Pfeiffersches Drüsenfieber: Therapie

Spezifisch wirksame Medikamente oder Impfstoffe gegen das Pfeiffersche Drüsenfieber gibt es nicht. Schmerzstillende und fiebersenkende Arzneimittel lindern aber die erkältungsähnlichen Beschwerden
aktualisiert am 24.08.2016

Viel Ruhe, genügend Schlaf und wenig körperliche Anstrengung helfen dem Körper, die Infektion in den Griff zu bekommen. Schmerzstillende und fiebersenkende Medikamente können Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Fieber lindern. Außerdem wichtig: viel trinken, falls aus ärztlicher Sicht nichts dagegen spricht.

Vorsicht: Ausschlag durch Antibiotikum möglich

In rund zehn Prozent der Fälle treten zusätzlich bakterielle Infektionen auf. Erfordern diese eine Behandlung mit Antibiotika, ist Vorsicht geboten: Bestimmte Breitbandantibiotika, wie Ampicillin und Amoxicillin, können bei einer akuten Infektion mit dem Epstein-Barr Virus eine Überempfindlichkeitsreaktion auslösen. Diese äußert sich in Form von schweren Hautausschlägen mit Juckreiz am ganzen Körper ("Ampicillin-Exanthem").

Bei sehr schweren Verlaufsformen des Pfeifferschen Drüsenfiebers können Mediziner die Wirkstoffe Ganciclovir oder Aciclovir geben, welche die Virusvermehrung unterdrücken. Treten lebensbedrohliche Schwellungen des Lymphgewebes im Rachenbereich auf, kommt Cortison infrage. Komplikationen, wie beispielsweise ein Milzriss, bedürfen einer sofortigen Operation.

In zirka 10 Prozent der Fälle verlängerter Verlauf

In der Regel klingt die Infektion nach wenigen Wochen ab und ist nach etwa zwei Monaten ausgeheilt. Manchmal kann sich das Pfeiffersche Drüsenfieber jedoch auch über Monate hinstrecken. Etwa 10 Prozent der Patienten sind nach sechs Monaten noch immer symptomatisch. Dabei handelt es sich aber nicht um eine chronisch aktive EBV-Infektion, sondern lediglich um den verlängerten (protrahierten) Verlauf eines normalen Pfeifferschen Drüsenfiebers. Die chronisch aktive EBV-Infektion ist in Deutschland eine Rarität, kommt in asiatischen Ländern, zum Beispiel in Japan, häufiger vor.

Wie alle anderen Herpesviren, verbleibt das Epstein-Barr Virus lebenslang im Körper. EBV kann von Zeit zu Zeit wieder reaktiviert werden, dies verläuft jedoch meist ohne Symptome. Eine erneute Infektion mit Fieber, Mandelentzündung und/oder angeschwollenen Lymphknoten tritt also in der Regel nicht mehr auf. Eine EBV-Reaktivierung ist jedoch für Patienten mit eingeschränkter Immunabwehr von Bedeutung.


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