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Ohrgeräusche (Tinnitus)
Weitere körperliche Ursachen für Tinnitus

Herz-Kreislauferkrankungen oder Stoffwechselstörungen wirken mitunter auf den Hörvorgang im Innenohr und im Gehirn. Tinnitusauslöser können daneben auch Schäden an der Halswirbelsäule oder Medikamente sein


Verspannt im Nacken und tinnitusgeplagt: Ohrgeräusche hängen manchmal auch mit Problemen an der Halswirbelsäule zusammen

 

Erkrankungen innerer Organe


Nicht immer liegen die Auslöser für Ohrgeräusche im Bereich des Ohrs. Das Hörorgan und die Nervenbahnen im Gehirn müssen über das Blut ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden, um gut funktionieren zu können. Auch ein ausgeglichener Stoffwechsel ist wichtig.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen deshalb auch als Tinnitusverursacher eine Rolle, etwa Gefäßverkalkung (Arteriosklerose), Herzrhythmusstörungen, ein zu hoher oder zu niedriger Blutdruck. Hier äußern sich die Geräusche oft als Ohrensausen. Bei einem Blutdruckabfall im Stehen (orthostatische Hypotonie) kommen zum Ohrensausen häufig Schwindel, gegebenenfalls ein beschleunigter Pulsschlag dazu, manchmal sogar Bewusstlosigkeit.


Blutarmut (Anämie) kann zu Sauerstoffmangel im Gehirn führen, der neben Schwindel mitunter auch Ohrgeräusche auslöst.

Stoffwechselstörungen wie Diabetes oder Fettstoffwechselprobleme haben ebenfalls Auswirkungen auf die Durchblutung des Gehirns.

Probleme an der Halswirbelsäule und im Kopfbereich


Wenn der Tinnitus sich bei Kopfbewegungen verändert, ist auch an Störungen im Bereich der Halswirbelsäule zu denken. Ohrgeräusche können die Folge eines Schleudertraumas, von Verletzungen oder Abnutzungserscheinungen an der Halswirbelsäule oder von Muskelverspannungen sein. Es bestehen Verbindungen zwischen den Nerven im Bereich der Halswirbelsäule und den Hörarealen im Gehirn.

Nehmen die Ohrgeräusche zu beziehungsweise ab, wenn Mund oder Kiefergelenk bewegt werden, können Zahn- oder Kieferbeschwerden verantwortlich sein, zum Beispiel Gebissfehlstellungen, Abnutzungserscheinungen im Kiefergelenk oder verspannte Kaumuskeln. Denn die Kiefergelenke sind eng mit dem Ohrbereich verknüpft. Nächtliches Knirschen (Bruxismus) etwa als Ausdruck erhöhter seelischer Belastungen zieht nicht selten Tinnitus nach sich.

Entzündungen im Gehirn
beeinflussen bisweilen auch die Hörverarbeitung. Hirntumoren oder Multiple Sklerose können unter anderem Tinnitus auslösen.

Medikamente


Einige Medikamente haben Nebenwirkungen, die sich auf das Hörsystem auswirken und einen Tinnitus hervorrufen können.

  • Dazu gehören bestimmte Schmerz- und Rheumamedikamente, die in seltenen Fällen zu vorübergehenden Ohrgeräuschen führen können. Das ist auch bei Acetylsalicylsäure möglich, allerdings nur in sehr hohen Dosierungen ab 2000 Milligramm. Sprechen sie darüber immer mit Ihrem Arzt.
  • Mittel gegen Malaria (zum Beispiel Chloroquin) kommen ebenfalls als Auslöser infrage.
  • Eine seltene Nebenwirkung bestimmter wassertreibender Mittel (Diuretika) sind meist wieder heilbare Hörstörungen und Ohrgeräusche.
  • Medikamente zur Chemotherapie sowie seltener verschriebene Antibiotika (Aminoglykoside) können unter Umständen das Innenohr angreifen und bleibende Beschwerden verursachen. Hier wird der Arzt jedoch in der Regel engmaschige Kontrollen durchführen.

 

Ursachen für einen objektiven Tinnitus


Nur in ganz wenigen Fällen kann der Arzt die Ohrgeräusche objektiv feststellen, sie also mit einem Stethoskop hören (siehe auch Kapitel „Diagnose“). Hier können zum Beispiel Gefäßfehlbildungen oder -neubildungen (Aneurysma, Angiom) im Ohrbereich pochende Geräusche (pulsatiler Tinnitus) erzeugen. Verengungen der Gefäße in der Nähe des Mittel- oder Innenohrs infolge einer Arteriosklerose oder der Halsgefäße aufgrund anderer Ursachen können zu hörbaren Turbulenzen im Strömungsbereich führen. In der Regel ist ein Tinnitus jedoch immer subjektiv, also für andere nicht wahrnehmbar.



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Informationen für Patienten, Selbsthilfegruppen

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www.apotheken-umschau.de; 25.02.2009, aktualisiert am 26.03.2012
Bildnachweis: PhotoDisc/RYF

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