Erste Untersuchungsschritte: Mit dem Handotoskop sieht sich die HNO-Ärztin Gehörgang und Trommelfell an
Wenn das ständige Pfeifen, Rauschen oder Summen länger als einen ganzen Tag anhält, sollten Sie baldmöglichst mit einem Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO) sprechen. In der Praxis schildern Sie dann, in welcher Situation die Ohrgeräusche erstmals auftraten und wie sich die Töne anhören.
Der HNO-Arzt untersucht den Gehörgang und das Trommelfell mit dem Ohrmikroskop, um mögliche sichtbare Erkrankungen erkennen zu können.
Für das sogenannte Audiogramm setzt sich der Betroffene in einem abgeschirmten Raum Kopfhörer auf und hört sich nacheinander verschiedene Töne an, die erst für das eine, dann für das andere Ohr eingespielt werden. Mit einem Knopfdruck signalisiert er, wann er den Ton gehört hat. Die Lautstärke wird meist in 5-Dezibel-Schritten so lange erhöht, bis sich die Hörschwelle festlegen lässt. Diese zeigt an, bei welcher Tonhöhe (Frequenz in Hertz = Hz) und bei welcher Lautstärke (Schalldruckpegel in Dezibel = dB) der Patient ein akustisches Signal gerade noch hört. Mit speziellen und sehr komplizierten Messverfahren lässt sich die Hörschwelle darüber hinaus objektiv – also auch ohne Mitarbeit des Patienten – messen.
Um dann noch die Frequenz und die Lautstärke des Tinnitus zu bestimmen, vergleicht der Betroffene verschiedene eingespielte Töne mit seinem eigenen Ohrgeräusch (Tinnitusanalyse). Auch die Hörnerven-Leitgeschwindigkeit sollte der HNO-Arzt messen, um einen Tumor am Gehörnerv oder Entzündungen ausschließen zu können. (Mehr zu Hörprüfungen und Untersuchungen im Symptome-Beitrag „Schwerhörigkeit“, Kapitel Diagnose)
Wenn Sie einen chronischen Tinnitus haben, kann es sinnvoll sein, nach einer HNO-Untersuchung auch mit einem Psychotherapeuten oder einem Facharzt für Psychosomatische Medizin über Ihre Tinnitus-Problematik zu sprechen – vor allem, wenn Sie die Ohrgeräusche als besonders störend oder gar quälend empfinden.
Das Gespräch dreht sich dann darum, wie belastend die anhaltenden Töne sind, ob Konzentrationsstörungen oder Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen vorliegen, inwieweit Sie sich entspannen können, ob sie sich wegen der Ohrgeräusche um Ihre Gesundheit sorgen oder oftmals niedergeschlagen sind.
Hilfreich dafür ist der standardisierte Tinnitus-Fragebogen von Professor Gerhard Goebel und Professor Wolfgang Hiller, der in einer Kurzform als „Tinnitus-Test“ auf der Homepage der Deutschen Tinnitus-Liga Auskunft über Ihren Leidensdruck gibt (siehe Link unten) (www.tinnitus-liga.de/testbg.html). (www.apotheken-umschau.de übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Internetseiten).
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25.02.2009, aktualisiert am 26.03.2012
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