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Nierenstein
Ursachen

Warum entstehen Nierensteine? Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle


Blick auf Niere und Nebenniere (am Oberrand des Organs). Links unten im Bild: Lage von Nieren, Harnleitern und Blase im Körper. Um die komplette Grafik zu sehen, bitte auf die Lupe klicken!

Zu den möglichen Ursachen gehören die Vererbung, organische Probleme, die Zusammensetzung des Urins, eine falsche Ernährung, zu wenig Bewegung und Stoffwechselerkrankungen.

Familiäre Ursachen: Einige Studien belegen, dass Nierensteine in einigen Familien häufiger vorkommen als in anderen. Ob die Neigung vererbbar ist oder ob die Kinder ungünstige Ernährungsgewohnheiten von ihren Eltern übernommen haben, konnte bislang noch nicht geklärt werden.


Organische Probleme: Bei gewissen Fehlbildungen in den Nieren, bei zu engen ableitenden Harnwegen oder Narben im Bereich der Harnleiter kann es dazu kommen, dass auch kleine Nierensteine nicht von allein abwandern können.

Gestörtes Gleichgewicht: Im Harn sind verschiedene Substanzen wie Kalzium, Oxalsäure, Phosphate und Harnsäure gelöst. Bei einigen Menschen ist die Konzentration dieser Substanzen recht hoch, doch das allein führt noch nicht dazu, dass sich Nierensteine bilden. Voraussetzung ist nämlich, dass gleichzeitig zu wenig Hemmstoffe (Inhibitoren) wie Zitrat und Magnesium im Urin vorhanden sind – dann kristallisieren die Substanzen zu Nierensteinen aus und es lagern sich immer neue Schichten an.

Der Säuregehalt des Urins hat einen Einfluss auf das Entstehen von Nierensteinen. So fördert ein alkalischer Urin (pH-Wert > 7), dass sich phosphathaltige Steine bilden. Ein stark saurer Urin begünstigt die Bildung von Harnsäuresteinen und eventuell auch von Kalziumoxalatsteinen.

Harnwegsinfekte: Sogenannte Infektsteine entstehen bei einer Infektion der Harnwege mit bestimmten Bakterien. Diese Krankheitserreger machen den Urin alkalischer, was die Steinbildung fördert.

Zu wenig Flüssigkeit: Die Konzentration der Substanzen, aus dem sich ein Nierenstein bilden kann, ist bei solchen Menschen besonders hoch, die beim Essen und Trinken zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen und auch bei denen, die durch Schwitzen viel Körperflüssigkeit verlieren. Ähnliches passiert bei Durchfallerkrankungen oder chronischen Darmerkrankung, weil dem Körper so zu viel Flüssigkeit entzogen wird und sich die Konzentration von steinbildenden Substanzen im Harn erhöht.

Falsche Ernährung: Wenn Sie sich vor allem von Milch und Milchprodukten ernähren, erhöht sich die Konzentration von Kalzium im Urin. Andere Lebensmittel, die viel Oxalsäure enthalten, können dazu beitragen, dass sich Kalziumoxalatsteine bilden. Dazu gehören fettes Fleisch, Innereien, Spinat, Rhabarber und rote Beete. Fleisch, Innereien und Wurst  erhöhen aber auch die Menge an Purinen und Harnsäure im Blut – die Folge können Harnsäuresteine sein. Aber auch strenge Fastenkuren können den Harnsäurewert erhöhen und damit das Risiko, dass sich Harnsäuresteine bilden.

Manche Erkrankungen können zu einer Harnsteinbildung führen. Bei einer Überfunktion der Nebenschilddrüsen (primärer Hyperparathyreoidismus) ist die Kalziumkonzentration im Blut und Urin erhöht und es kann zur Bildung von Kalziumoxalatsteinen kommen. Bei der sehr seltenen angeborenen Enzymstörung namens primäre Hyperoxalurie Typ 1 und 2 entsteht zu viel Oxalsäure. Bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa, chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung oder bei häufigem Durchfall ist die Konzentration von Oxalsäure im Urin ebenfalls erhöht – die mögliche Folge sind Harnsteine. Die genetisch bedingte und seltene Cystinurie ist eine Störung des Aminosäurestoffwechsels und führt vor allem bei Kindern zur Bildung von Zystinsteinen.

Folgeerscheinung nach Operationen: Es bilden sich vermehrt Harmsteine, wenn Teile des Dünndarms operativ entfernt wurden. Ähnliche Hinweise gibt es auch bei Patienten nach Bildung einer neuen Harnblase durch Darmanteile oder nach einer Gallenblasenentfernung.

Bei Tumorerkrankungen und Chemotherapien fällt im Körper oft verstärkt Harnsäure an, die über die Nieren entsorgt wird. Dabei können leicht Harnsäuresteine entstehen.



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Wo liegt die Niere?

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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 31.01.2012
Bildnachweis: W&B/ Szczesny

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