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Brockhaus
Gesundheits-Lexikon

Suchen Sie umfassende Informationen in Wort und Bild? Auf dieser Seite bieten wir Ihnen von A wie Anatomie bis Z wie Zivilisationskrankheit Antworten auf Ihre Gesundheitsfragen. Und zwar mit ausführlichen und leicht verständlichen Texten sowie anschaulichen Bildern und Grafiken. Geben Sie bis zu drei Suchbegriffe ein, um das Themenspektrum einzugrenzen. Sie können zudem Begriffe ausschließen und auch angeben, in welchen Werken und welchen Textpassagen gesucht werden soll. Je genauer Sie Ihre Suchanfrage formulieren, desto besser wird das Ergebnis sein.

Erbrechen, Emesis, Vomitus: ruckweise Entleerung von Mageninhalt durch Speiseröhre, Schlund und Mundöffnung. Das Erbrechen wird meist durch kurz dauernde Übelkeit, Speichelabsonderung, Schweißausbruch, Blässe, Schwächegefühl unter Verlangsamung und Schwächerwerden des Pulses eingeleitet. Dann ziehen sich die Bauchmuskeln und das Zwerchfell stark zusammen und der Magen entleert sich durch rückläufige Bewegung. Steht dabei der Magenpförtner offen, können auch Dünndarmsekret und Galle erbrochen werden (das Erbrochene ist dann gelblich gefärbt und schmeckt bitter). Durch die beigemengte Salzsäure des Magensaftes riecht und schmeckt das Erbrochene sauer. Erbrechen wird vom Brechzentrum im verlängerten Mark über das vegetative Nervensystem ausgelöst.Ursache: Erbrechen und Übelkeit sind Begleiterscheinungen zahlreicher Erkrankungen. Die häufigste Ursache ist eine direkte Reizung des Magen-Darm-Traktes durch Viren, Bakterien oder Medikamente. Aber auch mechanische Ursachen können Erbrechen auslösen. Krankheiten, die mit einer Hirndrucksteigerung oder einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute einhergehen, reizen das Brechzentrum und lösen ein explosionsartiges Erbrechen aus. Schwindel sowie starke Schmerzen sind ebenfalls mögliche Auslöser.Behandlung: Bei leichteren Erscheinungsformen genügt für einige Stunden der Verzicht auf feste Nahrung. Getränke sollten schluck- oder teelöffelweise eingenommen werden (leicht gesüßter Tee, jedoch kein Pfefferminztee, da dieser den Magen zusätzlich reizen kann). Feuchtwarme Tücher auf dem Bauch bringen Linderung. Bei anhaltendem Erbrechen sollte ein Arzt hinzugezogen werden, der u. a. Mittel gegen Erbrechen (Antiemetika) geben kann. Bewusstlose sollten sofort in die stabile Seitenlage gebracht werden, da Erstickungsgefahr besteht.

Erbrechen bei Säuglingen
Wenn Säuglinge die gerade getrunkene Milch wieder von sich geben, ist das in aller Regel harmlos. Der Grund hierfür ist, dass der Muskel am Mageneingang noch nicht zuverlässig funktioniert. Erbricht der Säugling jedoch immer wieder schwallartig, kann dies auf eine angeborene Verengung des Ringmuskels am Magenausgang, des Pförtners, hindeuten. Diese muss operativ angegangen werden. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann wiederholtes Erbrechen sehr schnell zu einer bedrohlichen Austrocknung des Körpers und einem Verlust an Mineralstoffen führen. Wenn die Kinder nicht genug Flüssigkeit trinken und auch behalten können, müssen Infusionen den Verlust ausgleichen.

Erbrechen mit Bauchschmerzen, Erbrechen von Blut 
Beschwerden  Wahrscheinliche Ursachen  Erste Maßnahmen 
Übelkeit und Erbrechen, oft Durchfall, Bauchkrämpfe, evtl. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen  Magen-Darm-Entzündung (Enteritis), meist Virusinfektion, seltener Lebensmittelvergiftung  Temperatur messen. Für 3–4 Std. nichts essen, Getränke in kleinen Schlucken. Arztbesuch bei anhaltenden oder sehr heftigen Beschwerden 
Übelkeit und Erbrechen nach einer Mahlzeit, evtl. mit Schleimbeimengung, Magendruck oder -schmerzen, Sodbrennen, Appetitlosigkeit  Magenschleimhautentzündung, Reizmagen (UlkuskrankheitVorübergehend nichts essen. Bei anhaltenden Beschwerden Arztbesuch zur Abklärung der Ursache 
Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, gespannter Bauch, Blässe, Schonhaltung (angezogene Beine), Schweißausbrüche, Kollaps, evtl. Fieber  Akutes Abdomen, z. B. Appendizitis, Darmverschluss (Ileus), Magendurchbruch, Bauchfellentzündung  Notarzt rufen. Betroffenen mit angezogenen Knien hinlegen und zudecken. Nichts zu essen oder trinken geben. Nicht allein lassen, da es zum Schock 3) kommen kann 
Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerzen, oft gürtelförmig in den Rücken ausstrahlend, evtl. Blähungen, Verstopfung, Fieber  Bauchspeicheldrüsenentzündung, seltener Herzinfarkt oder Lungenerkrankung  Sofortiger Arztbesuch. Bei schlechtem Allgemeinzustand oder zusätzlichen Brustschmerzen Notarzt rufen 
Übelkeit und Erbrechen, Blähungen, Aufstoßen und rechtsseitige Oberbauchbeschwerden, v. a. nach fettreichen Mahlzeiten  Gallenblasenkrankheiten, z. B. Gallenstein  Arztbesuch 
Übelkeit und Erbrechen, krampfartige starke Schmerzen in einer Flanke oder im rechten Oberbauch, Unruhe  Nierenkolik, Gallenkolik  Hausarzt rufen 
Übelkeit, Erbrechen, Schläfrigkeit, Schwäche, vermehrter Durst, vermehrte Harnmenge, Bauchschmerzen  Überzuckerung (HyperglykämieNotarzt rufen. Wenn möglich, Blutzucker bestimmen 
Erbrechen von hellrotem Blut  Blutung aus der Speiseröhre (z. B. aus Ösophagusvarizen), starke Magenblutung; Verwechslung mit Blutsturz (Bluthusten) möglich  Notarzt rufen. Betroffenen hinlegen und ständig beobachten, da sich ein Schock 3) entwickeln kann 
Erbrechen von braunschwarzem, kaffeesatzartigem Blut  Ulkuskrankheit, seltener Magenkarzinom  Sofortiger Arztbesuch bzw. Hausarzt rufen 

Erbrechen mit Schwindel oder Kopfschmerzen 
Beschwerden  Wahrscheinliche Ursachen  Erste Maßnahmen 
Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Blässe, Schweißausbruch bei Fahrten mit Auto, Zug, Schiff  Reisekrankheit  In Fahrtrichtung aus dem Fenster schauen. Evtl. Arztbesuch für vorbeugende Medikamente 
Übelkeit, Erbrechen, heftiger Drehschwindel, einseitige Schwerhörigkeit, Ohrensausen  Ménière-Krankheit  Betroffenen hinlegen. Hausarzt rufen 
Übelkeit und Erbrechen, halbseitiger, seltener beidseitiger klopfender Kopfschmerz, Lichtscheu, evtl. zu Beginn Sehstörungen  Migräne  Betroffenen hinlegen, Zimmer abdunkeln, Schmerzmittel geben. Bei anhaltendem Erbrechen oder starken Schmerzen Hausarzt rufen 
Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel, kurz dauernde Bewusstseinsstörung, Gedächtnislücke nach Unfall oder Kopfverletzung  Gehirnerschütterung (Schädel-Hirn-TraumaSofortiger Arztbesuch mit Begleitung. Bei heftigen Beschwerden Hausarzt rufen 
Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit und Fieber, Schwindel, Rückenschmerzen, evtl. Bewusstseinsstörungen  Meningitis, Enzephalitis, FSME  Betroffenen hinlegen, Zimmer abdunkeln und Hausarzt rufen. Bei Bewusstseinsstörungen seitlich lagern und Notarzt rufen 
Übelkeit und Erbrechen, starke Augen- und Kopfschmerzen, Augenrötung, Sehverschlechterung, evtl. Sehen bunter Ringe  Glaukomanfall (grüner StarSofort Hausarzt rufen 
Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, nach Urin riechender Atem, blass-graue Haut  Nierenversagen  Arztbesuch bzw. Hausarzt rufen 
Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, hochroter und heißer Kopf nach längerer Sonnenbestrahlung  Sonnenstich (HitzeschädenBetroffenen an einem kühlen Ort mit erhöhtem Kopf lagern, bei Bewusstlosigkeit Seitenlagerung. Notarzt rufen 
Übelkeit und Erbrechen, zunehmender Kopfschmerz, Schwindel nach Schädelverletzung, häufig Bewusstseinsstörungen, evtl. Blutung aus Ohr und/oder Nase  Schädel-Hirn-Trauma, z. B. Gehirnprellung oder Schädelbruch  Betroffenen mit leicht erhöhtem Oberkörper seitlich lagern und Notarzt rufen. Betroffenen ständig beobachten, weil sich ein lebensbedrohlicher Zustand entwickeln kann, dann Wiederbelebung 
Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen, evtl. Bewusstseinsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit  Vergiftung, z. B. durch Alkohol, Nikotin, Lösemittel  Betroffenen seitlich lagern. Notarzt rufen 

Erbrechen ohne weitere Beschwerden und bei Säuglingen 
Beschwerden  Wahrscheinliche Ursachen  Erste Maßnahmen 
Übelkeit und Erbrechen von Speisebrei oder Schleim  Nervosität, Stress, Medikamentennebenwirkung, z. B. von Antibiotika oder Schmerzmitteln  Rücksprache mit dem Arzt, sofern es sich nicht um vorübergehende Beschwerden handelt 
Frühmorgendliche Übelkeit und Erbrechen nach Ausbleiben der Regel  In der Frühschwangerschaft oft normal  Frauenarzt aufsuchen. Die Beschwerden verschwinden nach dem 3. Monat meist von selbst 
Schwallartiges Erbrechen nach der Mahlzeit und anschließendes Schreien, evtl. Gedeihstörung, häufig im rechten Oberbauch tastbare Walze  Zu hastiges Trinken, Luftschlucken, Überreaktion des Magens auf den Füllungsreiz, Magenpförtnerverengung  Kind langsam trinken lassen, Pausen während der Mahlzeit, aufstoßen lassen. Bei Beschwerden nach jeder Mahlzeit oder mangelnder Gewichtszunahme Arztbesuch 
Erbrechen und heftiges Schreien oder Apathie, gespannte Bauchdecke, Blässe, Schweißausbrüche, Kollaps  Akutes Abdomen, z. B. Darmverschluss (Ileus), Invagination, Darmverschlingung, Magenvolvulus  Kind seitlich lagern, warm zudecken und Notarzt rufen. Kind bis zum Eintreffen des Arztes ständig beobachten 

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GesundheitPro; 31.05.2010, aktualisiert am 31.05.2010

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