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Nasenbluten (Epistaxis)
Diagnose

Die Blutungsquelle festzustellen und stillzulegen – das ist das oberste Behandlungsziel bei Nasenbluten. Wenn nötig, folgt die Suche nach der Ursache


Nase im Fokus: Rhinoskopie

Was passiert beim Hals-Nasen-Ohrenarzt?

Blutverlust kann einen Betroffenen sehr schwächen. Daher prüft der HNO-Arzt im Akutfall als erstes den körperlichen Zustand des Patienten, seinen Blutdruck und Puls. Selten wird es erforderlich sein, den Kreislauf durch Gabe von Flüssigkeit über die Blutbahn zu stärken, oder notfallmäßig eine Blutprobe zur Analyse ins Labor zu schicken.

Es folgt sofort die Untersuchung der Nase. Dazu weitet der Arzt mit einem Spreizinstrument (Rhinoskop) vorsichtig das Nasenloch und leuchtet mit einer Lichtquelle den vorderen Bereich der Nasenhöhle aus (vordere Rhinoskopie). Ins Blickfeld rücken dabei die untere Scheidewand und untere Nasenmuschel, eine dünne Knochenleiste im Nasengewölbe, die mit einer gefäßreichen Schleimhaut, einer Art Schwellkörpergewebe, überzogen ist. Auch die Eingänge zu den Nebenhöhlen sind teilweise erkennbar. Ein Nasenendoskop – in Form eines dünnen, starren oder schlauchförmigen optischen Gerätes – kann noch mehr. Die Sicht reicht mit dem flexiblen Instrument von den hinteren Bereichen der Nasenhöhle über den Rachen und Kehlkopf bis in die Luftröhre. Bei starkem Nasenbluten kann das Nasenendoskop auch zur Therapie dienen (siehe entsprechendes Kapitel). Vor der Untersuchung betäubt der Arzt die Schleimhaut örtlich. Eventuell verabreicht er auch ein abschwellendes Nasenspray.


Falls nötig, schließen sich ergänzende Maßnahmen an, etwa Bluttests und bildgebende Verfahren. Ultraschall (Sonografie) ist häufig sehr aussagekräftig bei Erkrankungen der Nasennebenhöhlen und Schleimhautschwellungen in der Tiefe des Nasengewölbes. Weitere bildgebende Verfahren sind Röntgenaufnahmen, Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (Kernspintomografie, MRT). Letztere stellen die Nasennebenhöhlen und den Nasen-Rachen-Raum detailgenau dar: Während die CT auch eine Beurteilung der Gesichtsknochen und der vorderen Schädelbasis erlaubt, lassen sich mit der MRT die Weichteile besonders gut erkennen.

Eventuell überprüft der HNO-Arzt auch, ob das Riechen funktioniert und wie luftdurchgängig die Nase ist. Bei Bedarf untersucht er den Gehörgang, das Trommelfell und das Gehör.

Bei einer starken Blutung ist manchmal notfallmäßig ein Gefäßverschluss über einen Kathetereingriff unter Röntgen- oder computertomografischer Kontrolle notwendig. Diesen Eingriff führen Röntgenärzte (Radiologen) durch.

Nicht zu vergessen ist, dass der Arzt, sobald Zeit dafür ist, auch Angaben zur Krankengeschichte, zu den persönlichen Lebensgewohnheiten und zum Beruf des Patienten aufnimmt, wenn sie für die Diagnose hilfreich sind. So kann zum Beispiel die Beobachtung, dass schon kleinste Verletzungen relativ lange bluten, auf eine krankhafte Blutungsneigung hinweisen.

Schritt für Schritt zur Diagnose

Falls der HNO-Arzt die Ursache außerhalb seines Fachgebietes vermutet, wird er den Patienten entsprechend weiterleiten. Meistens geht es dann um Krankheiten aus der inneren Medizin. Um ihnen auf die Spur zu kommen, stehen spezielle Bluttests, Untersuchungen der Lungen, Nieren, feingewebliche Untersuchen von Gewebeproben (Biopsien) und anderes mehr zur Verfügung. In den Ursachen-Kapiteln kommen von Fall zu Fall entsprechende Maßnahmen zur Sprache.

Störungen der Blutgerinnung nehmen sich Hämostaseologen in den entsprechenden Zentren an Medizinischen Universitätskliniken oder Kinderkliniken an. Mit Erkrankungen des Blutes befassen sich Fachärzte namens Hämatologen / Onkologen. Für Kinderkrankheiten sind Pädiater zuständig. Bei Verletzungen muss bisweilen auch ein Augenarzt, ein Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg, Unfall- oder Neurochirurg hinzugezogen werden – zur Diagnose wie Therapie.




Bildnachweis: Mauritius Images GmbH/P.Widmann
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Dr. med. Claudia Osthoff / www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 20.08.2013,
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