Im Gehirn kommunizieren Nervenzellen untereinander über Schaltstellen (Synapsen) und chemische Botenstoffe (Neurotransmitter). Stehen nicht genug Botenstoffe zur Verfügung, ist die Kommunikation zwischen den Nervenzellen gestört.
Der Botenstoff Dopamin ist maßgeblich an den Steuerungsvorgängen von Bewegungen beteiligt. Gebildet wird Dopamin vorwiegend von speziellen Nervenzellen in der so genannten schwarzen Substanz (Substantia nigra) im Gehirn. Über einen komplexen Regelkreis wirkt das Dopamin der schwarzen Substanz bewegungsaktivierend.
Bei der Parkinson-Krankheit sterben vorwiegend in der Substantia nigra Nervenzellen ab. In der Folge kommt es zur Bewegungsverarmung. Neben Dopamin sind auch andere Botenstoffe wie Acetylcholin oder Glutamat an der Bewegungsbildung beteiligt. Diese Botenstoffe wirken in einem fein abgestimmten Gleichgewicht, das durch den Mangel an Dopamin bei fortschreitender Erkrankung gestört wird. So entstehen die typischen Symptome der Parkinson-Krankheit. Erst nach Minderung der Dopamin herstellenden Zellen von 60 bis 70 Prozent machen sich Beschwerden bei Bewegungen bemerkbar.
In über 80 Prozent der Fälle tritt die Parkinson-Krankheit ohne erkennbare Ursache auf. Genetische Untersuchungen an Parkinson-Familien weisen jedoch darauf hin, dass in seltenen Fällen die Anlage für die Erkrankung vererbt werden kann.
Andere mögliche Ursachen sind eine verstärkte Belastung mit Umweltgiften (Pestizide, Schwermetalle). Diskutiert wird auch, ob Stoffwechselendprodukte (sogenannte „freie Radikale“), die durch ihre ausgeprägte Reaktionsfähigkeit Körperzellen nachhaltig schädigen können, die Parkinson-Krankheit begünstigen.
Verschiedene Erkrankungen können ähnliche Symptome wie bei der Parkinson-Krankheit hervorrufen. Sie werden Parkinson-Syndrome genannt. Sie kommen – vor allem im fortgeschrittenen Alter – deutlich häufiger vor als die eigentliche Parkinson-Krankheit. Manche Medikamente können bei längerer Anwendung unter Umständen ein Parkinson-Syndrom auslösen, zum Beispiel Neuroleptika (zur Behandlung von Psychosen) oder Kalzium-Antagonisten (zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen). Meistens bilden sich die Symptome wieder zurück, wenn die Mittel abgesetzt werden. Auch eine „Verkalkung“ der Hirngefäße – medizinisch: Arteriosklerose – Schlaganfälle, ein Schädel-Hirn-Trauma, Hirnentzündungen und andere Hirnschädigungen können Parkinson-Syndrome hervorrufen. Darüber hinaus gibt es Formen, die mit dem Zugrundegehen anderer Hirnregionen als bei der Parkinson-Krankheit, einhergehen.
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29.08.2005, aktualisiert am 25.01.2012
Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF
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