Parodontitis

Die Parodontitis (früher auch Parodontose genannt) ist eine Entzündung des Zahnbetts, die durch Bakterien verursacht wird. Wichtige Informationen zu Symptomen, Therapie und Risiken

aktualisiert am 14.06.2016

Das linke Bild zeigt einen gesunden Zahn, das rechte eine vorliegende Parodontitis

W&B/Szczesny

Was ist eine Parodontitis?

Die Parodontitis ist eine Entzündung, die das Zahnbett betrifft. Es verbindet den Zahn mit dem Kiefer und besteht unter anderem aus Bindegewebe, Zahnfleisch und Kieferknochen. Ursache der Parodontitis, die umgangssprachlich fälschlicherweise auch als Parodontose bezeichnet wird, sind Bakterien, die sich in der Mundhöhle befinden.

Diese Bakterien siedeln sich auf Zahnbelag an, der sich unter anderem aus Nahrungsresten und Speichelbestandteilen zusammensetzt. Die Keime vermehren sich und scheiden aggressive Stoffwechselprodukte aus – genauer gesagt Säure und Toxine (=Giftstoffe). Das kann eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) auslösen. Sie geht mit einer Parodontitis einher und verläuft zumeist schmerzlos. Allerdings können Symptome  wie ein rötlich bis bläulich verfärbtes Zahnfleisch sowie Zahnfleischbluten auf eine Gingivitis hinweisen. Von einer Parodontitis sprechen Zahnärzte, wenn die Entzündung vom Zahnfleisch bis zum Zahnbett vorgedrungen ist.


Unser Experte: Dr. Joachim Hüttmann, Zahnarzt aus Bad Segeberg

ZAEK-SH

Risiken: Zahnstein, Rauchen, schlechte Zahnpflege

Verkalkt der Zahnbelag, bildet sich durch Mineralien aus dem Speichel Zahnstein. Auf dessen rauer Oberfläche können sich Bakterien schnell ausbreiten und eine Parodontitis begünstigen.

Auch Rauchen, unzureichende Zahnpflege, falsche Ernährung und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus erhöhen das Risiko. Da die Zahnbettentzündung zunächst keine Schmerzen hervorruft, kann sie lange Zeit unentdeckt bleiben. Regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt – auch wenn keine Beschwerden vorliegen – sind daher äußerst wichtig.

Parodontitis und Herzinfarkt

Normalerweise haftet das Zahnfleisch fest am Zahn, sodass keine Keime eindringen können. Wird diese Barriere durch eine Parodontitis zerstört, können Krankheitserreger in das Gewebe und in die Blutbahn gelangen. Es wird diskutiert, ob diese Keime auch eine Rolle bei atherosklerotischen Gefäßerkrankungen spielen und dadurch einen Herzinfarkt begünstigen können.

In jedem Fall ist es sehr wichtig, die Parodontitis rechtzeitig zu behandeln. Der Zahnarzt entfernt die Bakterien aus den Zahnfleischtaschen, der Patient muss anschließend fortwährend  gründlich seine Zähne putzen und pflegen.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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