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Experten-Sprechstunde Nieren - Harnwege - Prostata:
Minimal invasive OP-Techniken bei gutartiger Prostatavergrößerung?

Welche Lasertechnik gibt es, wie steht’s mit Mikrowellen- und Hyperthermie? Oder besser Verkochen beziehungsweise Verdampfen: mit Strom, Ultraschall? Einlage von Spiralen? Die Möglichkeiten scheinen ja unbegrenzt zu sein. Doch was hilft langfristig am besten?


Schematisches Beispiel: Laserbehandlung an der Prostata

 

Die Resektion (Entfernung) des Gewebes über die Harnröhre mit einer Hochfrequenzstrom-Schlinge (TUR-P) ist heute das Standardverfahren zur Operation der gutartigen Prostatavergrößerung, sie wird technisch noch immer weiterentwickelt, was zum Beispiel die Art der Stromführung betrifft (Stichwort monopolare oder bipolare Instrumente). Momentan laufen verschiedene Forschungsprojekte, um die Vorteile dieser Weiterentwicklungen zu studieren.
Verschiedene Arten von Lasern zur Laserenukleation (Herausschneiden des Gewebes aus der Prostatakapsel mit Laser) oder Laservaporisation (Verdampfen von Prostatagewebe) sind heute im klinischen Einsatz. Sie zeigen vielversprechende Ergebnisse und haben wohl vor allem bei sehr großen Prostatae (> 60 Kubikzentimeter) Vorteile.
Techniken, die fokussierten Ultraschall (HIFU), Hitze, Kälte oder Ultraschall nutzen, haben bisher keine weite klinische Verbreitung gefunden. Dass die damit erzielten Ergebnisse besser als die der TUR-P oder Laserbehandlung sind, konnte bisher nicht bewiesen werden.
Die Einlage von Metallspiralen oder -röhrchen in die Harnröhre, um diese trotz der gutartigen Prostatavergrößerung offen zu halten, ist derzeit ebenfalls keine Standardtherapie. Selbst bei Patienten, die nicht operiert werden können (zum Beispiel wegen schwerwiegender Nebenerkrankungen), wird eher die Einlage eines Bauchdeckenkatheters als Dauertherapie empfohlen. Das hängt damit zusammen, dass es bei den Metallröhrchen für die Harnröhre noch technische Probleme gibt, die vor allem die Haltbarkeit des Metalls über sehr lange Zeit betreffen. In diesem Bereich wird aber weiter geforscht.

 

 

 

Prof. Dr. med. Jens J. Rassweiler, Dr. med. Marcel Hruza



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Die medizinische Wissenschaft entwickelt sich ständig weiter und führt zu neuen Erkenntnissen in Diagnostik und Therapie. Die hier gemachten Angaben entsprechen dem Wissensstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Beantwortung individuell eingesandter Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



surfmed/www.apothekenumschau.de; 20.06.2007, aktualisiert am 26.06.2010
Bildnachweis: W&B/Martina Ibelherr

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