumor noch gar keine Beschwerden verursacht, er noch klein und vor allem örtlich begrenzt ist. Denn dann sind die Behandlungs- und damit Heilungschancen am größten.

Im Rahmen des deutschen Krebs-Früherkennungsprogramms – das von den Krankenkassen bezahlt wird – ist für Männer ab 45 Jahren einmal jährlich eine Tastuntersuchung der Prostata vorgesehen. Dabei prüft der Arzt auch die äußeren Genitalorgane, ertastet die Lymphknoten in der Leiste und erfragt Krankheitsgeschichte und eventuelle Beschwerden seines Patienten.


Für den so genannten PSA-Test, eine Laboruntersuchung, die auch bei Verdacht auf Prostatakrebs durchgeführt wird, müssen gesetzlich versicherte Männer derzeit meist selbst aufkommen, wenn der Test rein zur Früherkennung, also ohne begründeten Krebsverdacht, durchgeführt wird (Kosten circa 25 Euro).  Die Kosten für die Abklärung eines Verdachtes werden von den gesetzlichen Krankenversicherungen dagegen übernommen.  Wer erblich vorbelastet ist, sollte eventuell bereits früher – etwa schon ab dem 35. Lebensjahr – zur jährlichen Früherkennungsuntersuchung gehen.

Verlässlichkeit der Tastuntersuchung


Bei der Tastuntersuchung untersucht der Arzt die Prostata mit dem Finger über den Enddarm (digitale rektale Untersuchung). Denn Prostatakarzinome entstehen am häufigsten in dem Teil der Drüse, der dem Enddarm zugekehrt ist. Unregelmäßigkeiten und Verhärtungen, die den Verdacht auf ein Karzinom nahe legen, sind bei dieser Untersuchung spürbar. Doch nicht jeder Prostatakrebs lässt sich auf diese Weise feststellen. Gerade kleine Tumoren fallen bei der Tastuntersuchung manchmal nicht auf.

PSA-Test

 

Hierbei wird das Prostataspezifische Antigen (PSA) aus einer Blutprobe bestimmt. Das PSA ist ein Eiweiß, das von Zellen der Prostata gebildet wird. In geringen Mengen tritt das PSA auch ins Blut über. Der Normalwert liegt bei gesunden Männern im Bereich von null bis zweieinhalb Milliardstel-Gramm (Nanogramm, ng) pro Milliliter (ml) Blut. Bei einem Prostatakarzinom ist die PSA-Konzentration im Blut meist erhöht.

Aber es gilt: Eine Erhöhung des PSA-Werts allein ist kein sicherer Hinweis auf Krebs. Denn es gibt noch viele weitere Gründe für einen veränderten PSA-Wert. Eine Prostataentzündung (Prostatitis), eine gutartige Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie, BPH), eine vorausgegangene Tastuntersuchung oder Fahrradfahren vor der Blutentnahme können den PSA-Wert beispielsweise ebenfalls in die Höhe jagen. Untersuchungen zeigen, dass nur einer von vier Männern mit einem PSA-Wert zwischen vier und zehn Nanogramm pro Milliliter tatsächlich ein Prostatakarzinom hat.

Umgekehrt gilt auch: So wie eine erhöhter PSA-Wert nicht immer auf ein Prostatakarzinom hinweisen muss, schließen „normale“ PSA-Werte Prostatakrebs nicht hundertprozentig aus. Deswegen ist neben dem Absolutwert auch die Anstiegsgeschwindigkeit zwischen verschiedenen PSA-Messungen wichtig.

Intensiv wird derzeit nach Verbesserungen oder Alternativen zum PSA-Test gesucht und geforscht. Reif für den Einsatz in der Praxis sind die bisher geprüften Verfahren allerdings noch nicht.



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