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Neurodermitis (atopische Dermatitis)
Diagnose

Der Arzt kann meist schon anhand des Hautbildes auf die Diagnose Neurodermitis schließen. Zusätzlich kommen oft Allergietests zum Einsatz


Jung erkrankt: Eine Neurodermitis beginnt oft schon im Kindesalter

Verschiedene Hauterkrankungen rufen ähnliche Symptome wie eine Neurodermitis hervor und haben doch gänzlich andere Ursachen. Die Abgrenzung kann daher nur der Arzt treffen. Für ein atopisches Ekzem sprechen:

  • altersgemäße Ausprägung und Verteilung der Hauterscheinungen mit Juckreiz
  • Beginn im frühen Lebensalter
  • schubweiser Verlauf
  • andere atopische Erkrankungen beim Patienten selbst oder bei nahen Verwandten

 


Atopie-Zeichen, also eine Reihe von Merkmalen, die bei Menschen mit atopischen Erkrankungen häufig auftreten. Hierzu zählen:

  • trockene Haut
  • verstärkte Linienzeichnung an den Innenflächen der Hände
  • eine doppelte Lidfalte unter den Augen ("Dennie-Morgan-Falte")
  • weißer Dermographismus (festes Streichen über die Haut mit einem Holzspatel ruft bei atopischen Patienten meist eine weiße Linie hervor, während sie bei Nicht-Atopikern gerötet ist)
  • dunkle Haut im Bereich der Augen
  • Ausdünnung der seitlichen Augenbrauen (Hertoghe'sches Zeichen)

 



Prick-Test: Am Unterarm wird die Reaktion auf verschiedene Stoffe untersucht

Allergietests

Allergische Reaktionen können ein atopisches Ekzem auslösen oder unterhalten. Bei vielen Neurodermitis-Patienten lässt sich ein erhöhter Spiegel des Immunglobulins E (IgE) nachweisen, das eine wichtige Rolle bei allergischen Reaktionen spielt.

Allergietests können daher sinnvoll sein, um zu ermitteln, worauf der Betroffene reagiert. Neben dem Nachweis spezifischer Antikörper im Blut kommt auch der sogenannte Prick-Test in Frage. Der Arzt ritzt dem Patienten dabei kleine Allergenmengen in die Haut und bewertet die Reaktion nach 15 Minuten. Ein positives Ergebnis zeigt bei beiden Verfahren nur an, dass der Betroffene auf das getestete Allergen sensibel reagiert. Es beweist jedoch nicht, dass dieses Allergen auch die Neurodermitis beeinflusst.

Beim Atopy-Patch-Test wird der fragliche Stoff mit einem Pflaster auf die Haut aufgetragen und 48 Stunden dort belassen. Diese Untersuchung liefert gute Ergebnisse im Hinblick auf die Frage, ob ein Allergen zu einem Ekzem führt.

Bei Nahrungsmittelallergien oder Allergenen, die inhaliert werden, kann diese Frage unter Umständen auch ein Provokations-Test beantworten. Der Arzt bringt dabei das fragliche Allergen in Nase oder Mund ein. Zeigt sich beim Provokations-Test eine Verschlechterung beziehungsweise alternativ eine Verbesserung durch längere Meidung des Allergens, ist es als Auslöser identifiziert.

Wichtig: Provokationstests dürfen nur beim Arzt und auf keinen Fall in Eigenregie erfolgen, da es dabei zu lebensgefährlichen Zwischenfällen bis hin zum Herzstillstand kommen kann!



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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 03.04.2012
Bildnachweis: W&B/Jan Greune, W&B/Andrea Leiber

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