Das Risiko, dass sich erneut Nierensteine bilden, kann deutlich gesenkt werden, wenn die Ernährungs- und Trinkgewohnheiten entsprechend verändert werden. Bei manchen Patienten kommt es trotz allem vor, dass sich mehr als zwei Steine in drei Jahren bilden. In diesen Fällen empfehlen Urologen eine harnsteinspezifische Stoffwechseluntersuchung in einem Harnsteinzentrum. Dabei erfolgt eine genaue Analyse von Blut- und Urinparametern. Außerdem wird die Zusammensetzung der Steine untersucht.
Eine solche ausführliche Diagnostik sollte auch dann erfolgen, wenn es sich um Harnsäuresteine oder Infektsteine handelt. Infektsteine begünstigen Harnwegsinfekte – und umgekehrt. Wenn Infektsteine entfernt wurden, ist es besonders wichtig, den Urin regelmäßig zu testen und Infektionen frühzeitig zu behandeln. Meistens wird der Urin außerdem mit Medikamenten angesäuert, um die Steinbildung zu bremsen.
Auch wenn bestimmte Krankheiten wie eine Überfunktion der Nebenschilddrüse, Nierenerkrankungen oder bestimmte Magen-Darm-Erkrankungen als Ursache vermutet werden oder bekannt sind (siehe auch Kapitel Ursachen) ist eine genaue Abklärung, eine gezielte Therapie und individuelle Vorbeugung ratsam. Ebenso, wenn Harnsteine bei Kindern oder während der Schwangerschaft auftreten.
Die Empfehlungen zur Vorbeugung müssen auf den einzelnen Patienten zugeschnitten sein. Generelle Ratschläge sind:
Empfehlungen für die Ernährung: Bevorzugen Sie eine ausgewogene Mischkost, wie sie in der traditionellen mediterranen Küche üblich ist, und verzichten Sie so oft wie möglich auf Kochsalz. Tierische Fette (Wurst, Fleisch) sollte auf dem Speiseplan eher die Ausnahme bilden. Günstig sind Getreideprodukte, vor allem Vollkornprodukte, aber auch Gemüse und Obst. Je nachdem, aus welcher Substanz sich der Nierenstein gebildet hat, sollten Sie – nach Rücksprache mit dem Arzt – bei einzelnen Nahrungsmitteln zurückhaltend sein:
Körperliche Bewegung tut immer gut und trägt auch dazu bei, dass sich kleine Nierensteine erst gar nicht festsetzen. Bei Übergewicht sollten Sie abnehmen – so können Sie das Risiko, Harnsteine zu bilden, senken. Das funktioniert am besten mit einer ausgewogenen Ernährung und viel körperlicher Aktivität. Vorsicht: Strenge Abnehmkuren sind nicht zu empfehlen, denn sie können das Risiko für bestimmte Steinarten sogar erhöhen.
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13.09.2005, aktualisiert am 31.01.2012
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