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Du nervst:
Was am Partner stört

Erraten Sie, was Frauen und Männer am meisten an ihrem Lebensgefährten hassen?

Astronaut

Gilt für Männer und für Frauen gleichermaßen: Der Partner kommt wohl doch vom anderen Stern

Was löst am häufigsten Ärger in der Partnerschaft aus? In fremden Revieren wildern, könnte man meinen. Oder finanzielle Probleme. Oder der berüchtigte Ermüdungsbruch, wenn sich ein Bund fürs Leben überlebt hat. Stimmt, doch dahinter verbergen sich meist viel simplere Gründe, die die Liebe nachhaltig strapazieren.



Die GfK Marktforschung hat im Auftrag der Apotheken Umschau bei 2469 deutschen Frauen und Männern ab 14 Jahren nachgefragt. Die repräsentativen Ergebnisse liefern in einer Zeit, in der Begriffe wie Ehe, Treue, Vertrauen wieder stärker ins Bewusstsein der Menschen gerückt sind, einen tiefen Einblick in die Seelenlage beider Geschlechter.


Was SIE nervt
Erraten Sie, was Frauen am meisten stört?






Das ist jedoch nur die Spitze des Eisberges – denn es gibt noch mehr, worüber Frauen sich ärgern:



Was IHN nervt
Raten Sie mal, was Männer am meisten auf die Palme bringt:





Auch diese Liste ist noch längst nicht komplett. Die folgenden Punkte können Männer ebenfalls gewaltig nerven:


Ein Konflikt, für den die Psychologie drei Hauptursachen kennt: „Männer und Frauen reden und leben häufig aneinander vorbei“, sagt die Psychologin Sybille Weber.


1. Falle: Kommunikation
Während Frauen Gespräche überwiegend dazu nutzen, ihre Gefühle auszudrücken, sind sie für Männer fast ausschließlich dazu da, Informationen auszutauschen. Das endet dann klassischerweise so: Sie war beim Friseur und kommt nach Hause. Er stellt neutral fest: „Oh, du warst beim Friseur.“ Das weiß sie selber und möchte stattdessen lieber hören: „Deine neue Frisur sieht umwerfend aus.“

2. Falle: Erwartungen
Aus der bedingungslosen Liebe zu Beginn, wo es galt, den anderen ohne Vorbehalte zu entdecken (und zu erobern), entwickeln sich mit der Zeit Erwartungshaltungen, die der Partner zu erfüllen hat. Tut er dies nicht, muss er sich ändern. Das führt fast zwangsläufig – unabhängig vom Geschlecht – zu Abwehrreaktionen.

3. Falle: Stress
Der dritte Knackpunkt kommt von außen und heißt Alltagsstress. Eine Studie der Schweizer Universität Fribourg – so die Zeitschrift „Psychologie heute“ – zeigt, dass etwa 25 Prozent aller Paare in einer unbefriedigenden Beziehung leben. Dauert die Partnerschaft länger, könne sich die Rate im mittleren Alter auf bis zu 50 Prozent erhöhen, berichten die Forscher. Betroffen seien vor allem Lebensgemeinschaften, in denen die Partner wenig miteinander reden, beide aber über eine hohe Stressbelastung klagen. Doch statt den Stress gemeinsam zu bewältigen, kocht jeder sein eigenes Süppchen. Die Beziehung bleibt dabei auf der Strecke. Am Ende steht Entfremdung.

Das Heilmittel für die Beziehung: Akzeptanz
Was ist zu tun? Die Lösung klingt simpel und heißt Akzeptanz. Dahinter steckt ein Therapieansatz der amerikanischen Psychologieprofessoren Neil S. Jacobson und Andrew Christensen.

  • Der erste Schritt: Akzeptanz durch Verstehen. Partner, die sich gegenseitig etwas vorwerfen, glauben naturgemäß, dass der andere etwas falsch macht. Nach Christensen und Jacobson soll das Paar versuchen, das Problem von einer anderen Seite zu beleuchten. Nicht das Handeln und die vermeintlich negativen Eigenschaften des Partners sollen diskutiert werden. Vielmehr geht es darum, sich von Vorurteilen zu lösen und die wahren Motive des anderen zu entdecken.



  • Der zweite Schritt: Akzeptanz durch Mitgefühl. Wer sagt seinem Lebensgefährten nach einem handfesten Streit schon, dass er sich jetzt einsam fühlt und den anderen am liebsten in den Arm nehmen möchte? Das könnte der „Kontrahent“ ja als Schwäche auslegen und sich einen Vorteil verschaffen. Oder mit Härte reagieren, und man ist noch verletzter als ohnehin schon. Diese Ängste gilt es nach Meinung der Experten zu überwinden. Wer sich öffnet, gibt dem anderen die Gelegenheit, mit Verständnis und Mitgefühl zu reagieren. „Es geht nicht darum, über den anderen einen Sieg zu erringen. In der Partnerschaft sollte die gemeinsame Lösung eines Problems im Mittelpunkt stehen. Denn wozu sonst brauchen wir einen Partner?“, fragt Professor Andrew Christensen.


Er redet zu wenig, sie zu viel
Voraussetzung dafür, und da sind sich alle Experten einig, ist die Bereitschaft zur Kommunikation. Und da scheint das „starke“ Geschlecht noch Defizite zu haben. In unserer Umfrage gab jede vierte Frau an: „Mich nervt an meinem Partner, dass er zu wenig mit mir redet.“ Und die Männer? 23,8 Prozent sagen: „Mich stört, dass ich immer anrufen soll, wenn es mal irgendwo länger dauert.“ Nicht gerade ein Zeichen dafür, dass sich in nächster Zeit viel ändern wird zwischen Mann und Frau.

Apotheken Umschau



Apotheken Umschau; 05.08.2005, aktualisiert am 28.06.2010
Bildnachweis: Stockbyte

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